08. August 2021, 21:53 Uhr

Tränenreicher Abschied

Es musste so kommen, seine Liebe zum FC Barcelona ist einfach zu groß. Lionel Messi kämpft, Tränen fließen. Er will nicht weg, er muss aber. Französischen Medien zufolge steht der Medizincheck bei Paris Saint-Germain unmittelbar bevor.
08. August 2021, 21:53 Uhr
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Von DPA
Lionel Messi verlässt den FC Barcelona schweren Herzens. F.: AFP

Die Tränen von Lionel Messi wollten nicht mehr trocknen. Fest drückte sich der sechsmalige Weltfußballer das Taschentuch, das ihm Ehefrau Antonella gereicht hatte, auf die Augen. Ergriffen, tief berührt nahm Messi am Sonntagmittag Abschied von seinem Herzensverein FC Barcelona - um womöglich schon sehr bald zum Medizincheck nach Paris zu fliegen. »Eine neue Geschichte wird beginnen und das wird das schwierigste Kapitel meiner Karriere«, sagte Messi, immer wieder schluchzend.

Paris Saint-Germain sei eine Option, sagte Messi, sie würden selbstverständlich miteinander sprechen. Entschieden sei zum jetzigen Zeitpunkt aber nichts. Viele Vereine hätten sich gemeldet. Laut französischer »L'Équipe« sollte Messi aber noch am selben Tag, spätestens aber am Montag zur Untersuchung in die französische Hauptstadt reisen.

Es ist ein Wechsel wider Willen. »Es ist so schwer für mich. Ich war mein ganzes Leben hier, ich bin nicht bereit dafür«, sagte Messi, der als 13-Jähriger vom argentinischen Rosario nach Spanien gezogen war. Der FC Barcelona bezahlte die Hormonbehandlung gegen Messis Wachstumsstörungen. Für viele wurde er bei Barça zum Größten. Die Trophäen für die 35 Titel, die Messi mit dem Verein gewann, hatte der Club im Auditorium 1899 auf Hochglanz poliert und aufgereiht.

Die Mannschaft des FC Barcelona war gekommen, von ein paar Mitspielern hatte sich Messi bei einem Essen zuhause in Castelldefels am Abend zuvor schon verabschiedet. Trainer Ronald Koeman war da, die Vereinsbosse und ganz vorne, da saßen Messis Ehefrau Antonella und die gemeinsamen drei »katalanisch-argentinischen« Söhne (Messi).

Eine schöne Zeit hatten sie in den vergangenen Wochen gehabt, Messi hatte mit Argentinien endlich den ersten großen Titel gewonnen, danach ging es zum Entspannen in den Urlaub nach Miami und Ibiza. Voller Tatendrang war Messi zurückgekehrt und musste erfahren, dass es nicht weiterging. Auf die Hälfte seines auch dann immer noch üppigsten Gehaltes wollte er verzichten. »Wir wollten unser wunderbares Leben in Barcelona weiter führen«, erklärte Messi: »Heute muss ich mich davon verabschieden.«

Die Fortsetzung der einzigartigen Erfolgsgeschichte, die auch schwere Tiefen durchgemacht hatte, scheiterte nach Vereinsangaben an den Vorgaben des Financial Fair Play der spanischen Liga - und weil der FC Barcelona ein kapitales Geldproblem hat. »Es ging nicht, weil die Liga nicht wollte, weil der Club sich nicht weiter verschulden wollte«, erklärte Messi. Fast eine halbe Milliarde Euro sind es.

»In den vergangenen Tagen habe ich viel nachgedacht, was ich eigentlich sagen kann. Die Wahrheit ist: Mir fällt einfach nichts ein«, sagte Messi, die Stimme schwer und leise.

Bevor er zu seinen insgesamt rund 40-minütigen Liebeserklärungen an den Verein, wehmütigen Erinnerungen an gemeinsame Zeiten und Ausblicke in eine andere Zukunft anhob, kämpfte Messi mit der Fassung. Millionen Menschen verfolgten die Pressekonferenz live im Internet. Der Applaus der Gäste im Auditorium übermannte Messi. »Das ist der Club, den ich liebe, und das ist nicht der Moment, den ich so erwartet habe«, sagte er: »Ich habe vom ersten bis zum letzten Tag alles für diesen Verein und für dieses Trikot gegeben.«



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