03. Mai 2018, 20:07 Uhr

Zwischen Krieg und Frieden

03. Mai 2018, 20:07 Uhr
Peter Noss (l.) und Britta Weber überreichen im Namen der GCJZ ein Trikot des EC Bad Nauheim an den Referenten Moshe Zimmermann. (Foto: pv)

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) hatte aus Anlass der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren zu einem Festakt im Konzertsaal der Trinkkur-Anlage eingeladen. Vor etwa 100 Gästen aus der Wetterauer Bürgerschaft skizzierte Historiker Dr. Moshe Zimmermann die Entwicklung des Staates Israel seit 1948, seine zionistischen Wurzeln und den Wandel in den vergangenen Jahrzehnten. Die ursprünglich von Theodor Herzl entwickelte Idee eines dem Frieden und der sozialen Gerechtigkeit nachstrebenden, laizistischen »Erez Israel« habe sich im Laufe der Zeit stark verändert.

Es sei eine etablierte Demokratie entstanden, in der allerdings die Trennung von Staat und Religion nicht mehr konsequent zum Zuge komme. Eine sich stärker zu religiöser und nationaler Identität hinwendende Politik führe dazu, dass heute ein Fortschritt ohne Krieg kaum noch möglich scheine. Belastbare, echte Friedensverhandlungen gebe es nicht mehr. Israel wie auch seine Nachbarn hätten verschiedene Chancen – beispielsweise Camp David – dazu verpasst. Der in den Jahren des frühen Zionismus’ aufkommende Gedanke eines »Muskeljuden« im Sinne von Körperertüchtigung wie bei Turnvater Jahn habe sich gewandelt zu einer Interpretation im Sinne soldatischer Stärke. Grundsätzlich ließ Zimmermann aber an der Richtigkeit und Notwendigkeit der Existenz Israels als Staat keinen Zweifel.

Gegen jeglichen Antisemitismus

Zuvor hatte bereits Bürgermeister Klaus Kreß in seinem Grußwort betont, dass die Existenz des Staates Israel aus deutscher Sicht zur Staatsraison gehöre. Jeglicher Form des Antisemitismus sei entschieden entgegenzutreten. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, Manfred de Vries, betonte in seinem in Abwesenheit verlesenen Grußwort die Bedeutung Israels für die Juden weltweit als »Save Haven«, als sicherer Hafen. Die Vorsitzende der GCJZ, Britta Weber, hatte die Gäste mit dem Hinweis auf die unverbrüchliche Solidarität gegenüber Israel auf die Veranstaltung eingestimmt. Zum Abschluss überreichte Dr. Peter Noss im Namen der GCJZ ein Trikot des EC Bad Nauheim an den Referenten. Zimmermann ist sportbegeistert und Fußballer.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Antisemitismus
  • EC Bad Nauheim
  • Entwicklung
  • Feste
  • Klaus Kreß
  • Kriege
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Theodor Herzl
  • Bad Nauheim
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen