12. Dezember 2018, 23:10 Uhr

Champions League

Beim BVB sitzt auch der zweite Anzug

12. Dezember 2018, 23:10 Uhr

»Alles traumhaft« – Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fasste den Champions-League-Gruppensieg von Borussia Dortmund trefflich zusammen. Mächtig stolz war er nach dem 2:0 (1:0) bei AS Monaco. Zu Recht: Dass im letzten Vorrundenspiel doch noch der Sprung an die Tabellenspitze glückte, passte zur Erfolgsstory der vergangenen Monate. In der Bundesliga vor dem Herbstmeistertitel, in der Königsklasse vorn – in Dortmund macht sich eine Aufbruchstimmung breit, die an glorreiche Zeiten unter Jürgen Klopp zu Beginn dieses Jahrzehnts erinnert.

Beim Revierrivalen Schalke 04 dagegen gibt es trotz des 1:0 (0:0) gegen Lokomotive Moskau interne Dissonanzen: Sportvorstand Christian Heidel wehrt sich gegen Überlegungen von Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, ihm einen Kaderplaner oder externen Experten zur Seite zu stellen. Heidel: »Ich habe viele Bewerbungen bekommen. Und die bekommen dann auch, wenn sie schriftlich erfolgen, eine Antwort: dass da kein Bedarf besteht. Punkt.« Heidel kritisierte offen, dass die Tönnies-Gedankenspiele durch einen Bericht der »Bild« an die Öffentlichkeit gelangt seien. Immerhin bezeichnete Heidel es als »völlig legitim«, dass »der Aufsichtsratschef sich auch mal Gedanken macht oder eine Idee hat«. Doch das Geplänkel dürfte bei den Gelsenkirchenern mit Blick auf den enttäuschenden 13. Liga-Tabellenplatz auch abseits des Fußball-Geschehens für Unruhe sorgen. Gegenteiliges liefert der BVB, wo aktuell einfach alles stimmt: Selbst mit einer B-Mannschaft blieb das Team auf Erfolgskurs. »Genau die Spieler, die nicht so oft zum Zuge kommen, geben nicht nach, sondern zeigen, was sie auch im Training zeigen. Damit treiben sie die Mannschaft nach vorne«, befand Außenverteidiger Marcel Schmelzer, der nach wochenlanger Zwangspause sein Comeback feierte. Watzke meinte: »Man hat gesehen, dass auch der zweite Anzug passt.« Vor allem Doppel-Torschütze Raphael Guerreiro (15./88. Minute) nutzte die Chance, sich für weitere Startelf-Einsätze zu empfehlen.

Domenico Tedescos Schalker traten gegen Moskau gleichfalls mit einem ersatzgeschwächten Team auf. Die über weite Strecken trostlose Vorstellung diente aber kaum als Wiedergutmachung für das 1:2 im Derby gegen Dortmund. Immerhin bescherte Alessandro Schöpf mit seinem Last-Minute-Tor den Königsblauen den Sieg. Den Gruppenzweiten erwartet bei der Achtelfinal-Auslosung am Montag ein schwereres Los als den BVB, bei dem nur eines bitte nicht kommen soll: Ex-Coach Klopp. Watzke sagte: »Liverpool in der nächsten Runde müsste jetzt nicht unbedingt sein.«

Klopp sah unterdessen etwas mitgenommen aus, aber er strahlte. Sein FC Liverpool hatte sich gerade mit einem 1:0 gegen den SSC Neapel in die K.-o.-Phase gezittert. »Ich bin mir nicht sicher, ob jemals ein Trainer stolzer auf seine Mannschaft war, als ich es im Moment bin«, schwärmte Klopp. »Gemeinsam mit dem Publikum, mit diesem Stadion, das war einfach außergewöhnlich, und die Jungs haben ein überragendes Spiel gemacht.« Dies gelang auch dem französischen Meister Paris Saint-Germain, der sich mit Trainer Thomas Tuchel durch das 4:1 bei Roter Stern Belgrad den Gruppensieg vor Liverpool sicherte.

Liverpools 1:0-Sieg in Anfield war das minimal notwendige Ergebnis und hochverdient. Genau genommen hätten die Reds sogar deutlich höher gewinnen können oder müssen. Mohamed Salah, der in der 34. Minute das einzige Tor erzielte, Sadio Mané und Verteidiger Virgil van Dijk vergaben mehrere hochkarätige Chancen. Und in der Nachspielzeit zeigte Torwart Alisson Becker, warum die Reds im Sommer mehr als 70 Millionen Euro für ihn bezahlt haben. Der brasilianische Nationalkeeper parierte mit einer Glanztat einen der seltenen Torschüsse Napolis von Arkadiusz Milik. »Wenn ich gewusst hätte, dass Alisson so gut ist, hätte ich das Doppelte bezahlt«, scherzte Klopp am BBC-Mikrofon. »Das Tor, das Mo erzielt hat – was für ein Tor, unglaublich – aber die Parade, die Ali gezeigt hat, dafür hab ich keine Worte. Das war heute Abend der Lebensretter.«

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