13. November 2013, 12:18 Uhr

Sieben neue Mitarbeitende im ökumenischen Besuchsdienst

Karben (bf). »Wir bilden Samariter aus, die sich vor Ort für Menschen in Not und Einsamkeit einsetzen«, sagte Pfarrerin Elke Neumann-Hönig in der evangelischen St.-Michaelis-Kirche in Klein-Karben. In der Wetterau tragen diese »Samariter« den Namen »Mitarbeitende im ökumenischen Besuchsdienst«. Sieben von ihnen wurden nach einer einjährigen Ausbildung in ihre neue Aufgabe gesandt.
13. November 2013, 12:18 Uhr
Im Segnungsgottesdienst (v. l.): Pfarrerin Gisela Theis, Gerda Gresser (Karben), Birgit Klatt, Michele Kraus (Karben), Norbert Greulich (Karben), Beate Kehr (Frankfurt), Corinna Nickoll (Dortelweil), Leah Frey-Rabine (Bönstadt) und Pfarrerin Elke Neumann-Hönig. (pv)

Leah Frey-Rabine (Niddatal-Bönstadt), Gerda Gresser (Karben), Norbert Greulich (Karben), Beate Kehr (Frankfurt), Birgit Klatt (Karben), Michele Kraus (Karben) und Corinna Nickoll (Bad Vilbel-Dortelweil). Annette Hermann (Altenstadt) war verhindert und wird zu einem späteren Zeitpunkt in einem Gottesdienst im Bürgerhospital gesegnet.

Ein Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit sind Besuche im Johanniterstift Karben, wo auch der Kurs stattfand. Doch sie betreuen auch Menschen vom Diakonieverein Karben oder Patienten des Bad Nauheimer Hochwaldkrankenhauses, außerdem kranke oder einsame Menschen in der eigenen Gemeinde. Nicht selten wird da aus einem Schwätzchen ein echtes Seelsorgegespräch. Darum schicken die Kirchen ihre Mitarbeitenden gut vorbereitet in diese Aufgabe: Gesprächstechniken, Fachwissen über Demenz, Grenzen der eigenen Belastbarkeit oder auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhältnis zu Krankheit und Tod waren nur einige Themen auf dem Lehrplan. Schon einige Jahre leiten die evangelischen Klinik-Pfarrerinnen Gisela Theis und Elke Neumann-Hönig die Ausbildung und unterstützen die Besuchsdienstmitarbeiter auch danach in einer regelmäßigen Supervisionsgruppe.

Spezielle Kenntnisse muss niemand mitbringen, gerade die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe machen die Diskussionen während der Ausbildungstreffen interessant. Diesmal waren darunter beispielsweise eine Orthoptistin, eine Gemeindesekretärin eine Opernsängerin und ein Diplom-Ingenieur. Der war im Kurs der einzige Mann: Im Rentenalter suchte Norbert Greulich nach einer neuen Herausforderung – und fand sie im Besuchsdienst: »Als Mann der Technik habe ich mich früher vor solchen Aufgaben nach Möglichkeit gerne gedrückt«, gibt er freimütig zu.

Doch wenn er etwas macht, dann macht er es richtig: So hat er nach den ersten Kontakten im Johanniterstift gleich eine Männergruppe gegründet. Der jüngste Teilnehmer ist 68, der älteste 99 Jahre, »aber geistig topfit«. Nun wollen sie sich regelmäßig treffen und einander in Form eines Erzählcafés von ihren reichen Lebenserfahrungen berichten.

Auch Leah Frey-Rabine hat eine Veränderung ihrer Interessen zum Besuchsdienst geführt. Seit den siebziger Jahren arbeitet die gebürtige Amerikanerin aus Minnesota als Opernsängerin und Gesangslehrerin in Deutschland. Doch nach einer familiär bedingten Pause reizte die Rückkehr auf die Bühne auf einmal nicht mehr so.

»Meine jüdische Seele ließ mir keine Ruhe« – so schloss sie sich einer liberalen
jüdischen Gemeinde, dem »Egalitären Minjan in der jüdischen Gemeinde Frankfurt«, an und begann eine Ausbildung zur »Chasan«, der Kantorin, die gemeinsam mit einem Rabbi oder einer Rabbinerin den Gottesdienst leitet. »Ich bin wohl die einzige Wagnersängerin der Welt, die Kantorin wird«, lacht sie.

Ihre Ausbildung dazu kommt aus den USA und erfolgt weitgehend online. Seelsorge gehört auch dazu – das kann man aber nicht allein im Internet lernen. So machte sie sich auf die Suche nach einem passenden Praxisumfeld und stieß »über sieben Ecken« auf Pfarrerin Theis und den ökumenischen Besuchsdienst. Nun hat sie als erste Jüdin gemeinsam mit evangelischen und katholischen Teilnehmern den Kurs abgeschlossen. Bereichernd war dabei auch ihre Erfahrung kultureller Unterschiede.

Informationen zum nächsten Ausbildungskurs erhalten Interessenten bei Pfarrerin Theis, Tel. 0 60 31/6 21 57, E-Mail: theis.friedberg@gmx.de.

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