16. August 2010, 11:10 Uhr

Tag der offenen Tür beim Aero-Club Bad Nauheim

Bad Nauheim/Ober-Mörlen (caj). Klitzekleine Punkte am Himmel verwandeln sich in Figuren mit bunten Fallschirmchen und schließlich in vier ausgewachsene Fallschirmspringer, die unter dem Jubel der Zuschauer auf der Rollbahn des Flugplatz Ober-Mörlen landen.
16. August 2010, 11:10 Uhr
Das Feuerwerk und das Ballonglühen versetzt die Zuschauer ins Staunen. (Foto: uc)

In einer Hommage an die Zellhäuserin Käthe Paulus, die den Sprung mit Schirm um 1900 als Erste wagte, läutete der Aero-Club Bad Nauheim am Samstagnachmittag seinen Tag der offenen Tür ein. Der Traum vom Fliegen stand im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung. Wir erzählen eine kleine Geschichte der Fliegerei quer durch die Jahrzehnte«, sagte der Erste Vorsitzende des Aero-Clubs, Andreas Staubi. Bevor das Flug-Programm losging, gab’s Begrüßungsworte von Landrat Joachim Arnold und Ober-Mörlens Bürgermeister Sigbert Steffens. Das ehrenamtliche Engagement der Flieger beweise, dass der Aero-Club Bad Nauheim kein Verein der Millionäre sei, sagte Arnold und gratulierte dem Club zum 60-jährigen Bestehen. Auch der Rathauschef zeigte sich begeistert und stolz; die Fliegerei sei eine Bereicherung für seine Gemeinde: »Fliegen ist kein elitärer Sport mehr, für die Ober-Mörler Kinder ist das inzwischen selbstverständlich.«

Im Zeichen der swingenden Zwanziger wurde der Schulgleiter »OSC Wasserkuppe« von einer Gruppe freiwilliger »Gummihunde« an Gummiseilen in die Luft gezogen. Aus den Lautsprechern dröhnte die entsprechende Musik, die einige Besucher zum Hüften schwenken animierte. »Ich hätte nicht gedacht, dass sie wirklich abhebt«, sagte Moderator und Aero-Club-Mitglied Hermann Kerzendorf lachend ins Mikrofon, bevor er das erste Highlight des Tages ankündigte: »Wir haben für euch einen Lufthansa-Airbus A380 klargemacht.« Hunderte fragende Gesichter blickten gen Himmel. Die strahlende Sonne brannte in den Augen. Der Airbus sei aus Tokio im Anflug auf Frankfurt. Der Pilot habe eingewilligt, einen kleinen Umweg über Ober-Mörlen zu fliegen. Zwei Minuten später glitt der fliegende Riese über die staunenden Gesichter hinweg. »Tiefer darf er gar nicht«, rief Kerzendorf begeistert in sein Mikrofon, während DJ Hanno Breitenfelder die Spannung musikalisch untermalte.

Neben Oldtimer-Fliegern waren auch Autos des Allgemeinen Schnauferl-Clubs Friedberg und Hessen zu bestaunen. »Was ist denn die Zitrone, die da rumfährt?«, kommentierte Kerzendorf einen knallgelben Oldtimer, der zur Präsentation in Richtung Rollbahn fuhr. Nach Baujahren geordnet standen die Autos neben den fliegenden Oldtimern. »Es sind einige Paarungen zusammengekommen«, freute sich der Vorsitzende des Allgemeinen Schnauferl-Clubs Landesgruppe Hessen, Dr. Ralph Scheffler, der zusammen mit seiner Gattin im letzten überlebenden Modell des englischen AC 16/70, Baujahr 1937, vorfuhr. Die 30er Jahre waren eingeläutet und versprachen eine weitere Sensation am Himmel. Während die Moderatoren Kerzendorf und Jan Biehler vom Aero-Club sowie Jan Henrik Wolf, Vizepräsident des Allgemeinen Schnauferl-Clubs, mit Oldtimer-Geschichten das Publikum bei Laune hielten, wurden im Hintergrund zwei Doppeldeckerflieger und das Schnellreiseflugzeug der Marke Messerschmitt startklar gemacht. Motto: »›Taifun‹ mit Spielkameraden. « Minuten nachdem die Klassiker abgehoben waren, demonstrierte die »Taifun«, mit Airboss Benno Herrmann am Steuer, dass sie schneller ist als ihre Altersgenossen »FW 44 Stieglitz« und »Boeing PT 17 Stearman«, die von Hans Jürgen Storck und Staubi gesteuert wurden. Letzterer blieb alleine in der Luft, um bei einem Kunstflug mit weißem Rauch Muster in den Himmel zu malen. Looping, Sturzflug und Kopfüber-Fliegen kommentierte das Publikum mit Raunen. »Mit einem 70 Jahre alten Doppeldecker traut der Staubi sich so einiges«, lobte Kerzendorf seinen Kollegen und legte sich ins Gras, um das Spektakel am Himmel zu genießen.

Jasmin Droste und Sandra Markefski aus Rockenberg hatten sich in weiser Voraussicht mit einer Picknickdecke ausgerüstet. »Der Kunstflug war richtig schön«, sagte Markefski, deren zweijähriger Sohn Adrian mit einer Modellflugzeugfernbedienung angerannt kam. »Ich will Pilot werden«, rief Adrian. Seine Spielkameraden Laura (4) und Niklas (2) stimmten lautstark zu. Diesen Traum teilen auch die Nachwuchspiloten Oliver Stern (18) aus Steinfurth und Max Breitenfelder (15) aus Langenhain. »Mein Vater fliegt gerade«, erzählte Max. Für die Jugendlichen bedeute fliegen einen Adrenalin-Kick. »Es ist eine Art Abenteuer«, sagte Oliver. In den letzten 3 Tagen hätten sie beim Aufbau mit angepackt. »Pilot werden - das wäre nicht schlecht«, meinte Oliver und fügte hinzu: »Die verdienen ordentlich Geld.« Das »Ballonglühen«, bei dem sechs Heißluftballons im Takt zu FFH-Musik mit Propangas erleuchtet wurden, und das Höhenfeuerwerk waren im wahrsten Sinne der Worte die Highlights des Abends.

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