11. Juni 2015, 18:43 Uhr

Vom Diesseits ins Jenseits: Neues Café im Jukuz

Karben (bnk). Wehe denjenigen, die das Jugendkulturzentrum in Karben betreten. Die könnten vom Diesseits ins Jenseits befördert werden, natürlich nur im übertragenen Sinn. Fürchten muss sich also niemand, eher im Gegenteil: Die Jugendlichen sollen sich im soeben eröffneten Jugendcafé »JeDi« richtig wohlfühlen.
11. Juni 2015, 18:43 Uhr
Tischkickern ist schon möglich im neuen Jugendcafé. (Foto: Barbara Newsham)

D ie Vorgeschichte dieses neuen Jugendtreffs ist ungewöhnlich: Jahrzehnte hatte es an der Stelle eine Gaststätte beziehungsweise ein Bistro gegeben. Aber die gastronomischen Betriebe rechneten sich nicht, es kamen zu wenig Gäste. Da es in der Stadt an Treffpunkten für Jugendliche direkt nach der Schule fehlte, wo sie sich zwanglos treffen und sich entweder entspannen oder ihre Hausaufgaben machen konnten, ersannen die Verantwortlichen der Stadt die Idee, aus der ehemaligen Kneipe ein Café zu machen, das zudem nicht nur Jugendlichen zur Verfügung stehen soll, sondern auch Erwachsenen, die beispielsweise dort einen runden Geburtstag feiern wollen.

Ungewöhnlich sollte auch der Einrichtungsstil sein. Als Beraterin engagierte man die Karbenerin Cynthia Nebel, die ein Interieur im modernen Industriestil schuf, der sich aber gut in das Fachwerkambiente des Jukuz einpasst.

Und so sparte Bürgermeister Guido Rahn denn auch nicht mit Lob: »Das ist ja richtig toll geworden«, freute er sich. Für das Styling habe man 25 000 Euro in die Hand genommen, bemerkte er. Aber nur mit den vielen fleißigen Helfern des Jukuz sei es möglich geworden, »alles so schön zu machen«. Es wurde sehr viel Eigenarbeit von den Mitarbeitern des Jukuz geleistet. Rahn betonte, dass dieses Geld bestens angelegt sei.

Musik und Kaffee zur Eröffnung

Auch Joscha Hudel, der sein Jahrespraktikum absolviert, begrüßte die Gäste. Hudel hat das Café mitgestaltet und eigene Ideen verwirklicht. »Für mich war das eine einmalige Gelegenheit, darüber freue ich mich sehr.« Die kleine Eröffnungsfeier wurde musikalisch umrahmt von Angela Krämer-Galande, der Zweigstellenleiterin der Musikschule, und Martin Förster, dem Leiter der Musikschule. Krämer-Galande war an der Flöte und Förster an der Klarinette zu hören. Zur Feier des Tages hatten die beiden ihre Instrumente geschmückt: Die Flöte zierte eine rote Fliege und die Klarinette eine rote Schleife. »Dies ist unser musikalischer Dank dafür, dass die Musik auch künftig hier eine Rolle spielen wird«, sagte Förster, der Jugendpfleger Tobias Ludig eine Packung Kaffee für das Café überreichte. Die Bedürfnisse der Jugendlichen lägen ihm sehr am Herzen, betonte Ludig. Er wies darauf hin, dass man eine kleine Bühne gebaut habe, die für kulturelle Veranstaltungen gedacht sei. Sie stehe jedermann offen.

Bis kurz vor der Eröffnungsfeier liefen die letzten Arbeiten auf Hochdruck. So wurden am Dienstagabend die letzten Verkabelungen gemacht und der Bildschirm aufgehängt. Und am Eröffnungstag waren noch viele Kleinigkeiten zu erledigen.

Das Café besteht aus zwei Räumen. Dies sind der ehemalige Raum der Gaststätte, in dem sich die Theke befindet, und der Raum, der früher der »offene Bereich« war. Aus diesen beiden Räumen leitet sich der Name
»JeDi« ab: Der einst offene Bereich ist jenseits des Flures und heißt deshalb »Jenseits« und der Thekenraum auf der anderen Flurseite ist »Diesseits«.

Mit dem Jugendcafé möchte man in erster Linie die 12- bis 16-Jährigen ansprechen. Hier sollen Jugendliche die Möglichkeit haben, direkt nach der Schule mit dem Jukuz-Bus von der Kurt-Schumacher-Schule ins Café zu fahren. Auch eine Möglichkeit mit dem Bus zurück zur Stadtmitte wird es geben. Die Besucher können im Café eine Kleinigkeit essen und trinken – zu taschengeldfreundlichen Preisen.

Auch die Möglichkeit, die Hausaufgaben zu erledigen, wird gegeben sein. Zur Freizeitgestaltung stehen Tischkicker, Billard, Gesellschaftsspiele, ein großer Bildschirm und eine Playstation 4 zur Verfügung. Für den Herbst ist eine eigene Eröffnungsfeier für die Jugendlichen geplant. Die Öffentlichkeit kann sich aber am kommenden Sonntag beim Selzerbrunnenfest »Born to be in Karben« von 11 bis 22 Uhr einen ersten Eindruck verschaffen.

Die Öffnungszeiten des Cafés: dienstags und mittwochs von 16 bis 20 Uhr, freitags von 16 bis 21 Uhr. Bei gutem Wetter soll das Außengelände, der ehemaligen Biergarten, bewirtschaftet sein.

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