14. August 2008, 18:00 Uhr

Einziger Gegner ist diesmal der Stimmzettel

Rosbach v. d. H. (mm). Wird er's, oder wird er es nicht? Eigentlich ist die Antwort einfach: Ja, er wird es. Gäbe es da nicht die Option, mit Nein zu votieren. Die Rede ist von der Bürgermeister-Direktwahl am 24. August. Der amtierende Rathauschef Detlef Brechtel (parteilos) ist bekanntlich der einzige Bewerber, weil sich keiner traut, gegen ihn zu kandidieren. Doch für seine fünfte und letzte Amtszeit de facto »gewählt« ist der 66-Jährige trotz eines fehlenden Gegenkandidaten noch nicht.
14. August 2008, 18:00 Uhr

Brechtels einziger Gegner könnte heuer der Wahlzettel werden. Auf dem gibt es die Möglichkeit mit »Ja« für oder mit »Nein« gegen den amtierenden Bürgermeister zu stimmen. So sieht es die Hessische Gemeindeordnung vor. Hier heißt es in Paragraf 39, Absatz 1c: »Ist nur ein Bewerber zur Wahl zugelassen und lauten nicht mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen auf ›Ja‹, ist das Wahlverfahren einschließlich der Wahlvorbereitung zu wiederholen.« Die Wahlberechtigten können also auch diesmal von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und aktiv ihren Willen bekunden: Erhält Brechtel am 24. August mehr Nein- als Ja-Stimmen, wäre er nicht der neue Bürgermeister, sondern eine Neuwahl fällig. An der dürfte Brechtel als Kandidat allerdings wiederum teilnehmen, heißt es dazu auf Anfrage im Hessischen Innenministerium.

Derzeit bemühen sich die Brechtel-Befürworter, die Wähler zum Urnengang aufzufordern mit dem Hinweis, dem Bürgermeister die Stimme zu geben, damit er am Ruder bleibt. Ähnlich gehen die Brechtel-Gegner vor. Sie werden nicht müde zu betonen, der Bürger möge zur Wahl gehen und mit »Nein« votieren, damit Brechtel nicht gewählt ist.

Bei mehr als 50-Prozent Nein-Stimmen am 24. August wäre Brechtel übrigens nicht »abgewählt«, wie bisweilen kolportiert wird. Immerhin gewählt werden müsste dann noch einmal. Eile wäre mit Blick auf das Ende der Amtszeit geboten, damit in diesem Jahr noch eine zweite Bürgermeisterwahl über die Bühne gehen könnte; die aktuelle Amtszeit endet am 31. Dezember. Ob die Rosbacher Parteien – allen voran die mit Brechtel verkrachte CDU – in diesem Wiederholungswahl-Fall in der Lage sein werden, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, darf bezweifelt werden.

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