31. Oktober 2017, 22:36 Uhr

BVB nimmt Trostpreis ins Visier

Beim BVB wächst der Unmut. Nur ein Sieg über Außenseiter Nikosia kann verhindern, dass das Krisengerede beim wankenden Revierclub lauter wird. Im Vergleich dazu geht es bei RB Leipzig vor der Reise nach Porto harmonisch zu – trotz der beiden Niederlagen gegen die Bayern.
31. Oktober 2017, 22:36 Uhr
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Von DPA
Erinnerung an das Hinspiel: Nach dem 1:1 in Nikosia verlassen die Dortmunder um Mario Götze enttäuscht und nachdenklich den Platz. Heute muss für den BVB ein Sieg her. (dpa)

Zweifel in Dortmund, Zuversicht in Leipzig – mit unterschiedlichen Gemütslagen gehen die beiden Bundesligisten in das vierte Gruppenspiel der Champions League. Anders als bei den Sachsen, die mit einem Sieg am Mittwoch (20.45 Uhr) in Porto als Tabellenzweiter einen großen Schritt Richtung K.-o-Runde machen können, sind die Chancen des Revierclubs auf ein Überwintern in der Königsklasse selbst bei einem Heimsieg im zeitgleichen Duell mit APOEL Nikosia nur noch gering. »Wir sind alle keine Träumer. Jetzt geht es darum, den dritten Platz zu festigen«, bekannte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Nach bisher nur einem Zähler aus drei Spielen nimmt der BVB den Trostpreis Europa League ins Visier. Schließlich rangieren die Gruppengegner aus Madrid und London bereits sechs Punkte vor der Borussia. Und der derzeitige Negativtrend macht das Fußball-Wunder noch unwahrscheinlicher. Denn die noch in den ersten Saisonwochen heile Dortmunder Welt ist gehörig ins Wanken geraten – ausgerechnet vor dem nationalen Gipfel gegen den FC Bayern München. »Wir müssen sehen, dass wir wieder in die Spur kommen und erwarten eine Reaktion der Mannschaft«, kommentierte Zorc.

Nicht nur das 1:1 im Hinspiel vor zwei Wochen beim punktgleichen Außenseiter aus Zypern schärft die Sinne. Nach dem bedenklichen Auftritt in Hannover (2:4), mit dem die Bundesliga-Tabellenführung verspielt wurde, bat Peter Bosz sein Team zum Rapport. Die Einstellung der Profis wird öffentlich hinterfragt, ist jedoch nicht der einzige Kritikpunkt: Auch die fehlende Flexibilität des Trainers, der trotz der Flut an Gegentreffern und nur einem Erfolg aus den vergangenen fünf Pflichtspielen unbeirrt an seinem mutigen 4-3-3-System mit hochstehender Abwehr festhält, provoziert Widerspruch. »Wenn wir gegen Nikosia gewinnen, spricht keiner mehr von Krise«, kommentierte Bosz.

Dagegen geht es bei den Leipzigern harmonischer zu. Doch im zweiten Spiel in der Fremde darf sich der Bundesliga-Dritte gegen den 27-maligen portugiesischen Meister FC Porto eine weitere Niederlage nicht erlauben. Durch den 3:2-Hinspielerfolg hat RB vier Punkte, Porto drei. An der Spitze liegt Besiktas Istanbul, das nach drei Siegen in drei Spielen mit einem weiteren Erfolg gegen die AS Monaco den Einzug in die K.-o.-Runde bereits klarmachen kann.

Die Leipziger stimmten sich mit einer Planänderung in der herbstlich-kühlen Heimat auf das heiße Auswärts-Duell ein. In langen Hosen und teilweise mit Mütze absolvierten die Spieler am Dienstagmorgen bei gerade mal sieben Grad in Leipzig die Abschlusseinheit und verzichteten auf das Training am Abend im Estádio do Dragão bei spätsommerlichem Wetter. Coach Ralph Hasenhüttl ist sich auch so sicher: »Wir haben auch in der Champions League gezeigt, dass wir in der Lage sind, dort zu bestehen.« Warum er so kurzfristig den Ablaufplan änderten, verriet der Coach nicht. Selbst ein Unentschieden wäre – zumindest im direkten Vergleich mit den Portugiesen im Kampf um den zweiten Platz – aber fast schon wie ein Sieg. »Um den Vergleich mit Porto zu gewinnen, reicht ein Punkt. Nach dem Spiel weiß ich, ob ich damit zufrieden bin oder nicht«, sagte Hasenhüttl.



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