15. Mai 2012, 12:28 Uhr

Kapersburgschüler flöten für das Zirkusprojekt

Rosbach v. d. H. (sky). Helle Flötenklänge erfüllten kürzlich die Adolf-Reichwein-Halle, wo rund 75 Kinder der Klassen 3 und 4 der Kapersburgschule zusammen mit Schulleiterin Beate Schumacher zum Konzert eingeladen hatten.
15. Mai 2012, 12:28 Uhr
Mit Konzentration und dem Blick auf die Vorspieler gelingt Beethovens »Ode an die Freude«.

»Wir flöten für das Zirkusprojekt« stand auf dem selbst gebastelten Plakat, das die Grundschüler am Eingang aufgestellt hatten. Im September wird – sofern bis dahin genug Spendengeld zusammengekommen ist – ein Zirkustrainer die Schulkinder besuchen und mit ihnen eine Woche lang Kunststücke einüben. In drei Vorstellungen am darauffolgenden Wochenende werden die Nachwuchsakrobaten dann das Erlernte vor Publikum präsentieren.

»Es gibt Kinder, die sind in Mathe oder Deutsch zwar keine Helden, aber sie haben anderweitige Stärken, die es wert sind, entdeckt zu werden«, sagt Schumacher. Sowohl in der Musik als auch beim Zirkus gebe es vielfältige Möglichkeiten, Motivationen zu fördern. »Kinder, die sonst eher unscheinbar wirken, erfahren hier Anerkennung für Fähigkeiten, die bei der Notengebung normalerweise nicht im Vordergrund stehen.« Häufig würden solche kleinen Erfolgserlebnisse mehr Lernwilligkeit auch in anderen Bereichen nach sich ziehen.

Die Schulleiterin ist stolz auf ihre Flötenkinder. »Sie haben keine Noten und flöten alle nur nach Gehör«, erklärt sie. Per Lautsprecher wird die Grundmelodie eingespielt, und dann ist volle Konzentration auf die Vorspieler gefragt. Da steht das »Banana Boat« genauso auf dem Programm wie das »Te deum« oder »Kein schöner Land« – alles mit erstaunlichem Gleichklang. Schumacher: »Die Schüler hören genau hin und orientieren sich an meinen Griffen.« Seit August 2010, als sie die Leitung der Kapersburgschule übernahm, hat sie sukzessive rund 250 klangreine, und dennoch spülmaschinenfeste Flöten angeschafft. Etwa zehn Prozent davon sind in »F« gestimmt (also Altflöten), der Rest ist Sopran. Ab der 2. Klasse hat jedes Kind die Möglichkeit, das Instrument spielerisch zu erlernen. »Wir müssen gar nicht erst werben, denn die Kinder kommen von allein auf uns zu und fragen, wann sie endlich anfangen dürfen«, hatte Konrektorin Juliane Firuozi kürzlich erst verlauten lassen. Auch sie ist begeistert davon, dass das Interesse bei den Sechs- bis Zehnjährigen so groß ist. »Eigentlich gibt es kein Kind, das hier nicht mitmachen möchte.«

Für die Schüler der vierten Klassen war es das letzte Mal, dass sie von der Bühne aus Eltern und Geschwister, Onkel oder Tanten mit ihrer Musik erfreuen durften. Nach den Sommerferien wird eine weiterführende Schule sie aufnehmen. Die Flöten bleiben zurück, damit andere Schüler sie (nach vorangegangener Grundreinigung) wieder in Empfang nehmen dürfen. Für Laurin und Jannik, für Robin oder Marcel ist aber eines klar: Sie werden der Musik treu bleiben. »Ich will danach ein Schlagzeug haben«, verkündet Laurin. Ebenso wie Marcel hat er Spaß am Rhythmus bekommen. Jannik will den Blasinstrumenten treu bleiben: »Jetzt wünsche ich mir ein Saxofon.« Robin zieht es da eher zur Posaune hin. Die beiden Mütter Bettina Hölzer und Sylvia Klamp freuen sich über den musikalischen Anschub, der ihren Söhnen hier zuteil wurde. Beide haben Keyboard gelernt. »Nun steht einer FamilienBand ja nichts mehr im Wege.«

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