24. Juni 2011, 18:55 Uhr

Verändert Biogasanlage das Kaichener Ortsbild?

Niddatal-Kaichen (udo). Die Parlamentarier haben am Dienstag in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, dass der Planungsentwurf zum Bebauungsplan für die Biogasanlage bei Kaichen nach den Beratungen, die stattgefunden haben, öffentlich ausgelegt wird.
24. Juni 2011, 18:55 Uhr
In der Nähe der Maschinenhalle und des Bullenstalls will der Investor an der Erbstädter Höhe seine Biogasanlage errichten. (Foto: udo)

Dann könnten auch wieder Vorbehalte gegen das Projekt angebracht werden, denn nicht alle sind für die Anlage.

Die Biogasanlage soll am Hang der Erbstädter Höhe 400 Meter vor Kaichen errichtet werden. Ende April hatte Familie Merz, auf deren Gelände die Anlage gebaut werden soll, zu einem Info-Abend in die Maschinenhalle neben dem Bullenstall an der Kreisstraße eingeladen.

Die Anregungen, die von der Öffentlichkeit und den Behörden bei der ersten Offenlage vorgebracht wurden, sollen in den neuen Entwurf aufgenommen werden, kündigte Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel in der Stadtverordnetenversammlung an. Der Bebauungsplan war Ende März beschlossen worden, die Beteiligung der Öffentlichkeit fand im Mai statt. Während der Parlamentssitzung wies Hertel auf einige Einwände der Bürger und der Behörden hin. Ein Problem werde in der exponierten Lage der Anlage gesehen. Der Bauausschuss und der Magistrat hätten sich dafür ausgesprochen, bei der Offenlegung des Planungsentwurfs diese Bedenken zu berücksichtigen.

Erland Kalbhenn (SPD) machte auf den nach seinen Worten problematischen Standort der geplanten Anlage aufmerksam. Das Ortsbild werde massiv verändert, zumal die Silotürme aus allen Richtungen zu sehen seien. Die Anlage läge zu nah am Ort, der bereits von diversen Anlagen umgeben sei. Das Naturschutzgebiet Krebsbachtal würde eingeengt, und auch die dort vorgesehenen Ausgleichsflächen überzeugten ihn nicht. Sinnvoller erscheine es ihm, die Biogasanlage bei Ilbenstadt zu erweitern, sagte Kalbhenn. In Kaichen reiche die Kreisstraße für das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen nicht aus. Da auch das Wärmekonzept nicht einleuchte, würde »dem Dorf mit dieser Biogasanlage mehr Schaden als Nutzen zuteil«.

Dieter Eisenberg (Grüne) sprach grundsätzlich positiv über Biogasanlagen. Ein Drittel der Ackerflächen stehe in Deutschland für die Energiegewinnung zur Verfügung. Er plädierte für den Bau der Biogasanlage bei Kaichen, auch wenn sich ein Nahwärmenetz dort nicht lohne. Michael Hahn (CDU) verglich die Biogasanlagen der Wetterau miteinander, bezeichnete den Standort auf der Erbstädter Höhe als »keinesfalls ungünstig« und betonte, landwirtschaftliche Transporte, die die Kritiker anprangern, fänden auch bisher bereits statt.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos