10. März 2008, 10:18 Uhr

Ärger über wenig umweltbewusste Zeitgenossen

Karben (dit). Über die Unverfrorenheit wenig umweltbewusster Zeitgenossen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Müllsammelaktion, zu der die Stadt und der Naturschutzbund (NABU) am Samstag aufgerufen hatten, nur wundern.
10. März 2008, 10:18 Uhr
Während der KSV-Vorsitzende Jörg K. Wulf (r.) und der Pressesprecher des Vereins, Karl-Heinz Nowak, entlang des Promilleweges Müll sammeln, wird zwischen den auf dem Parkplatz am Ludwigsbrunnen abgestellten Autos Unrat entsorgt.

»Während wir unterwegs waren, wurde zwischen unseren auf dem Parkplatz am Ludwigsbrunnen abgestellten Autos ein Waschbecken, ein Kinderwagen und mehrere Müllsäcke entsorgt«, berichtete der Pressesprecher des KSV Klein-Karben, Karl-Heinz Nowak. Der 1. Vorsitzende Jörg K. Wulf ergänzte: »Das ist dreist.« Zusammen mit den beiden Mitgliedern der Tischtennisabteilung, Sigrid Kempkes und Beate Knigge, säuberten Nowak und Wulf den Promilleweg. Unter anderem sammelten die Sportler, die sich regelmäßig an den Aufräumaktionen beteiligen, Fußmatten, leere Wein- und Schnapsflaschen, Fast-Food-Verpackungen, Zigarettenschachteln und Taschentücher. Wulf, der im achtlosen Wegwerfen von Müll letztlich ein gesellschaftspolitisches Problem sieht, sprach von mangelnder Disziplin: »Es gibt viele Menschen, die einfach das Autofenster öffnen und ihren Abfall an den Straßenrand werfen. Sie denken, dass schon einer kommen wird, der es aufhebt.« Nowak ergänzte, dass auf diese Weise wohl versucht werde, Entsorgungsgebühren einzusparen.

Auch an anderen Stellen wurden umweltbewusste Helferinnen und Helfer, darunter Schülerinnen und Schüler der Selzerbachschule, Kinder der Kita »Matsche Pampe«, Mitglieder von Vereinen, des NABU und des BUND, fündig. Ulrike Loos (BUND), die mit Zugehörigen der Umweltschutzorganisation und weiteren Freiwilligen beidseits des Wiesenbachgrabens arglos weggeworfene Gegenstände auflas, darunter Elektroschrott wie Bügeleisen und Wasserkocher, eine Satellitenschüssel und ein leeres Ölfass, berichtete: »Insgesamt haben wir 40 Säcke gefüllt.« Ärgernis habe auch eine das Naturschutzgebiet durchquerende Reiterin erregt. »Als sie von uns auf die Bedeutung des Hinweisschildes angesprochen wurde, antwortete sie, nicht gewusst zu haben, dass im Naturschutzgebiet Reitverbot gilt.

Dass das Betreten während der Brut- und Setzzeit generell untersagt ist, war ihr auch nicht bekannt.« Laut Heinz Schülke (BUND) ist die Menge des Mülls in etwa gleich geblieben. Diese Einschätzung teilte Dr. Jürgen Becker (NABU), der mit zahlreichen Mitwirkenden am Ortsrand von Rendel Streuobstwiesen, Bornwiesengraben und Scharmühlgraben reinigte. »Nach zweimaligen Müllsammelterminen im Herbst hat sich gezeigt, dass in dieser Jahreszeit etliche Stellen wegen Brennnesselbewuchses oder belaubten Büschen nicht richtig eingesehen werden konnten. Deshalb wurde die Aktion wieder ins Frühjahr verlegt«, erläuterte Becker, der unter anderem eine komplette, original verpackte Sushi-Mahlzeit fand. Lothar Beier teilte mit, dass die Straßenränder von unzähligen leeren Piccolo-, Schnaps- und Bierflaschen verunreinigt wurden. Herbert Klug (NABU) resümierte: »Es ist entsetzlich, was dort alles landet«, und plädierte dafür, verstärkt auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Uschi Jacobsen (BUND) beklagte: »Die Bürger halten ihre Grundstücke sauber. Was auf der Straße geschieht, scheint aber niemanden zu interessieren.«

Erster Stadtrat Dr. Gerd Rippen, der am Wiesenbachgraben auf Ablagerung von Teerpappe, Maschendraht und Wellbedachung stieß und in diesem Zusammenhang von Gewässerverunreinigung sprach, würdigte das Engagement der freiwilligen Umweltschützer, die sich zum Mittagessen im Jukuz versammelten. Laut Rippen werden die Müllsäcke von Mitarbeitern der Stadt abgefahren.

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