02. November 2017, 23:26 Uhr

Der Kampf mit dem eigenen Unvermögen

Ein Rückschlag nach dem anderen: Borussia Dortmund und RB Leipzig schwächeln auch in der Champions League und müssen darum kämpfen, überhaupt international zu überwintern.
02. November 2017, 23:26 Uhr
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Von DPA
Tief enttäuscht hockt Dortmunds Mario Götze beim Schlusspfiff auf dem Rasen. (Foto: dpa)

Das Achtelfinale der Königsklasse in fast unerreichbarer Ferne, selbst der Trostpreis Europa League nicht sicher. Borussia Dortmund und RB Leipzig kämpfen in der Champions League weiter mit dem eigenen Unvermögen. »Wir machen es uns selbst kaputt, weil wir zwei Standards fressen«, meinte RB-Kapitän Willi Orban nach dem 1:3 beim FC Porto. Der BVB gab mit dem 1:1 gegen Fußball-Zwerg APOEL Nikosia eine miserable Empfehlung für den Bundesliga-Schlager gegen den FC Bayern ab.

Beide Teams bestätigten den Eindruck der bisherigen internationalen Saison: Mit den deutschen Clubs ist – bis auf München – nicht viel Staat zu machen. Leipzig und Dortmund ist mit vier beziehungsweise zwei Punkten nach vier Spielen noch nicht einmal der dritte Platz sicher. Zumal der BVB noch gegen Tabellenführer Tottenham Hotspur und bei Real Madrid antreten muss.

Mit ihrer Geduld langsam am Ende sind auch die Dortmund-Fans, die den Auftritt am Mittwochabend mit Pfiffen quittierten. Zumindest in einer Hinsicht konnte Trainer Peter Bosz der anhaltenden Formkrise seines Teams für Samstag Positives abgewinnen: »Vielleicht kommt das Spiel gegen die Münchner zum richtigen Moment. Vielleicht erwartet man weniger von uns.«

Nur Raphael Guerreiro (29. Minute) traf gegen den Außenseiter, Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang ging zum vierten Mal in Serie leer aus. Ähnlich wie Bosz hofft auch Nuri Sahin nun auf ein befreiendes Erfolgserlebnis. »Die Partie gegen die Bayern kommt eigentlich perfekt. Da kann man mit einem Spiel sehr viel gerade biegen«, sagte der Mittelfeldspieler am Donnerstag nach dem morgendlichen Training. Demonstrativ stärkte er dem zuletzt für seine offensive Ausrichtung kritisierten Trainer den Rücken: »Das Vertrauen der Mannschaft zu ihm hat null komma null gelitten.«

Auch die Leipziger ärgerten sich maßlos über sich selbst. Nicht mal die Rückreise lief für RB nach Plan. Der Co-Pilot fiel krankheitsbedingt aus, der Flug sollte am Tag nach der womöglich vorentscheidenden Niederlage über drei Stunden später starten. Dabei geht es für Leipzig in der Bundesliga bereits am Samstag weiter gegen Hannover 96.

Den Leipzigern droht nun das Ende der wundersamen Reise durch Europa zumindest in der Meisterklasse. »Es ist Wahnsinn, dass wir uns mit schlecht verteidigten Standards um die Früchte unserer Arbeit bringen«, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Und nach vier Treffern von den fünf Gegentoren durch Porto nach Standardsituationen ist die größte Schwäche derzeit auch für die Konkurrenz in der Bundesliga offensichtlich. »Das ist einfach unnötig. Da machst du dir einfach die Spiele kaputt«, sagte Offensivkraft Marcel Sabitzer. Tröstlich für den Coach der Leipziger war immerhin das Tor-Comeback von Timo Werner nach gut fünf Wochen: »Das tut einem Stürmer enorm gut.«



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