10. Dezember 2010, 10:52 Uhr

Geschichtsblätter ein Drittel dicker als gewohnt

Rosbach v. d. H. (sky). Über 60 Seiten stark ist die 26. Ausgabe der Rosbacher Geschichtsblätter. Sie ist damit rund ein Drittel dicker als gewohnt und die umfangreichste, die es seit Bestehen der Reihe gibt. Das Heft verspricht einen Einblick nicht nur in das Vereinswesen, sondern auch in Freizeittrends der letzten 160 Jahre.
10. Dezember 2010, 10:52 Uhr
Die Lokalhistoriker und Bürgermeister Detlef Brechtel stellen das neue Heft vor. (Foto: sky)

Rosbach v. d. H. (sky). Über 60 Seiten stark ist die 26. Ausgabe der Rosbacher Geschichtsblätter. Sie ist damit rund ein Drittel dicker als gewohnt und die umfangreichste, die es seit Bestehen der Reihe gibt. Das Heft verspricht einen Einblick nicht nur in das Vereinswesen, sondern auch in Freizeittrends der letzten 160 Jahre. Alfred Keller vom Heimat- und Geschichtsverein (HGV) hat das umfangreiche Werk geschaffen. Nun wurde es von Mitgliedern des Vereins und Bürgermeister Detlef Brechtel vorgestellt.

Von 1849 (Gesangverein Frohsinn Ober-Rosbach) bis 2009 (Helferinitiative Rosbach und Rodheim) hat die Stadt 63 Vereinsgründungen vorzuweisen. Nicht alle haben die Zeit überdauert. »Es war uns wichtig, auch die erloschenen Vereinsaktivitäten aufzunehmen, um die bunte Vielfalt in unserer Stadt aufzuzeigen«, sagt der HGV-Vorsitzende Werner Schumacher. »Eigentlich hätten es zwei Hefte sein müssen«, ergänzt Keller. Monatelang hatte er in Festschriften gelesen, Anfragen an noch existierende Vereine geschickt oder ältere Mitbürger besucht, die Fotos und Erinnerungen parat hatten.

Frank Lompa ist einer von denen, die gemeinsam mit Keller und anderen Helfern über ein Jahr hinweg das zusammengetragene Material aufbereitet hatten. Auch für die Ehrenamtlichen Kurt Hurrle, Gudrun Schäfer und Helga Schneider komme der Betrachtung der 160-jährigen Vereinshistorie aus Ober- und Nieder-Rosbach eine besondere Bedeutung zu. »Hier geht es nicht nur um die Anzahl der Vereine in unserer Stadt, sondern auch darum, über einen größeren Zeitraum hinweg die Trends in den Freizeitbeschäftigungen zu beleuchten.« Auch Umbrüche durch Kriegs- oder Besatzungszeiten sowie die eingreifenden Vorgaben der herrschenden Regime ließen sich erkennen. »Anhand der Vereinsaktivitäten ist ein roter Faden für die politische und soziale Situation - nicht nur in Rosbach - zu erkennen«, sagte Schumacher. Habe es früher den Volksbildungsverein, die Wanderlust oder den Verein für Schutz- und Gebrauchshunde gegeben, so hätten sich heute auch Tennis- und diverse Fördervereine (zum Beispiel für Kitas, Schulen oder Kirchengemeinden) einen Platz erobert. Manch einer sei nach kurzer Blütezeit schon wieder auf der Strecke geblieben. In Sachen Fördervereine scheine der Trend allerdings nach oben zu zeigen. »Das liegt wohl daran, dass öffentliche Zuschüsse nicht mehr so fließen wie früher«, vermutete Brechtel.

Er bescheinigte den Lokalhistorikern eine Arbeit, die »wissenschaftlichen Anforderungen durchaus Stand halten« könne. »Sie leisten als Ehrenamtliche eine historisch wertvolle Arbeit - zum Beispiel bei der Pflege und Aufarbeitung des städtischen Archivs. Das hätte die Stadt aus eigenen finanziellen Mitteln nicht erbringen können.« Damit das auch weitergehen könne, miete die Stadt in Kürze weitere Räume an, um die Arbeitsbedingungen der Lokalhistoriker zu optimieren. Der Alte Wehrturm nahe der Ober-Rosbacher Stadtkirche, in dem zurzeit die Bücherei, Bestände aus fremden Archiven sowie das Büro untergebracht sind, soll demnächst in eine Heimatstube umgewandelt werden. Hier soll Kindern und Erwachsenen die Heimatgeschichte Rosbachs anschaulich präsentiert werden. Die Bürotätigkeiten werden in die Friedberger Straße 1 ausgelagert. Das Stadtarchiv bleibt in der Konrad-Adenauer-Straße. »Damit verfügt der Heimatgeschichtsverein künftig über drei nahe beieinander liegende Standorte«, so Brechtel.

Die neueste Ausgabe der Geschichtsblätter gibt es für 8 Euro bei Papierlädchen Ratzefummel und Metzgerei Simon in Nieder-Rosbach, in Ober-Rosbach bei Metzgerei Meuser, Friseursalon Krämer und Haus- und Gartengeräte Monika Funk sowie im Bürgerbüro. Eine DVD mit allen 26 Ausgaben gibt es zum Preis von 38 Euro beim Heimatgeschichtsverein (E-Mail: kontakt@hgv-rosbach.de).

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