25. März 2019, 18:27 Uhr

Zwangsarbeiter-Morde beleuchtet

25. März 2019, 18:27 Uhr
87 Männer und Frauen wurden 1945 bei Hirzenhain von der SS ermordet. Ihre Überreste liegen im Kloster Arnsburg. (Foto: prw)

Am heutigen Dienstag jährt sich die Ermordung von 87 Frauen und Männern bei Hirzenhain. Die Zwangsarbeiter wurden wenige Tage vor Kriegsende durch eine SS- und Polizeieinheit ermordet. Um 16 Uhr beginnt eine Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof in Kloster Arnsburg – hier in der Kriegsgräberstätte sind die sterblichen Überreste beigesetzt. An das Verbrechen erinnern dort seit 1996 zwei Gedenktafeln.

Eine vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Auftrag gegebene Forschungsarbeit erfordere nun die inhaltliche Ergänzung dieser Tafeln, teilt Landrat Jan Weckler als Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge mit. Alle Ergebnisse der umfangreichen Recherche und deren Dokumentation sollen heute Nachmittag präsentiert werden – ebenso wie die Entstehungsgeschichte der Kriegsgräberstätte und 16 rekonstruierte Biografien in Arnsburg bestatteter Menschen.

Neben den Opfern von Hirzenhain wurden in Kloster Arnsburg zudem Soldaten der Wehrmacht, Angehörige der SS und deutsche Zivilisten bestattet. Insbesondere diese Tatsache müsse Besuchern über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erklärt werden, betont Weckler. Daher wolle der Landesverband Hessen Kriegsgräberstätten wie die in Kloster Arnsburg zu Lernorten der historisch-politischen Bildung entwickeln.

Bei der Veranstaltung werden neben dem Licher Bürgermeister Bernd Klein, Karl Georg Graf zu Solms-Laubach sowie dem hessischen Landesvorsitzenden des Volksbunds, Staatsminister a. D. Karl Starzacher, auch der frühere Friedberger Bürgermeister Michael Keller sprechen. Er hat sich als Historiker mit dem Massenmord in Hirzenhain beschäftigt und das Buch »Das mit den Russenweibern ist erledigt« veröffentlicht.

Schüler der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich stellen die auf Einzelstelen dokumentierten Biografien vor, bevor diese symbolisch in die Erde eingebracht werden. Mit dem gemeinsamen Erinnern aller Teilnehmenden wird die Veranstaltung ausklingen. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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