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Manfred Burgsmüller ist tot

Manfred Burgsmüller war, so sagte er selbst, ein »komischer Fußballer«. Wem das zu negativ war, der nannte den quirligen Blondschopf liebevoll das größte Schlitzohr der Bundesliga-Geschichte. Burgsmüller war ein Pott-Original, seinen einzigen Meistertitel holte er aber mit Werder Bremen.
20. Mai 2019, 22:46 Uhr
SID

Manfred Burgsmüller war, so sagte er selbst, ein »komischer Fußballer«. Wem das zu negativ war, der nannte den quirligen Blondschopf liebevoll das größte Schlitzohr der Bundesliga-Geschichte. Burgsmüller war ein Pott-Original, seinen einzigen Meistertitel holte er aber mit Werder Bremen.

Nun ist »Manni«, wie ihn alle riefen, überraschend im Alter von 69 Jahren in Essen gestorben. Sein langjähriger Klub Borussia Dortmund bestätigte am Montagabend eine Meldung der »Bild«. Demnach soll sein früher Tod ein natürlicher gewesen sein. Zuletzt ging es Burgsmüller nicht mehr gut. Wie die Bild berichtete, litt er an Arthrose in den Füßen, ging am Stock. 21 Jahre als Bundesliga-Profi hatten Spuren hinterlassen, ebenso, dass er auch danach nicht vom Leder lassen konnte. Dies war am Schluss nicht mehr rund, sondern ein Ei, als Burgsmüller bei Rhein Fire noch mit 52 Jahren als Kicker auflief und als ältester Football-Profi der Welt galt. Den letzten seiner 213 Bundesliga-Treffer, die viertmeisten überhaupt, erzielte er mit fast 40 Jahren für Werder Bremen. Da passt es, dass er an jenem Samstag starb, an dem Claudio Pizarro zum ältesten Bundesliga-Torschützen der Geschichte wurde.

Um Burgsmüller war es zuletzt stiller geworden. Er war ein Original, aber keines, das in den Vordergrund drängte. Vielleicht ist das einer Laufbahn geschuldet, in der er Tor um Tor schoss, und dennoch stetig unter dem Radar flog. »Man konnte mich keiner Position zuordnen. Bis heute weiß man wohl nicht, ob Burgsmüller eine Nummer neun oder ein Zehner war«, sagte er dem Blog »Jawattdenn« seines Ex-Klubs Rot-Weiß Essen.«

Otto Rehhagel glaubte an Burgsmüller, grub ihn bei Rot-Weiß Oberhausen in der 2. Bundesliga für Werder aus. »Und zur Krönung wurde ich dann im hohen Fußballer-Alter endlich Meister!« 1988 war das. Werder läutete damit goldene Jahre ein, auch deshalb wollten sie Burgsmüller an der Weser ein Denkmal errichten. Doch dies hatte er sich schon selbst gesetzt. Mit einem Tor im Jahr 1986, gegen Kaiserslautern und Torwart Gerald Ehrmann, das nur dieses Riesen-Schlitzohr schießen konnte. »Der Ehrmann hält den Ball, ich lieg‹ so neben dem Tor, rappel mich wieder auf und will wieder zur Mitte. Da seh‹ ich, wie der Gerri vor sich hinpennt, geh‹ zu ihm und schubs‹ dem mit der Hand die Pille aus dem Arm. Fällt der Ball auf den Boden, und ich schieb‹ ihn rein.« So war das in der guten alten Burgsmüller-Zeit.

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