29. Oktober 2017, 21:51 Uhr

Unter Heynckes läuft es

Drei Zu-Null-Siege genügen Triple-Jupp-Heynckes, um die Bayern wieder ganz nach oben zu führen. Die Konkurrenz spielt mit: Dortmund kriselt, Leipzig schwächt sich im Topspiel selbst. Vor dem Champions-League-Spiel in Glasgow am Dienstag befürchten die Bayern einen Stürmer-Engpass.
29. Oktober 2017, 21:51 Uhr
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Von DPA
Jupp Heynckes hat bei den Bayern maximalen Erfolg. Der Trainer muss allerdings um den Einsatz von Stürmer Robert Lewandowski (r.) in Glasgow bangen. (Foto: dpa)

Auch Ralph Hasenhüttl hätte nicht gedacht, dass der Heynckes-Effekt beim FC Bayern eine derartige Blitz-Wirkung entfacht. Und so war der Österreicher nach dem Münchner Überzahl-2:0 im früh entschiedenen Topspiel der Fußball-Bundesliga auch der allererste Gratulant. »Glückwunsch an Jupp und seine Jungs zum Sieg und zur Tabellenführung. Das ging ja verdammt schnell. Du hast nicht lange gebraucht – und ihr seid ganz vorne«, sagte Hasenhüttl in der Münchner Arena zu seinem älteren Sitznachbarn. In der Tat: Der 72-jährige Heynckes hat nach seiner Rückkehr aus dem Ruhestand einen märchenhaften Comeback-Lauf erwischt, bei dem wie auf Knopfdruck alles funktioniert und die Titel-Konkurrenten tatkräftige Hilfestellung leisten. Borussia Dortmund stürzt in eine Krise – und dem Herausforderer der Zukunft, RB Leipzig, fehlt es noch an Reife, um den Rekordchampion mehr als nur zu kitzeln.

Drei Tage nach dem glücklichen Bayern-Erfolg im »Gigantenkampf über 120 Minuten« (Heynckes) im DFB-Pokal standen die Leipziger im Kampf um die Liga-Hoheit rasend schnell als Verlierer da. Im Topspiel, auf das sich alle so sehr gefreut hatten, wurde mit der Roten Karte für RB-Kapitän Willy Orban nach einer unglücklichen Notbremse gegen Arjen Robben viel zu früh der Stecker gezogen. »Wir waren leider schon nach 13 Minuten mit unserem Matchplan am Ende«, stöhnte Hasenhüttl. Der Platzverweis nach Videobeweis war ein Vorteil, den die Bayern im Gegensatz zum glücklichen Pokalerfolg diesmal konsequent ausnutzten.

Der stark spielende James Rodríguez und der kurz nach seinem zehnten Saisontor leicht verletzt ausgewechselte Torjäger Robert Lewandowski entschieden die einseitige Partie bis zur 38. Minute. »Du hättest die Zuschauer nach dem 2:0 nach Hause schicken können«, meinte Hasenhüttl.

Es klingt nach Heynckes-Zauberei: Drei Wochen Arbeit und fünf Pflichtspielsiege am Stück haben ausgereicht, um die Münchner Fußballwelt wieder rosarot zu zeichnen. Erster in der Liga, weiter im Pokal – und am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky) könnte in Glasgow gegen Celtic der Achtelfinaleinzug in der Champions League folgen. »Seit Jupp da ist, haben wir alles gewonnen. Wir haben maximalen Erfolg«, bemerkte auch Robben verblüfft.

Besorgniserregend ist für die Bayern aber die Stürmernot. Es droht ein Ausfall von Lewandowski in Glasgow. Kingsley Coman ist ebenfalls angeschlagen, dazu Thomas Müller und Franck Ribéry verletzt. Bei Lewandowski habe der Oberschenkel gezwickt, berichtete Heynckes:. »Ich denke, es ist nicht ganz so schlimm, weil er frühzeitig ausgewechselt wurde.« Celtic musste sich bei seiner Generalprobe am Samstag in Schottlands Liga mit einem 1:1 im Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten FC Kilmarnock begnügen. Am Mittwoch sind in der Champions League Leipzig (beim FC Porto) und Dortmund (gegen Nikosia) im Einsatz.



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