09. Juli 2010, 18:22 Uhr

Mais-Labyrinth soll Besucher in die Irre führen

Rosbach-Rodheim v. d. H. (sky). Schon als Kind träumte Daniela Muhle von einem eigenen Mais-Labyrinth. Nun erfüllt sich die 47-jährige Rodheimerin ihren Kindheitstraum schon zum zweiten Mal.
09. Juli 2010, 18:22 Uhr
Daniela und Benny Muhle mit einem Bild des Mais-Labyrinths bei der 1200-Jahr-Feier vor fünf Jahren.

Auf einem 1,2 Hektar großen Acker hinter der Erich-Kästner-Schule, den Bauer Moscherosch ihr und ihrem Mann Benny einen Sommer lang überlässt, entsteht derzeit ein raffiniert ausgetüftelter Irrgarten. Ab Samstag, 24. Juli, dürfen Erwachsene und Kinder hier ihren Orientierungssinn auf die Probe stellen.

»Zur 1200-Jahr-Feier von Rodheim hatten wir zusammen mit Dirk Springenberg vom Verein ›Fantastische Welten‹ unser erstes Labyrinth entworfen«, erzählt Daniela Muhle. »Nicht alle waren damals auf Anhieb von unserer Idee begeistert, aber hinterher hat es doch den meisten gefallen.« Hatte sie anfangs lediglich gehofft, »mit einer schwarzen Null« aus der Sache herauszukommen, so blieben am Ende sogar 500 Euro übrig, mit denen ein Projekt für therapeutisches Reiten unterstützt wurde. »In diesem Jahr soll der Erlös an die SG Rodheim für den Bau der neuen Drei-Feld-Sporthalle fließen«, sagt sie.

Da lag es nahe, das Areal in drei Felder aufzuteilen, die auf den Verwendungszweck hinweisen: »Schaut man sich die Anordnung der Wege von oben an, dann sind in der Mitte die Buchstaben S und G zu erkennen, rechts steht der Name Rodheim, und links ist die Herzkammer, denn schließlich sind wir mit ganzem Herzen bei der Sache«, erklärt Benny Muhle. Auf dem großen Plan, der vor ihm auf dem Tisch liegt, sind 173 Längs- und 101 Querlinien eingezeichnet: »Das sind die Maisreihen, die in 75 Zentimeter Abstand und in exaktem 90-Grad-Winkel gesät wurden.« Bauer Lempp aus der Nachbarschaft hatte sich im Frühjahr bereit erklärt, das Saatgut einzubringen und mit seiner riesigen Maschine die Präzisionsarbeit zu leisten. Am Schreibtisch wurden dann die Standorte der Pflöcke (alle zehn Reihen im Quadrat) festgelegt, die beim späteren Anlegen der Wege als Orientierungshilfe dienten. Anhand der Beschriftung auf den Hölzern wussten die Helfer später genau, an welchem Punkt im Koordinatensystem sie sich befanden und welche Pflanzen sie zu entfernen hatten. Sorgfalt, Umsicht und Geduld gehörten dabei zu ihrem unverzichtbaren Rüstzeug. Denn: »Was einmal ausgerissen ist, wächst hinterher nicht mehr an«, sagt Benny Muhle.

Er hat auf dem Papier die herzförmige Kammer samt Adern entworfen, eine Pyramide mit Grabkammer nahm gedanklich Gestalt an, und schließlich drehte sich alles um das »kleine Rad«, das zusammen mit dem »großen Rad« die Besucher des Labyrinths in die Irre führen soll. »Erwachsene sind manchmal in ihrem Ehrgeiz gekränkt, wenn sie nicht binnen 16 Minuten den kürzesten Weg zur Mitte schaffen«, weiß seine Ehefrau. »Die Kinder nehmen es in der Regel viel lockerer, wenn sie mal in eine Sackgasse geraten.« Was für die einen ein riesiges Vergnügen werden soll, ist für die Spaßmacher im Vorfeld mit viel Arbeit verbunden. So verhinderten heftige Wolkenbrüche Anfang Juni gerade zu jenem Zeitpunkt das Anlegen der Wege, als es eigentlich keinen Aufschub mehr hätte geben dürfen. »Der Mais darf nicht höher als 30 Zentimeter gewachsen sein, sonst findet man die Koordinaten nicht mehr.« Dank engagierter Helfer hat man es aber doch noch geschafft.

Ein Turm in der Mitte des Irrgartens

In den letzten Wochen vor der Eröffnung des Labyrinths werden die Muhles noch einmal kräftig Hand anlegen: »Dann müssen wir an beiden Seiten der Wege die überhängenden Blätter kürzen«, sagt Daniela Muhle. Und noch eine große Arbeit steht bevor: Aus einem großen Stapel Paletten, die schon angeliefert wurden, wird auf dem Platz in der Mitte des Labyrinths ein großer Turm entstehen, der sieben Wochen lang Besucher anlocken soll.

Bis zum 18. September soll das Labyrinth samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet sein, für Gruppen auch nach Vereinbarung während der Woche. Bislang sind vier Sonderveranstaltungen zu den Themen Märchen, Musik, Historie und Vampire geplant. Los geht’s am Samstag, 24. Juli, um 14 Uhr mit dem Märchenspiel »1001 Nacht«.



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