09. Mai 2021, 22:12 Uhr

Fußball in England

Noch ein kleiner Schritt

09. Mai 2021, 22:12 Uhr
Avatar_neutral
Von SID
Trainer Thomas Reis jubelt nach dem 5:1 seines VfL Bochum. Der Aufstieg in die Bundesliga ist dem Kultklub aus dem Ruhrgebiet kaum mehr zu nehmen. FOTO: DPA

Der VfL Bochum hat den nächsten Schritt Richtung Bundesliga gemacht. Während sich der SC Paderborn beim wilden Torfestival in Aue (8:3) durchsetzte und der SV Sandhausen im Kampf gegen Abstieg einen weiteren bitteren Rückschlag einstecken musste, gewann der Tabellenerste mit 5:1 (2:1) gegen Jahn Regensburg. Bochum ist die Rückkehr auf die ganz große Bühne damit kaum noch zu nehmen, Relegationsplatz drei ist schon sicher.

Andreas Albers traf zwar zur 1:0-Führung für den Jahn (26.), doch Robert Tesche (29.) und ein Eigentor von Jan-Niklas Beste (38.) führten den VfL bis zur Pause auf die Siegerstraße. Gerrit Holtmann (61.), Robert Zulj (78.) und Silvere Ganvoula (90.+1, Foulelfmeter) sorgten in Überzahl für die Entscheidung, nachdem Regensburgs Benedikt Saller die Rote Karte gesehen hatte (59.). Bochum braucht damit nur noch zwei Punkte aus den Spielen in Nürnberg und gegen Sandhausen zum Aufstieg.

In einem denkwürdigen Duell der Mittelfeld-Klubs bei Erzgebirge Aue drehte Paderborn noch im ersten Durchgang einen 0:2-Rückstand und gewann später schließlich souverän. Die Partie in Aue war somit das torreichste Zweitliga-Spiel in diesem Jahrtausend, die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2010 (5:5 zwischen Energie Cottbus und dem Karlsruher SC) wurde übertroffen. Der Allzeitrekord rührt derweil aus dem Jahr 1997, damals gewann der 1. FC Kaiserslautern 7:6 gegen den SV Meppen.

Sandhausen musste sich trotz Führung beim 1. FC Heidenheim mit 1:2 (1:0) geschlagen geben. Der SVS liegt zwei Spiele vor Saisonende auf Platz 15, punktgleich vor Eintracht Braunschweig (31) auf dem Relegationsplatz. Stürmer Daniel Keita-Ruel (43.) hatte die Gäste noch in Führung gebracht, doch Patrick Mainka (59.) und Tim Kleindienst (82.) drehten das Spiel für den FCH. Für Sandhausen war es die 15. Auswärtsniederlage im 16. Spiel und die dritte Pleite in Serie.

Hrubesch glaubt an HSV-Aufstieg

Neutrainer Horst Hrubesch (70) geht derweil optimistisch in sein Debüt auf der Bank des Hamburger SV und glaubt noch an den Aufstieg mit den Hanseaten. »Ich denke, wir können uns auf das Spiel freuen«, sagte Hrubesch vor dem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg am Montag (20.30 Uhr/Sky). »Die Woche hat großen Spaß gemacht. Die Jungs haben sehr gut mitgezogen - damit bin ich sehr zufrieden«, sagte Hrubesch, der am Montag die Nachfolge von Daniel Thioune angetreten hatte.

Trotz der fünf Spiele in Serie ohne Sieg zuletzt und Platz fünf in der Tabelle schenkt Hrubesch den Aufstieg nicht ab. »Wir leben noch. Natürlich glauben wir noch daran«, sagte die Klublegende, der direkte Aufstieg sei aber unrealistisch: »Wenn, dann wird es über die Relegation gehen.«

Thomas Tuchel klatschte zufrieden mit Pep Guardiola ab, zum vorzeitigen Titelgewinn der Premier League musste er seinem großen Trainer-Rivalen aber noch nicht gratulieren: Genau drei Wochen vor dem Finale der Königsklasse in Istanbul gelang Spielverderber FC Chelsea um Nationalstürmer Timo Werner beim packenden 2:1 (0:1) bei Manchester City eine mehr als gelungene Generalprobe.

»Ich bin absolut begeistert«, kommentierte Tuchel freudestrahlend. Dank eines Last-Minute-Treffers von Marcos Alonso (90.+2) nach Werner-Vorlage entschied Tuchel auch das zweite Aufeinandertreffen mit Guardiola nach dem Sieg im FA-Cup-Finale (1:0) vor knapp einem Monat für sich.

Darüber hinaus vermasselte er dem Spanier auch noch die Meisterfeier. Denn mit einem Sieg hätten sich die Skyblues vorzeitig die Meisterkrone aufsetzen können. Nach dem Führungstreffer von Raheem Sterling (44.) sorgte ein kläglich verschossener Panenka-Elfmeter von Sergio Agüero kurz vor dem Halbzeitpfiff für den Umschwung. Hakim Ziyech (63.) brachte die Blues wieder ins Spiel. Guardiola war nach der Niederlage bedient: »Wir haben unsere Chance in der letzten Minute der ersten Hälfte vergeben.«

Einen Tag nach dem Titelgewinn der Männer haben die Fußballerinnen von Bayern München einen großen Schritt in Richtung ihrer Meisterschaft gemacht. Die Münchnerinnen holten am drittletzten Bundesliga-Spieltag ein 1:1 (1:0) im »Showdown um die Schale« beim bisherigen Serienmeister VfL Wolfsburg.

Durch das Remis liegen die Bayern weiter zwei Punkte vor dem VfL. Sydney Lohmann (34.) traf für die Münchnerinnen, die Polin Ewa Pajor war für Wolfsburg erfolgreich (81.).

Dem Titelgewinn kommt in dieser Saison eine noch größere Bedeutung als sonst zu. Durch die Champions-League-Reform ist nur der Meister direkt für die neue lukrative Gruppenphase der Königsklasse qualifiziert, es geht um 400 000 Euro garantierte Einnahmen.

Bis Anfang April hatte alles nach einem Durchmarsch der Münchnerinnen ausgesehen. Doch nach 26 Pflichtspielsiegen in Serie unterlag der dreimalige Meister erst im DFB-Pokal-Halbfinale ausgerechnet beim VfL, patzte dann auch erstmals in der Liga gegen die TSG Hoffenheim und musste das Aus in der Vorschlussrunde der Champions League gegen den FC Chelsea verkraften.

Vor dem vorentscheidenden Duell um den Titel hatte sich das seit Jahren dominierende Spitzenduo des deutschen Frauenfußballs gegenseitig den Druck zugeschoben. Die Sticheleien kamen nicht von ungefähr. Schließlich hatte der Dauermeister aus Niedersachsen, der zuletzt viermal nacheinander das Double holte, die Bayern dabei stets auf Rang zwei verwiesen.

VfL-Torhüterin Almuth Schult hatte nach Schulter-OP und Zwillingsgeburt im vergangenen Ligaspiel beim Absteiger MSV Duisburg (4:0) nach 721 Tagen ihr Bundesliga-Comeback gefeiert.

In den ausstehenden Spielen treten die Münchnerinnen bei Bayer Leverkusen und gegen Eintracht Frankfurt an. Wolfsburg muss in der Pokalfinal-Generalprobe bei der Eintracht sowie gegen Werder Bremen ran.

Wegen eines Corona-Falls bei Eintracht Frankfurt ist das für Sonntag geplante Punktspiel der Hessinnen bei Turbine Potsdam bereits im Vorfeld abgesagt worden. Das hatte der DFB ohne Angabe weiterer Einzelheiten zum positiven Befund im Eintracht-Lager mitgeteilt. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Frankfurt rangiert drei Runden vor Saisonschluss auf Tabellenrang sechs. Zwei Punkte davor liegt Potsdam auf Platz vier.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos