15. Juli 2018, 22:15 Uhr

Audi-Coup in Zandvoort

15. Juli 2018, 22:15 Uhr
Titelverteidiger Rene Rast hat im zehnten Saisonlauf in Zandvoort für den ersten Audi-Sieg des Jahres gesorgt. (Foto: dpa)

Mit einem gewagten Taktik-Coup hat Titelverteidiger René Rast Audi aus der Ergebniskrise im Deutschen Tourenwagen Masters befreit. Der 31-Jährige aus Minden holte am Sonntag im zehnten Saisonlauf in den Dünen von Zandvoort den ersten Sieg des Jahres für den Autobauer, nachdem er die Konkurrenz mit einem Reifenwechsel schon in der ersten Runde überrumpelt hatte. »Das war ein Befreiungsschlag, die letzten Wochen waren hart«, sagte Rast, der von Startplatz drei zum vierten DTM-Sieg seiner Karriere gefahren war. Der Gesamtführende Gary Paffett musste sich im Mercedes mit Platz zwei begnügen.

Damit verpasste es der Brite auch, als erster Fahrer seit Einführung des neuen Modus mit zwei Rennen pro Wochenende im Jahr 2015 an beiden Tagen Pole Position und Rennsieg zu erobern. Dennoch baute der 37-Jährige mit seinem fast perfekten Wochenende, an dem er 49 Zähler holte, seine Führung im DTM-Klassement aus. »Davon hätten wir nicht einmal träumen können«, sagte Paffett. Er liegt nach Abschluss der ersten Saisonhälfte nun mit 148 Punkten 27 Zähler vor seinem britischen Mercedes-Kollegen Paul di Resta, der am Sonntag als Dritter ins Ziel kam.

Für Mercedes lief das Wochenende auf dem welligen Kurs fast optimal. Angeführt von Paffett rasten die Autos des schwäbischen Herstellers am Samstag zu einem Vierfach-Erfolg – das hatte es in dieser Saison noch nicht gegeben. Doch die Stimmung im Mercedes-Lager war trotz der sportlichen Dominanz nicht ungetrübt. Pascal Wehrlein, der 2015 als jüngster Fahrer den DTM-Titel gewonnen hatte und nach zwei Jahren in der Formel 1 wieder zurück in der Serie ist, sorgte mit einem Wutausbruch für Ärger. Der 23-Jährige warf Werkskollege Paffett vor, ihn in der Qualifikation behindert zu haben.

Offenbar nagt an Wehrlein zunehmend die Sorge, sich nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes in der Formel 1 nicht für neue Jobs empfehlen zu können, wenn Mercedes aus der DTM aussteigt. Im Rennen am Sonntag führte er zwar für einige Runden, kam aber nicht über Platz sechs hinaus.

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