01. August 2018, 21:21 Uhr

Rummenigge teilt erneut aus

Die Bayern teilen aus, der DFB schweigt. In der Debatte um Özil und den angezählten Verbandschef Grindel lassen Hoeneß und vor allem Rummenigge nicht locker. Was wollen die Bayern-Bosse erreichen?
01. August 2018, 21:21 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge kritisiert erneut den DFB und Mesut Özil. (Foto: dpa)

Karl-Heinz Rummenigge lässt mit seiner DFB-Kritik nicht locker. In der Debatte um den zurückgetretenen Mesut Özil und den angezählten Verbandspräsidenten Reinhard Grindel äußert sich der Bayern-Boss öfter und deutlicher als alle DFB-Beteiligten zusammen. Rummenigge attackiert zum wiederholten Male Grindel, bringt den Münchner Weltmeisterkapitän Philipp Lahm beim DFB ins Gespräch, weist auf fehlende Professionalität in der Führung hin. Die Verbandsspitze sei »durchsetzt von Amateuren«. Kein anderer Bundesliga-Funktionär attackierte den DFB zuletzt so häufig und so schwer. Worauf will Rummenigge hinaus?

»Ich habe grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu Herrn Grindel. Aber er neigt zum Populismus, um öffentlich Beifall zu bekommen. Das hängt womöglich damit zusammen, dass er nicht aus dem Fußball, sondern der Politik kommt«, sagte der Vorstandschef des FC Bayern der »Sport Bild«. So konsequent sich die DFB-Spitze nach dem PR-Desaster beim Abgang von Nationalspieler Özil zurückhält und damit die Zahl der offenen Fragen und den Druck wachsen lässt, so konsequent rügen Rummenigge und Bayern-Präsident Uli Hoeneß seither Verband, Strukturen – und auch Özil.

Dieser spiele »seit Jahren einen Dreck«, urteilte Hoeneß Anfang vergangener Woche. Und musste sich anschließend selbst für fehlendes Feingefühl kritisieren lassen. Der 62 Jahre alte Rummenigge legte nun gegen die Berater des Arsenal-Profis nach. »Bitte: Er ist doch nicht kritisiert worden, weil er türkischer Abstammung ist. Das ist eine Fabel, die von seinen Beratern erzählt wird. Das geht mir ohnehin zunehmend auf die Nerven: Die Berater geben heute immer mehr die Statements und die Interviews. Das ist teilweise wie Märchenstunde«, sagte der Bayern-Chef. Die komplette Rassismusdiskussion halte er für eine Phantomdebatte, äußerte Rummenigge. »Mit der Nummer und diesem Statement hat sich Özil endgültig ein Eigentor geschossen.«

Nicht nur Rummenigge wünscht sich mehr Profis in der Verbandsspitze. »Wir brauchen Fußball-Kompetenz in den Top-Positionen«, forderte Matthias Sammer beim Trainer-Kongress in Dresden. Dabei hat Rummenigge schon Ideen für die Zukunft des Verbandes. »Eine interessante Option« sei Ehrenspielführer Lahm im DFB-Präsidium oder in anderer Funktion im Verband. »Philipp hat ein großes Know-how und ist jetzt schon Botschafter. Er scheint sich in diesem Boot wohlzufühlen. Philipp könnte den professionellen Part innerhalb des Präsidiums besetzen«, schlug Rummenigge vor.

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