19. März 2017, 22:28 Uhr

Nur nicht die Nerven verlieren

19. März 2017, 22:28 Uhr
Hannovers Torwart Philipp Tschauner ärgert sich über eine Schiedsrichterentscheidung – und am Ende über das 0:0 des Aufstiegskandidaten beim FC St. Pauli. (Foto: dpa)

Die Spitzenclubs der 2. Fußball-Bundesliga sind noch enger zusammengerückt, und auch Dynamo Dresden mischt im Aufstiegsrennen mit. Mit dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen den SV Sandhausen verkürzten die Sachsen als Tabellenfünfter am Sonntag den Rückstand zum Relegationsrang drei auf sechs Zähler und setzen die führenden Teams weiter unter Druck. »Es war eine ordentliche Vorstellung und ein souveräner Sieg«, erklärte Dynamo-Coach Uwe Neuhaus. Sowohl Spitzenreiter VfB Stuttgart, der am Samstag 0:1 gegen Greuther Fürth unterlag, als auch Hannover 96 (0:0 gegen St. Pauli) mussten am 25. Spieltag Dämpfer im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga verkraften.

Stuttgart droht der Verlust der Tabellenführung. Gewinnt Union Berlin am Montag (20.15 Uhr/Sport1) gegen den 1. FC Nürnberg, verdrängen die Eisernen die Schwaben vom ersten Platz. »Wir haben es nicht geschafft, uns spielerisch zu befreien. Fürth war ballsicherer und zweikampfstärker. Uns hat in den Abläufen die Konsequenz gefehlt«, kommentierte VfB-Trainer Hannes Wolf die sechste Saisonniederlage, die Veton Berisha (9.) besiegelte. Wolf will die kommenden Tagen nutzen, um seine Mannschaft auf die nächste Etappe im Aufstiegskampf einzustimmen: »Jetzt werden wir uns in der Länderspielpause schütteln, hart arbeiten und alles dafür tun, um wieder aufzustehen.«

Hannover wurde von Eintracht Braunschweig (3:2 gegen Heidenheim) überholt und rutschte auf den vierten Platz. Nach der Nullnummer gegen St. Pauli steht 96-Coach Daniel Stendel weiter im Blickpunkt. Sportchef Horst Heldt wollte sich bezüglich der Zukunft des vertraglich noch bis 2018 gebundenen Fußball-Lehrers nicht festlegen. »Es ist alles offen«, sagte Heldt. Ewald Lienen vom FC St. Pauli reagierte mit Kritik auf die anhaltende Debatte um seinen Trainerkollegen. »Dass in so einer Tabellensituation der Trainer überhaupt infrage gestellt wird, ist skandalös«, echauffierte er sich. Hannovers niedersächsische Rivale Braunschweig, der erneut einen Rückstand drehen konnte und im sechsten Match hintereinander ohne Niederlage blieb, untermauerte derweil seine Form. »Einfach unglaublich. Wir haben alles gegeben und bis zum Ende an uns geglaubt. Im Fußball ist alles möglich«, meinte Eintracht-Profi Onel Hernandez.

Für den Karlsruher SC und Erzgebirge Aue wird die Lage immer prekärer. Durch das 0:3 (0:2) am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf rangiert Karlsruhe erstmals nach einem Spieltag auf dem letzten Tabellenplatz. »Wir haben unsere Aufgaben nicht erledigt und müssen die Häme der Fans über uns ergehen lassen. Wir sagen immer, dass es besser wird. Es wird aber nicht besser«, erklärte KSC-Keeper Dirk Orlishausen. Auch Sportdirektor Oliver Kreuzer kritisierte die Mannschaft: »Wir haben versagt, waren in allen Bereichen unterlegen. Das ist zu wenig.« Erzgebirge Aue erreichte mit dem 1:1 gegen den VfL Bochum einen Auswärtspunkt, rutschte aber auf Rang 17.

Der Luxemburger Jeff Saibene soll unterdessen Arminia Bielefeld vor dem Abstieg bewahren. Am Sonntag bestätigte der ostwestfälische Verein die Verpflichtung des 48 Jahre alten Trainers. Saibene, der den Schweizer Erstligisten FC Thun am Sonntag im Meisterschaftsspiel gegen den FC St. Gallen (2:2) letztmalig betreute, soll am Montag seinen Dienst in Bielefeld antreten.

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