01. Juli 2016, 18:33 Uhr

Wechsel an der Spitze der SPD: Bothner folgt Zobeley

Karben (pe). Die SPD Karben hat einen neuen Vorsitzenden. Jürgen Bothner folgt auf Christel Zobeley. Der Verdi-Vorsitzende soll die SPD zusammen mit einem stark verjüngten Vorstand aus dem Tal führen. Sogar zwei 17-Jährige wollen sich aktiv beteiligen.
01. Juli 2016, 18:33 Uhr
Wechsel im Vorsitz der SPD Karben: Die langjährige Chefin Christel Zobeley übergibt an den neuen Steuermann Jürgen Bothner den symbolischen Ordner. (Foto: pe)

Das hatten nur wenige erwartet: Rund ein Drittel der knapp 200 Karbener Sozialdemokraten war zur Jahreshauptversammlung in der Kloppenheimer Ratsschänke erschienen und füllten den Saal bis auf den letzten Platz. Das konnte man gewiss als ein erstes Zeichen werten, dass die Parteimitglieder den Ernst der Lage erkannt hatten. Denn die SPD hatte bei den Bürgermeister- und Kommunalwahlen ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren, woraufhin der alte Vorstand geschlossen zurückgetreten war und nur noch bis zu diesem Donnerstagabend kommissarisch im Amt geblieben war. Gleichzeitig hatte sich eine Arbeitsgruppe zur Neubestzung des Ortsvereinsvorstandes gebildet, die in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet hatte, wie sich bei der Versammlung in Kloppenheim herausstellte. Sie hatte mit Jürgen Bothner nicht nur einen neuen, sehr bekannten Vorsitzenden gefunden, sondern es bekundeten auch viele jüngere Mitglieder ihre Absicht, im künftigen Vorstand mitzuarbeiten, darunter die 29-jährige Nora Zado, die seit rund einem Jahr versucht, die Parteistrukturen neu zu organisieren.

Viel Beifall für Bothner

Bothner stellte sich zunächst den Mitgliedern vor, wobei er den Ernst der Lage deutlich machte. Es gehe »um nicht weniger als um die Zukunft der SPD in Karben«. Die Menschen sollten wieder Lust bekommen, »bei uns mitzumachen«. Bothner betonte, er trete nicht mit fertigen Antworten an. Er habe kein Patentrezept, aber er habe Erfahrungen. Und die sagten ihm: »Jedes alleinige, einsame Handeln ist dem Gemeinsamen unterlegen.« Zudem stellten sich politische Veränderungen nicht über Nacht ein. Sie brauchten Geduld und Beharrlichkeit. Er sei dafür, die Dinge klar beim Namen zu nennen. Aber wichtig sei auch, Fragen zu stellen, Bestehendes zu hinterfragen, zu fragen, wie Gutes besser gemacht werden könne. »Der neue Vorstand wird über Fragen weiter denken«, kündigte Bothner an. Dabei sei das Wahlprogramm Grundlage des inhaltlichen Handelns. An einigen Stellen seiner Vorstellungsrede brandete Beifall auf. Bei den Wahlen erhielt er dann 62 Jastimmen von
65 abgegebenen Stimmen, nur einer war gegen den 53-Jährigen, zwei enthielten sich.

Neue stellvertretende Vorsitzende ist Nora Zado, die von 64 Stimmzetteln 61-mal ein Ja-Kreuzchen enthielt, zwei sagten nein, einer enthielt sich. Zado sagte bei ihrer Vorstellung, sie wolle die SPD »für die nächste Generation öffnen«. Ein 100-Prozent-Ergebnis bekam einer, der schon dem alten Vorstand angehörte: Ludwig Gresch wurde zum Schriftführer gewählt. 62 Mitglieder stimmten ab, als es um die Position des neuen Kassierers ging: alle 62 votierten mit Ja für Kai Grunenberg.

Eine Überraschung dann die Wahl der fünf Beisitzer: Unter ihnen sind nämlich die beiden 17-Jährigen Nikita Golygiz und Marcel Kalif. Mit Helge Gottschalk gehört ein bekanntes Gesicht dem neuen Vorstand an, ebenso ist Angela Georgis bereit mitzuarbeiten. Und Anja Singer gehört gleichfalls dem neuen Vorstand an. Von den 63 abgegebenen Zetteln erhielten Kalif und Singer alle Ja-stimmen, Nikita bekam 62 Ja-Voten, Gottschalk 61 und Georgis 60.

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