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Haas-Erfolgsstory in Stuttgart endet

Liebevoll nahm Tennis-Altstar Tommy Haas seine Tochter Valentina auf den Schoß, als sie nach seinem Abschied in Stuttgart plötzlich bei der Pressekonferenz auftauchte. »Sie ist der größte Grund, warum ich das noch mache«, sagte der 39-Jährige und streichelte ihr übers Haar. Die Sechsjährige lächelte und klatschte für Papas Worte auf dem kleinen Podium leise Beifall. Das 4:6, 4:6 im Viertelfinale gegen Mischa Zverev hatte Papa Haas jedoch ebenso wie seiner Tochter weniger Spaß gemacht als der großartige Moment mit dem Klasse-Auftritt gegen Roger Federer zwei Tage zuvor.
16. Juni 2017, 22:21 Uhr
DPA
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Gemeinsam mit Tochter Valentina sitzt Tommy Haas nach seinem Ausscheiden in Stuttgart auf der Pressekonferenz. (Foto: dpa)

Liebevoll nahm Tennis-Altstar Tommy Haas seine Tochter Valentina auf den Schoß, als sie nach seinem Abschied in Stuttgart plötzlich bei der Pressekonferenz auftauchte. »Sie ist der größte Grund, warum ich das noch mache«, sagte der 39-Jährige und streichelte ihr übers Haar. Die Sechsjährige lächelte und klatschte für Papas Worte auf dem kleinen Podium leise Beifall. Das 4:6, 4:6 im Viertelfinale gegen Mischa Zverev hatte Papa Haas jedoch ebenso wie seiner Tochter weniger Spaß gemacht als der großartige Moment mit dem Klasse-Auftritt gegen Roger Federer zwei Tage zuvor.

Nach seinem letzten offiziellen Match auf der Anlage des TC Weissenhof hatte es die aktuelle Nummer 302 der Welt eilig. Direkt nachdem ihm Mischa Zverev mit dem ersten Matchball ein Stückchen weiter Richtung Tennis-Rente geschickt hatte, stellte er sich den Fragen. »Kein Sportler verliert gern. Es kann sein, dass noch ein Schläger kaputtgehen wird«, sagte er enttäuscht. »Im Großen und Ganzen ist es eine schöne Woche gewesen. Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Es geht in die richtige Richtung.« Noch in diesem Jahr will Haas seine Karriere beenden.

Vor fast voller Kulisse auf dem 6000 Zuschauer fassenden Center Court hatte Haas am Freitag phasenweise sein Können demonstriert, sein erstes Halbfinale seit drei Jahren aber verpasst. »Das sind die Momente, für die man spielt. Vor 50 Zuschauern muss ich gar nicht antreten«, sagte der Wahlamerikaner. »Von der Kondition her war es eigentlich kein Problem. Ich hoffe, dass der Körper weiter mitmacht.«

Wie Haas musste auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber seine Sachen packen, um zum nächsten Turnier ins westfälische Halle weiter zu reisen. Mit 4:6, 6:2, 3:6 scheiterte der Augsburger am Franzosen Lucas Pouille. Mischa Zverev, der ältere Bruder von Top-Ten-Spieler Alexander Zverev, ist einziger verbliebener deutscher Teilnehmer bei dem Rasenturnier und spielt am Samstag gegen den Spanier Feliciano Lopez um das Erreichen des Endspiels. »Ich bin glücklich, wie ich hier aufgetreten bin«, meinte die deutsche Nummer zwei. Im zweiten Halbfinale stehen sich Pouille und Landsmann Benoit Paire gegenüber.

Ganz in Weiß gekleidet hatte Haas dem deutlich fitteren Zverev nicht genug entgegenzusetzen. Der Tennis-Oldie trug das Cap wie ein Teenager verkehrt herum, aber manchmal wirkte sein Auftreten wie in Zeitlupe. Nach zwei Dreisatzmatches in den ersten Runden zog der gebürtige Hamburger sein Service oft mit einem Tempo von rund 150 km/h nicht voll durch und schlug teils klar langsamer auf als Zverev. Sein zweites Aufschlagspiel verlor er durch einen verschlagenen Schmetterball. War Zverev an der Reihe, hatte er selten Chancen. »Ich habe die wichtigen Punkte nicht gemacht«, haderte Haas.

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