25. Juli 2018, 21:25 Uhr

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25. Juli 2018, 21:25 Uhr
GW

Von mir hat mal einer behauptet, dass ich auch im intellektuellen Gewichteheben immer ein paar Scheiben mehr auflegen kann als die männliche Konkurrenz, die an veralteten Trainingsmethoden festhält. In aller Unbescheidenheit: Das kann ich bestätigen, wenn ich wieder einmal erlebe, wie die Jungs gegen mich antreten: untrainiert, schwachbrüstig und nicht auf der Höhe der Zeit. Ein ganz anderer Typ war Arthur Jones, der 2007 verstorbene Erfinder der »Nautilus«-Maschinen, die er »die Hantel eines Manns mit Köpfchen« nannte. Und einer Frau! Auch ich arbeitete an der »Nautilus«, später und bis heute an den Apparaturen von Werner Kieser. Beide kannte bzw. kenne ich gut, Jones war eher der Muskel-Cowboy, Kieser ist der Muskelphilosoph. Von beiden habe ich viel gelernt, im Krafttraining kann »mann« mir nichts vormachen, und ich bin sehr stolz auf mein starkes Kreuz. Heute trainiere ich immer noch, meistens in Gießen, anschließend kaufe ich auf dem Markt ein. Vielleicht sind wir uns dort schon einmal begegnet? Danach fahre ich zurück in meine Teilzeit-Heimat, wo Sie mir auf dem Fahrrad begegnen könnten. Mittlerweile mit Elektromotor, denn dort ist es sehr hügelig. Wer bin ich?

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Keine Ahnung. Krafttraining ist nicht mein Ding. Ich spiele Tischtennis. Mit ein paar Freunden, die ich schon lange kenne. Der schöne Reimer, Uli mit der Peitsche, Christoph und natürlich Ono, unser Phänomen. Wir anderen hatten schon in unserer Jugend vereinsmäßig Tischtennis gespielt, aber erst später, nach langen Volleyball-Jahren, fanden wir zu unseren Wurzeln zurück. Seitdem gehört das montägliche Training zu unserem gemeinsamen Höhepunkt der Woche, auch, weil wir anschließend in der Kneipe jede Aktion und überhaupt alles analysieren und zerquatschen. Den begnadet unsportlichen Ono hatten wir als fehlenden Doppelpartner rekrutiert, insgeheim aber als Trainingssack. Ono spielt ausschließlich – Vorhand kann er nicht – eine merkwürdige Rückhand, mit der er sogar schmettern kann, indem er den Ellbogen hochreißt wie ein abschmierender Flugsaurier. Jeder andere würde sich die Schulter auskugeln. Und das alles auch noch mit links! »Paralympisch ohne Not«, sagt Reimer dazu. Und trotzdem gewinnt dieser irre Typ jede Partie! Ich halte mich dabei eher im Hintergrund. Wer bin ich?

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Mit Verlaub, aber als Sportler kann ich euch nicht ernst nehmen. Ihr seid Amateure, aber ich war ein echter Profi. Fehlendes Talent habe ich durch unbändiges Training wettgemacht, sodass ich als Kraftsportler Geld verdienen konnte. Dieser Ehrgeiz, das Durchhaltenwollen, hat mir später sehr geholfen. Konzentration, das Ausblenden von allem Unwichtigen, der Tunnelblick, wie ein Pferd mit Scheuklappen unbeirrt und ohne Ablenkung das Ziel anstreben – das war auch in anderer Beziehung sehr wichtig für mich. Durch meinen Sport erkannte ich: Du musst bestmöglich vorbereitet sein, wach sein, wissen, was du kannst, aber du darfst nicht denken, dass du unbesiegbar bist – sonst verlierst du sogar gegen deutlich schwächere Gegner. Aber nicht gegen euch. Ihr startet nicht in meiner Gewichtsklasse. Oder seid ihr etwa auch Mittelgewichtler?

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Wer sind diese drei Sportler, die durch andere Tätigkeiten, aber im selben Metier, ungleich bekannter geworden sind?

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Einige im Text auftauchende Namen oder Begriffe sind leicht verändert, um das Googeln zu erschweren. Auch der Zeitdruck erhöht den Schwierigkeitsgrad. Einsendeschluss: Samstag, 28. Juli. Viel Erfolg! (gw)

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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« / Mail: gw@anstoss-gw.de)

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