10. Dezember 2017, 21:58 Uhr

Fußball

Scholl kritisiert und erntet Kritik

10. Dezember 2017, 21:58 Uhr
Mehmet Scholl

Mehmet Scholl eckt mal wieder an. Auf die provokanten Aussagen über die Talente-Ausbildung und die jungen Trainer-Generationen reagierten die namentlich genannten Domenico Tedesco und Hannes Wolf allerdings souverän. »Ich mag ihn eigentlich sehr, vor allem seine Kreativität. Aber dass er sich jetzt moralisch über die Trainer stellt, die keine Profikarriere hatten, finde ich grenzwertig«, sagte der 36 Jahre alte Stuttgart-Trainer Wolf.

Schalkes Coach Tedesco mochte sich gar nicht erst näher mit der Meinung des 47-Jährigen befassen. »Ich glaube, der Fußball lebt davon, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann, aber mich beschäftigt das nullkommanull«, sagte der 32-Jährige am Samstag in Sky.

Scholl hatte zuvor im Bayerischen Rundfunk die heutige Trainergeneration attackiert und die beiden Jung-Trainer persönlich angesprochen. »Die Tedescos, die Wolfs – sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben«, meinte der 47-Jährige. »Wir fahren gegen die Wand«, legte Scholl in der »Bild« (Samstag) sogar noch einmal nach.

Die Ausbildung schmeckt Scholl nicht. »Die Kinder dürfen sich nicht mehr im Dribbling probieren«, sagte Scholl. »Stattdessen können sie 18 Systeme rückwärts laufen und furzen.«

Klarer als sein Trainer konterte auch Schalkes Sportvorstand Christian Heidel die Aussagen des langjährigen Bayern-Profis. »Ich kenne Mehmet ganz gut, wir hatten auch persönlich schon tolle Gespräche bis tief in die Nacht hinein, insbesondere über dieses Thema. Mein erster Eindruck war, an seiner Stelle wäre ich lieber mit dem Lada nochmal durch die Stadt gefahren, bevor ich so ein Zeug erzähle«, sagte Heidel.

Er hatte gleich einen Vorschlag parat. »Ich verstehe ihn, aber er kann es doch beweisen. Jetzt zu sagen, dass die jungen Trainer für den deutschen Fußball schlecht sind, da muss ich sagen: Mehmet, ran! Such dir einen Verein«, riet Heidel.

Die Aussagen von Scholl gefielen auch DFB-Chefausbilder Frank Wormuth nicht. »Inhaltlich entbehren diese Aussagen jeglicher Grundlage. Ich sehe nur einen Hilferuf eines Enttäuschten«, sagte Wortmuth in der »Bild« über den früheren Amateurcoach des FC Bayern München. (Foto: dpa)

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