28. Juni 2019, 20:43 Uhr

»Zwischen Pest und Cholera«

28. Juni 2019, 20:43 Uhr
Die Gießener Straße muss rückgebaut werden. Über das Wie gibt es unterschiedliche Auffassungen. (Fotos: Dickenberger)

Der Rückbau der Gießener Straße in Ober-Wöllstadt - so wie ihn sich der Wetteraukreis vorstellt - bereitet den Gemeindevertretern weiterhin Probleme. Sie haben dem Entwurf zwar zugestimmt, allerdings nur mit knirschenden Zähnen. Die rückgebaute Straße wird den Gemeindevertretern zufolge eine zu breite Fahrbahn und zu enge Bürgersteige haben. Würde die Gemeinde selbst Rückbauen, könnte sie sich die Kosten im sechsstelligen Bereich aber nicht leisten.

Bürgermeister Adrian Roskoni sprach von einer »Wahl zwischen Pest und Cholera« bei der Entscheidung, selbst zu zahlen oder der schlechten Vorlage zuzustimmen. Oliver Kröker (CDU) kritisierte die Vorlage, weil sie die Verkehrsberuhigung kaum berücksichtige und zu wenig auf die Fußgänger achte. Lehne die Gemeinde die schlechte Vorlage ab, stünden allerdings hohe sechsstellige Kosten an. Die Fraktion stimme deshalb notgedrungen und zähneknirschend zu. Hessen Mobil müsse endlich für geeignete Bürgersteige sorgen. Bernd Hinkelmann (SPD) merkte an: »Hier fallen uns die alten Fehler auf die Füße.« Die Westumgehung sei ein grundlegender Fehler gewesen.

Umbau zusammen mit dem Kreis?

Der Rückbau muss mit dem Wetteraukreis abgesprochen werden. Die Planung muss mit zwei einspurigen Engstellen angepasst werden. Möglich ist die Erstellung einer zweispurigen Engstelle, wobei sich hier die Fahrbahnbreite von sechs Meter auf fünf Meter reduziert. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, mit technischen Hilfsmitteln - also mit Blitzern - zu reagieren, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Es gibt zumindest einseitig einen durchgehenden Gehweg, der mindestens 1,20 Meter breit ist, in weiteren Teilen sogar noch deutlich breiter. Der Vorteil einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Wetteraukreis wäre, dass über den Förderantrag schneller positiv beschieden wird. Außerdem würden auch die zwei Bushaltestellen Richtung Friedberg mitsaniert und barrierefrei ausgebaut werden. Wenn die Maßnahme nicht mit dem Wetteraukreis kombiniert umgesetzt wird, kann eine positive Bescheiderteilung nach Antragsstellung über die Förderstelle mehrere Jahre dauern.

Ärztehaus und Kulturhalle

Weitere Themen standen auf der Tagesordnung. Die neue hessische Bauordnung sieht eine neue Stellplatzordnung vor. Daher musste die alte Wöllständer Stellplatzordnung überarbeitet werden. Sie wurde angenommen. Die alte Ordnung war von 1995.

Im Zuge des Förderprogramms »Aktive Kernbereiche« wurde gemäß der Förderrichtlinien ein Fördergebiet abgegrenzt und vom Gemeindeparlament beschlossen.

Mehrere Anträge wurden in die Ausschüsse geschickt. So der Antrag der CDU, der den Gemeindevorstand beauftragt, sich mit der ärztlichen Grundversorgung zu befassen. Auch die Möglichkeit der Errichtung eines Ärztehauses sei einzubeziehen.

Der CDU-Antrag zum Klimaschutz ging in den Bauausschuss. Die Gemeinde soll einen externen Dienstleister mit einem Gutachten zum Wöllstädter Klimaschutz beauftragen.

Der Antrag der CDU zu einer Sport- und Kulturhalle ging in den Sozialausschuss. Der Antrag beauftragt den Gemeindevorstand mit der Machbarkeitsstudie zum Neubau einer Sport- und Kulturhalle. Nutzungsbedarf, Größe, Verkehrsanbindung, Nachbarschaft, Finanzierung, Folgekosten und klimaneutrale Bauweise seien zu berücksichtigen. Wöllstadt entwickle sich und wachse.

Einem CDU-Antrag zufolge sollen die Faltwände im Bürgerhaus erneuert werden. Dem Antrag wurde zugestimmt.

Der Antrag der FWG zu einem neuen Feuerwehrstandort wurde in den Bauausschuss verwiesen. Der Antrag sieht vor, dass der Gemeindevorstand ermittelt, welche neuen Standorte für die Feuerwehren infrage kommen. Insbesondere die Möglichkeit eines gemeinsamen Standorts soll überprüft werden.

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