05. Dezember 2017, 20:32 Uhr

Zwei Millionen Euro von EU

05. Dezember 2017, 20:32 Uhr
Dr. Michael Potente

Der Kardiologe Michael Potente, Leiter der Arbeitsgruppe »Angiogenese und Metabolismus« am Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung, erhält für seine Forschung an Blutgefäßen in den kommenden fünf Jahren gut zwei Millionen Euro von der EU.

Der prestigeträchtige »Consolidator Grants« des Europäischen Forschungsrates (ERC) ist nicht leicht zu bekommen. Nur rund jeder zehnte Antrag wurde positiv beschieden. Potente ist bereits zum zweiten Mal mit einem Projektantrag beim ERC erfolgreich: Im Jahr 2012 war er mit einem »Starting Grant« ausgezeichnet worden.

Wie der ERC mitteilt, zielt das »Consolidator Grant«-Programm auf »exzellente Wissenschaftler, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet«. Potente befasst sich vor allem mit der Zellschicht, die Blutgefäße von innen auskleidet. In den vergangenen Jahren konnte er laut einer Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts zeigen, dass diese als Endothel bezeichneten Zellen einen besonderen Stoffwechsel besitzen, der für Wachstum und Funktion von Blutgefäßen unerlässlich ist.

Allerdings unterscheide sich das Endothel von Organ zu Organ: »Im Gehirn beispielsweise sind Endothelzellen besonders eng miteinander verbunden und bilden die sogenannte Blut-Hirn-Schranke, durch die nur bestimmte Moleküle passieren können. Im Gegensatz dazu ist das Endothel in der Leber sehr durchlässig und stellt auf diese Weise die Entgiftungsfunktion der Leber sicher«, erklärt Potente.

Dabei sei bislang ungeklärt, wie die je nach Organ unterschiedliche Arbeitsweise des Gefäßendothels festgelegt wird. Mit den nun zur Verfügung stehenden ERC-Mitteln will Potente sich dieser Fragestellung annehmen und den Einfluss des Organmilieus auf die Spezialisierung von Endothelzellen untersuchen. Sein Ziel sei es, den Zusammenhang zwischen Stoffwechsel, Epigenetik (nicht vererbte Veränderung von Genen) und der Spezialisierung von Zellen zu untersuchen. »Wir vermuten, dass es organspezifische Unterschiede bei Stoffwechselzustand der Gefäßwandzellen gibt. Durch eine veränderte Epigenetik fördern diese Unterschiede die Spezialisierung und tragen damit zur Ausbildung lokaler Unterschiede im Gefäßsystem bei«, erläutert Potente.

1,8 Milliarden für Spitzenforschung

Ein Schwerpunkt in Potentes Forschungsprojekt werden dabei mögliche Veränderungen in der Funktion des Gefäßendothels im Zusammenhang mit Fettleibigkeit oder zunehmendem Alter darstellen.

Bis heute hat der ERC mehr als 7500 Spitzenforscher und mehr als 50 000 Postdocs, Doktoranden und andere Mitarbeiter in ihren Forschungsteams finanziert. Der ERC verfügt über ein Jahresbudget von 1,8 Milliarden Euro. (Foto: pv)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Blutgefäße
  • Europäische Union
  • Max-Planck-Gesellschaft
  • Stoffwechsel
  • Bad Nauheim
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos