07. März 2016, 00:03 Uhr

Kantersieg für Rahn

Karben (pe). Um 20.20 Uhr verkündete Wahlleiterin Martina Harmert das Ergebnis: Guido Rahn (CDU) hat die Bürgermeisterwahl 2016 gewonnen. Auf den Amtsinhaber entfielen 7762 Stimmen, auf seine SPD-Herausforderin Susanne Kassold lediglich 2209. Das Ergebnis wurde im Saal mit großem Applaus quittiert.
07. März 2016, 00:03 Uhr
Freude beim Kandidaten: CDU-Bürgermeister Guido Rahn geht mit einem überragenden Ergebnis in seine zweite Amtszeit. (Foto: Holger Pegelow)

Bereits knapp zwei Stunden zuvor hatte sich der Kantersieg des amtierenden Stadtoberhauptes abgezeichnet. Da lief nämlich als erstes Ergebnis das aus Rahns Heimatstadtteil Burg-Gräfenrode ein. Als auf der großen Leinwand im Bürgerzentrum 89,8 Prozent angezeigt wurden, ging ein Raunen durch den Saal. 10,2 Prozent nur hatten sich für Kassold entschieden. Und noch etwas zeigte, dass diese Wahl früh und klar entschieden war: Im Wahllokal im Bürgerzentrum, Groß-Karben III, waren rasch zwei Häuflein von Stimmzetteln gebildet worden. Auf der einen Seite ein ganz hoher mit den Kreuzchen für Rahn, auf der anderen ein weitaus kleinerer mit Kreuzchen für Kassold. Der Bürgermeister hatte diese Auszählung verfolgt und atmete tief durch. Als dann noch das Roggauer Ergebnis eingespielt wurde, war ihm die Erleichterung anzumerken.

Und so ging es fortlaufend weiter: Klein-Karben 82,5 zu 17.5 Prozent, Petterweil, einst eine SPD-Hochburg, 67,3 zu 32,7 Prozent. Gegen 19 Uhr trafen Herausforderin Kassold mit Ehemann und Sohn sowie einige Sozialdemokraten ein, allerdings weder die Ortsvereinsvorsitzende Christel Zobeley noch Geschäftsführer und Stadtverordneter Jochen Schmitt, der in den letzten Tagen mit Angriffen gegen Ersten Stadtrat Otmar Stein (CDU) für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Der Sozialdemokratin stand die herbe Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Auf der anderen Seite schüttelte Rahn immer wieder Hände, fast kumpelhaft wirkte sein Verhältnis zu vielen Parteifreunden, aber auch Vereinsvertretern und Bürgern.

Kurz vor den Genossen war der CDU-Bundestagsabgeordnete Oswin Veith eingetroffen, gegen halb acht dann kam Kreisvorsitzende Lucia Puttrich und herzte Guido Rahn. Und CDU-Stadtverbandsvorsitzender Mario Beck strahlte über das ganze Gesicht. »Das ist ein sensationelles Ergebnis«, sagte Beck. Ich hatte ja mit einem guten Ergebnis gerechnet, aber nicht mit einem so guten. In jedem Stadtteil hat Guido Rahn eine Zweidrittel-Mehrheit. Das zeigt, dass er für alle Stadtteile arbeitet und dass seine Arbeit gewürdigt wird.

Der Amtsinhaber äußerte sich offiziell erst, nachdem das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet worden war. »Ich habe schon gedacht, dass ich gewinne, die Bürger haben in den vergangenen Jahren gut reagiert auf das, was wir entschieden haben.« Er denke, das sei auch der Lohn für die harte Arbeit im Rathaus. Die letzten Tage sei er doch sehr nervös gewesen, man wisse nicht, was komme. »Aber jetzt ist klar, die Wähler wollen, dass es so weitergeht.« Das Thema Flüchtlinge habe in Karben bei der Bürgermeisterwahl keine Rolle gespielt, ist sich Rahn
sicher.

Schleche Stimmung dagegen bei den Sozialdemokraten. Herausforderin Kassold sagte, sie sei sehr enttäuscht. »Ich konnte meine Inhalte anscheinend nicht herüberbringen.« Von der Partei sei sie ausreichend unterstützt worden, glaubt sie. Die Menschen seien ihr gegenüber »völlig offen gewesen und sehr interessiert«. Es habe auch an sie kein Signal gegeben, dass es ein Problem wäre, dass sie nicht von Karben sei, sagte Kassold zur WZ. Als einen ihrer Fehler bezeichnete sie, dass sie die Themen »zu früh gesetzt« habe, »weil sie dann vom Gegner aufgegriffen werden«. Ärgerlich finde sie, dass es in Karben offenbar reiche, »über die Pläne 1 bis 6 abzustimmen, ohne richtige Bürgerbeteiligung«, sagte Kassold zum Thema neue Stadtmitte. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Görlich meinte, Rahn habe in mancher Situation auch einfach Glück gehabt. So seien die Zinsen zurzeit niedrig, da sei es kein Wunder, dass private Investoren kämen und Bauprojekte in der Stadt vorankämen.

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