27. Oktober 2021, 22:35 Uhr

Geringe Impfquote im Tennis

27. Oktober 2021, 22:35 Uhr
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Von DPA
Tennisstar Novak Djokovic lässt seinen Impfstatus offen. Ob er bei den Australian Open aufschlägt, ist ungewiss. FOTO: DPA

Für hitzige Debatten rund um die Corona-Impfung im Sport hätte es die Aussagen von Joshua Kimmich nicht gebraucht. Mit dem Druck durch Gehaltsverluste wie in US-Ligen, mit Nachteilen für Ungeimpfte und der Gefahr, Chancen auf Triumphe zu verpassen, gibt es Themen genug.

Im Tennis wird besonders heftig diskutiert. Eine solche Klarheit wie jetzt bei Nationalspieler Kimmich, der einräumte, bislang nicht gegen Corona geimpft zu sein, würde sich bei Topstar Novak Djokovic mancher wünschen. Der Weltranglistenerste will seinen Impfstatus nicht offenbaren. »Das ist eine Privatsache«, erklärte der 34 Jahre alte Serbe in einem Interview. Im Tennis rückt die Impf-Frage immer stärker in den Fokus, weil die Reise zu den Australian Open näher kommt. Djokovic wird seinen Titel ohne Corona-Piks wohl nicht verteidigen können. Victorias Premierminister Daniel Andrews machte am Mittwoch deutlich: Keine Impfung - keine Einreise. »Wir werden keine Ausnahmegenehmigung beantragen. Damit ist das Problem im Grunde gelöst«, sagte Andrews. »Ich habe das Problem nicht«, bekräftigte indes Olympiasieger Alexander Zverev und ließ seinen Status damit durchblicken.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel sagte: »Ich habe mich impfen lassen. Offensichtlich reise ich viel.« Entscheiden müsse das jeder selbst. »Aber ich denke auch, dass es teilweise nicht nur eine Entscheidung ist, die man für sich selbst treffen muss, sondern auch für andere Menschen, und aus Solidarität sollte man sich vielleicht impfen lassen.«

Bei Djokovic steht neben dem Preisgeld Tennis-Historie auf dem Spiel. Eigentlich will er mit Grand-Slam-Titel 21 an Roger Federer und Rafael Nadal vorbeiziehen. Der Druck zur Impfung ist hoch. Ebenso wie für die Olympia-Teilnehmer. Denn für die Winterspiele in Peking, die am 4. Februar eröffnet werden sollen, sehen die Regeln für Ungeimpfte eine dreiwöchige Quarantäne nach der Ankunft vor. Ein Großteil der deutschen Olympioniken sei vollständig geimpft, sagte der Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbunds, Dirk Schimmelpfennig. Im Tennis ist die Quote (noch) gering. Insgesamt sind bisher rund ein Drittel der Herren auf der ATP-Tour und knapp 40 Prozent der Damen auf der WTA-Tour ungeimpft.

In der Fußball-Bundesliga ist Kimmich natürlich nicht der einzige ungeimpfte Profi, gehört aber bei einer Quote von mehr als 90 Prozent unter Spielern und Trainern der 1. und 2. Liga zu den Ausnahmen. In der Basketball-Bundesliga (BBL) war nur ein Spieler vor Saisonbeginn bekannt, der nicht den 2G-Status hatte (99 Prozent). In der Deutschen Eishockey-Liga erhöhte sich der Anteil auf 93 Prozent. Mit vielen positiven Fällen und Spielabsagen gab es gerade massive Probleme.

Keine Impfung, kein Gehalt

In der US-Liga NHL galten vor Kurzem nur vier der mehr als 700 Eishockey-Spieler als nicht geimpft. Ungeimpfte können nicht problemlos zwischen Kanada und den USA pendeln. Strikte Regeln führen zu einer hohen Impfquote. Wer in NBA (Basketball) und NHL eine Partie verpasst, weil er sich nicht hat impfen lassen, bekommt kein Gehalt. In der NBA sind nach Medienangaben 95 Prozent der Profis geimpft. Prominente Ausnahme ist Kyrie Irving. Weil die Brooklyn Nets in New York trainieren und spielen, gelten auch die lokalen Regeln - und die verpflichten Irving zu einer Impfung, sollte er sich in einer Sporthalle aufhalten wollen. Solange er seinem Team nicht komplett zur Verfügung steht, verzichten die Nets auf ihn. Pro Heimspiel verpasst Irving US-Medien zufolge 380 000 US-Dollar.



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