05. Oktober 2008, 19:06 Uhr

Nach zehn Runden: Steffi Bahr ist die »Kerb-Lies«

Niddatal-Kaichen (udo). Zu den Höhepunkten im Niddataler Kulturleben zählt der Bunte Abend zur Kerberöffnung in Kaichen, der von den Vereinen gestaltet wird. In diesem Jahr setzten die Musikzüge Kaichen und Bönstadt, Solisten und Gruppen der »Weiberfassenacht« sowie die beiden Gesangvereine mit dem Herrenballett der »Eintracht« Akzente.
05. Oktober 2008, 19:06 Uhr
Ganz schön stark: die Damen beim »Kerb-Lies-Kontest«. (Fotos: udo)

Niddatal-Kaichen (udo). Zu den Höhepunkten im Niddataler Kulturleben zählt der Bunte Abend zur Kerberöffnung in Kaichen, der von den Vereinen gestaltet wird. In diesem Jahr setzten die Musikzüge Kaichen und Bönstadt, Solisten und Gruppen der »Weiberfassenacht« sowie die beiden Gesangvereine mit dem Herrenballett der »Eintracht« Akzente.

Und gewählt wurde kein »Kerb-Bursch«, sondern die »Kerb-Lies«. Nach diversen Kampfrunden, die im Verkosten von Spirituosen, Ansaugen von angeleinten Gummibärchen, Hämmern, Eisbecherstapeln und anderen Disziplinen bestanden, gewann nach Stechen unter zehn Konkurrentinnen Steffi Bahr knapp vor Kerstin Heck und Jutta Roth. Letztere lag lange vorn, gab dann aber wegen konditioneller Schwächen angesichts der Getränke auf. Zwischendrin musste das Publikum wegen gravierender organisatorischer Mängel seitens der »Heringe« das »Kaicher Kerblied« anstimmen.

Endlich schwebte dann doch die Siegerin auf dem »Fliegenden Teppich« glückselig durch den vollen Saal. »Allen, die mitgemacht haben, wird heute Nacht mit Sicherheit schlecht«, versicherte eine Teilnehmerin.

Zum Auftakt hatten Fußballer und Feuerwehr unter Mitwirkung der Musikzüge den Kerbbaum geholt und aufgestellt. Im Saal starteten die Musikzüge mit Evergreens in den Abend und setzten auf Bitten von Vereinsringchef Stefan Koschorr eine Zugabe drauf.

Zum ersten Liedvortrag kam die von Daniel Sans geleitete »Eintracht« in Blau und Schwarz auf die Bühne, ließ einen »lieben, guten Jäger« durch den Hainwald laufen und setzte sich gegen den am Bühnenrand allgegenwärtigen Kinderlärm durch. Mit dem Spiritual »Syjahamba« zog der 125 Jahre alte Jubiläumschor in die Ferne. Die wie alle Formationen des Abends von Kathrin Hahn trainierten »Tanzmäuse« zeigten ihre »Mary-Poppins«-Nummer mit Karine Merz als Schornsteinfeger. Nach der Zugabe zog die junge Truppe zum Orangensaft an die Sektbar.

Die »Einigkeit« (die 100 Jahre alt ist) stimmte dann ruhigere Töne an und sang unter Vizeleiter Stefan Koschorr vom »Bajazzo« und verließ nach einem fröhlichen Weinlied wieder die Bühne.

Von nun an bestimmten die Karnevalisten vollends das Programm. Nach einer Umbaupause bejubelte das Publikum den Trip des Herrenballetts »Die Heringe« in den hinteren Orient. Erland Frech wirbelte wie ein Derwisch und das Publikum hatte seine Freude an bunten Kostümen, einer schnellen Abfolge von Titeln und dem Esprit der Darstellung, die sogar noch Mendelssohns "Hochzeitsmarsch" problemlos ins Geschehen integrierte.

Nach der Zugabe der Formation, die in Köln bei der Deutschen Meisterschaft unter 50 Ensembles den achten Platz belegte, sang Silvia Kraft-Vetter über Böhmen als Ursprungsort der Musik sowie über den »Stern« der verjährten Karnevalsaison.

Die »Ladybirds« folgten als Bauchtanzgruppe in kleiner Besetzung den orientalischen Vorgaben des Herrenballetts; Ingeborg Martin stellte sich als »Hausmeister« eher abendländisch vor und bestach durch den drastischen Kaichener Umgangston im Verein mit Wirklichkeitssinn und Gemütstiefe.

Der Abend wurde allseits gelobt und die neue »Kerb-Lies« nahm freudig die vielen Glückwünsche entgegen.



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