22. Oktober 2017, 22:03 Uhr

Ein überragendes Spiel

2:2 nach 0:2 – Eintracht Frankfurt hat gegen Tabellenführer Borussia Dortmund das mit Abstand beste Heimspiel dieser Saison gezeigt. Jetzt kann sich die Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte festbeißen.
22. Oktober 2017, 22:03 Uhr
Völlig »losgelöst von der Erde« feiert Mijat Gacinovic (2. v. l.) den 2:2-Ausgleichstreffer seines Eintracht-Kollegen Marius Wolf (r.) gegen Borussia Dortmund. Sébastien Haller und Branimir Hrgota (l.) jubeln mit. (Foto: dpa)

Der Vergleich von Fredi Bobic war lustig, aber nicht ganz passend. Bei dem verrückten 2:2 (0:1) zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund sei es zeitweise zugegangen »wie bei den Alten Herren«, sagte der Frankfurter Sportvorstand hinterher. Bobic meinte damit, dass es in diesem Spiel irgendwann gar keine taktischen Fesseln, dafür aber eine Torchance nach der anderen gab. Tatsächlich aber war dieser Nachmittag so rasant und dynamisch, dass ein Alt-Herren-Spieler dabei keine zwei Minuten durchgehalten hätte. Es war das mit Abstand beste Eintracht-Heimspiel der Saison.

»Das war ein Leckerbissen, da war alles mit dabei: Kampf, Offensivfußball, tolle Fans«, meinte auch Kevin-Prince Boateng. »Das war ein überragendes Spiel ohne Wenn und Aber.«

Es war immerhin der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, gegen den die Eintracht nach Gegentoren von Nuri Sahin (19.) und Maximilian Philipp (57.) schon mit 0:2 zurücklag, ehe ihr innerhalb von nur vier Minuten der Ausgleich durch ein Elfmeter-Tor von Sebastien Haller (64.) und den ersten Saisontreffer von Marius Wolf (68.) gelang.

»Meine Mannschaft hat 90 Minuten lang ein Top-Spiel gegen eine Top-Mannschaft gezeigt«, sagte Frankfurts Trainer Niko Kovac hinterher. »Ich hoffe, dass sie dadurch sieht, dass sie gegen Top-Mannschaften bestehen kann und gegen vermeintliche Nicht-Top-Mannschaften auch so gut spielen muss.«

So langsam erinnert die Eintracht wieder an die Hinrunde der vergangenen Saison, als sie mit einer völlig neu zusammengewürfelten Mannschaft die Liga aufmischte. Aktuell steht sie nach neun Spieltagen auf Platz sieben. Bereits am Dienstag geht es im DFB-Pokal zum Regionalligisten FC Schweinfurt 05. An den beiden darauffolgenden Freitagabenden haben die Frankfurter dann die Chance, sich im Derby bei Mainz 05 und im Heimspiel gegen Werder Bremen vorerst in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.

Sogar die Stärken der Eintracht ähneln jenen der vergangenen Saison. Sie ist körperlich sehr robust und taktisch enorm flexibel. Sie kann einen eigentlich überlegenen Gegner völlig entnerven wie beim 1:0-Sieg bei Borussia Mönchengladbach. Sie kann ihn aber auch in eine offene »Schlacht bis zur letzten Sekunde« (David Abraham) zwingen, wie an diesem Samstag gesehen. Die spielerischen Defizite dieses Teams fielen in beiden Spielen kaum ins Gewicht.

Eine weitere Parallele zum Vorjahr ist allerdings auch das große Verletzungspech. Denn zu den Langzeitausfällen wie Omar Mascarell, Alexander Meier oder Marco Fabian kam an diesem Wochenende auch noch Timothy Chandler hinzu. Der 27-Jährige zog sich gegen Dortmund einen Riss des Außenmeniskus zu und muss jetzt am rechten Knie operiert werden. Wie lange der Außenverteidiger genau ausfallen wird, lässt sich erst nach der Operation einschätzen.

Eigentlich leistet sich die Eintracht den Luxus, gleich drei Spieler für die rechte Abwehrseite auf der Gehaltsliste zu haben. Doch jetzt sind alle drei verletzt. Denn Danny da Costa hat einen Sehnenanriss im rechten Oberschenkel, Yanni Regäsel muskuläre Probleme.

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