21. Mai 2014, 18:18 Uhr

Angepeilter Jahresumsatz greifbar

Karben (pm/jas). Acht Niederlassungen weltweit zählt der Veranstaltungsdienstleister »satis&fy« inzwischen. Mehr als 400 Mitarbeiter sind für das Karbener Unternehmen, das seinen Sitz an der Dögelmühle hat, im Einsatz.
21. Mai 2014, 18:18 Uhr
Werfen einen Blick auf das erste Geschäftshalbjahr (v. l.): Jörg Wittig von der Initiative Gemeinwohl-Ökonomie Rhein-Main, Vorstand Dirk Vennemann, Umweltwissenschaftlerin Britta May und Vorstand Nico Ubenauf. (Foto: pv)

Der Fuhr- und Materialpark ist einer der größten und modernsten der Branche. Mit dem Konzept der »one-stop-solution« ist »satis&fy« auf die ganzheitliche technische Beratung, Planung und Umsetzung professioneller Veranstaltungen und Messen spezialisiert. Außer Licht-, Ton- und Bildtechnik zählen auch Eventdekoration, Möbel, Werbegestaltung, Messe- und Sonderbau, Design und Logistik zum Angebot.

Anfang der Woche legte das 1993 gegründete Unternehmen im Rahmen einer Halbjahrespressekonferenz aktuelle Zahlen vor. Nach einem Gesamtumsatz von 45,1 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012/2013 befindet sich die Firma bereits Mitte des laufenden Geschäftsjahres »im Zielkorridor des angepeilten Jahresumsatzes in Höhe von 50 Millionen Euro«, formulierte Vorstand Nico Ubenauf. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2013/2014 habe das Unternehmen einen Umsatz von 24,3 Millionen Euro erzielt. »Das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr mit 20,4 Millionen Euro«, sagte Ubenauf. Er wies vor allem auf die positive Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal hin. Erstmalig nach sieben Jahren sei man in diesem ebenfalls profitabel. Dabei erreichte das Unternehmen von Januar bis März einen Umsatz von 13,2 Millionen Euro (Vorjahresquartal: 8,9 Millionen Euro).

Im Team besser aufgestellt

Maßgeblich für den positiven Geschäftsverlauf seien gut gefüllte Auftragsbücher sowohl bei den Corporate Events als auch im Bereich Live Entertainment gewesen. »Wir sind ambitioniert ins neue Geschäftsjahr gestartet, aber dass sich der Jahresauftakt so gut entwickelt, hätten wir nicht gedacht«, sagte Ubenauf. Grundlegende Veränderungen habe die Festanstellung vieler freier Mitarbeiter bewirkt. Der Aufbau eines Corporate-Development-Teams schreite nach dem Rückzug von Gründer und Vorstand Kai Weiberg aus dem aktuellen Tagesgeschäft ebenso schrittweise voran. »Wir haben uns im Team besser aufgestellt, können Projekte zielgerichteter angehen und dadurch Entscheidungen beschleunigen.«

Für die Zukunft hat sich »satis&fy« vorgenommen, noch kundenorientierter zu arbeiten und das neue Dienstleistungssegment »Preferred Partnership Services« auszubauen, das die Großkundenbetreuung im Blick hat. »Wir wollen konsequent nach Kunden und Projekten Ausschau halten, die dem Unternehmen Stabilität und eine nachhaltige Geschäftsentwicklung sichern«, sagte Ubenauf. Als positive Beispiele führte er die Zusammenarbeit mit dem Sportartikelhersteller Nike und der Deutschen Bank an.

Der Standortausbau in den USA habe sich ebenfalls zu einer Erfolgsstory entwickelt. »2012 haben wir eine Niederlassung in Portland aufgebaut, um in der Nähe des Nike Hauptsitzes zu sein«, erklärte Ubenauf. Die Umsatzziele seien damals bereits nach sechs Monaten deutlich übertroffen worden. Seit Anfang des Jahres unterhält »satis&fy« auch ein Büro in Brasilien, insbesondere um das laufende Geschäft während der Fußballweltmeisterschaft abzuwickeln. »Brasilien ist im Aufwärtstrend, da wollen wir natürlich nicht fehlen.« 2016 steht mit Olympia ein weiteres Großereignis ins Haus.

Besiegelt ist der Zusammenschluss des Karbener Unternehmens mit dem Neusser Veranstaltungstechnik-Dienstleister »Lightcompany«. Vor zwei Monaten unterzeichnete »satis&fy« einen »Letter of Intent« mit dem Unternehmen, das 2013 mit 35 Mitarbeitern einen Umsatz von fünf Millionen Euro erzielte. Ende Mai soll die rechtliche, finanzielle und wirtschaftliche Umsetzung endgültig geklärt sein.

In der Pflicht sieht sich »satis&fy« gegenüber Mitarbeitern, Kapital und Gemeinwohl. Der schlichte Wunsch nach Größe könne nicht Weg zum Ziel sein, sagte Ubenauf. Als erstes Unternehmen der Eventbranche veröffentlichten die Karbener daher auf freiwilliger Basis eine Gemeinwohlbilanz, die nicht den finanziellen, sondern den ethisch-sozialen Wert einer Firma beurteilt und anhand von 17 Indikatoren wie ökologische Nachhaltigkeit, demokratische Mitbestimmung und gesellschaftliche Transparenz bewertet.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos