19. Juli 2017, 22:20 Uhr

Fußball

KSC geht als absoluter Favorit in die Saison

19. Juli 2017, 22:20 Uhr
Will mit dem KSC in die 2. Liga zurück: Trainer Marc-Patrick Meister.

Vor dem Auftakt im deutschen Profi-Fußball lastet sämtlicher Krönungsdruck in der Jubiläums-Meisterschaft der 3. Fußball-Liga auf dem Karlsruher SC. Der Zweitliga-Absteiger gilt unter den 20 Trainern nahezu einstimmt als Topanwärter auf den Aufstieg und KSC-Coach Marc-Patrick Meister lässt auch keine Zweifel zu: »Unser Ziel ist es, eine gute Runde zu spielen und den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga zu schaffen.«

Der MSV Duisburg hat es vorgemacht in der vergangenen Saison – mit den Meiderichern verabschiedeten sich Holstein Kiel und der SSV Jahn Regensburg in die zweite Liga. Dafür kamen der KSC und die Würzburger Kickers von oben nach unten. Zwei Absteiger waren es nur – FSV Frankfurt und FSV Mainz 05 II – , weil der TSV 1860 München nicht die erforderlichen Zahlungsnachweise hinterlegte und nun in der vierten Liga spielt. Die Löwen hatten in der Relegation gegen Regensburg das Nachsehen gehabt. Die schlagzeilenträchtige Attraktion aus der bayrischen Landeshauptstadt blieb der Liga verwehrt.

Braucht sie wohl auch gar nicht. »Die größten Pfunde der 3. Liga sind die Vielzahl an Traditionsvereinen und die ausgeprägte Ausgeglichenheit. Langeweile gibt es hier nicht«, schreibt, lobt und wirbt der Deutsche Fußball-Bund auf seiner Homepage über und für die Liga, deren Gründung im September des deutschen Sommermärchen-Jahres 2006 beschlossen worden war.

Seit der Saison 2008/2009 gibt es in Deutschland drei Profiligen. Was praktisch immer garantiert ist: Garantiert ist nichts. Der Kampf um die Aufstiegsplätze ist meist keine exklusive Angelegenheit, das Feld dicht zusammen. In der vergangenen Saison lagen fünf Spieltage vor Schluss zwischen Platz zwei und Platz neun gerade mal fünf Punkte. Die jetzigen Prognosen der Trainer widersprechen zumindest im Fall des ersten und auch zweiten Platzes dem bisherigen Trend: Neben dem KSC gelten die Würzburger als nächster Kandidat, 14 Trainer tippten in der DFB-Umfrage auf die Kickers.

FC Magdeburg bescheiden

Coach Stephan Schmidt gibt sich allerdings noch zurückhaltend. Auf die Frage, ob der Wiederaufstieg das klare Ziel als Absteiger sein, antwortete er mit einem klaren: »Nein. Solche Einschätzungen beruhen auf Oberflächlichkeit. Im Normalfall mag es das Ziel eines Zweitliga-Absteigers sein. Wir sind aber kein gewöhnlicher Absteiger.« So wie er selbst bei den Kickers ist auch die Mannschaft zu großen Teilen neu.

Noch bescheidener formulierte sein Kollege Jens Härtel vom 1. FC Magdeburg, einem von sieben Vereinen aus den Bundesländern der ehemaligen DDR, das Saisonziel. Vom Aufstieg – wie ihn einige seiner Kollegen dem ehemaligen Europapokalsieger zutrauen – ist noch keine Rede. Selbst nachdem oder vielleicht auch eben weil der 1. FCM in den vergangenen beiden Spielzeiten als Vierter jeweils scheiterte. »Wir wollen erst einmal die nötigen Punkte für den Klassenverbleib sammeln«, sagt Härtel.

Wie die Mannschaften ihre Ziele umsetzen, wer sich wie im Kampf gegen den Absturz in den Amateur-Fußball schlägt – die Fans können es neuerdings vollumfänglich verfolgen. Die Deutsche Telekom überträgt alle Partien live und auf Abruf. (Foto: dpa)

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