25. Juni 2019, 21:37 Uhr

Handball

17 statt ein Hauptsponsor

Die HSG Wetzlar hat den Rückzug von »Licher« als Hauptsponsor nicht nur kompensiert, sondern mit dem Konzept »17 und Wir« den Etat um 200 000 Euro auf 4,2 Millionen Euro steigern können.
25. Juni 2019, 21:37 Uhr
Björn Seipp, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, präsentiert das neue »17 und Wir«-Hauptsponsorenkonzept für die Saison 2019/20. (Foto: Vogler)

HSG Wetzlar


Die Mannschaft hat mit Bundesliga-Platz zehn vor-, das Management um Geschäftsführer Björn Seipp nachgelegt. »17 und Wir« lautet das am Dienstagvormittag in der Wetzlarer Rittal-Arena präsentierte Hauptsponsoring-Konzept des heimischen Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar für die kommende Spielzeit. Mit dem Ergebnis, dass der reine Erstliga-Etat von 4,0 Millionen Euro im Vorjahr gar um 200 000 Euro gesteigert werden konnte. Die finanzielle Substanz also blieb erhalten und damit - was vor allem die HSG-Anhänger interessieren dürfte - einmal mehr die Konkurrenzfähigkeit im Oberhaus.

13 Monate lang hatte die Führungsebene der Grün-Weißen Zeit, um nach dem Bekanntwerden des Rückzugs von »Licher« vom Haupt- zum Co-Sponsor zum 30. Juni diesen Jahres eine Nachfolgelösung zu finden. Da sich bereits in der Findungsphase abzeichnete, dass sich Plan A mit einem direkten Nachfolger in der Region Mittelhessen nur schwer realisieren ließe, reifte schnell Plan B, der die Verteilung der finanziellen Hauptsponsor-Last auf mehrere Schultern vorsah. Herausgekommen ist unter mithilfe der Agentur »First Art« die Aktion »17 und Wir«, die Geschäftsführer Björn Seipp gestern vormittag gegenüber allen anwesenden Unternehmensvertretern als »mutig und innovativ« bezeichnete und auch Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner die Freude ins Gesicht trieb. Schließlich ist die HSG sportlicher Werbe- und Imageträger Nummer eins der Buderusstadt. »Die Summe, die die 17 Unternehmen zahlen, kommt on top«, bekräftigt Seipp den wirtschaftlichen Zugewinn, »unsere Sponsoren-Pyramide bleibt davon unberührt.«

Das neue, zukunftsorientierte Konzept wurde am Dienstag nicht nur präsentiert, sondern auch gleich praxisnah umgesetzt. Die 17 Unternehmen teilen sich in der Saison 2019/20 als Exklusiv-Spielepresenter die Heimpartien der HSG, für jede einzelne Begegnung in der Rittal-Arena losten die Profis Stefan Kneer und Maximilian Holst unterhaltsam einen der 17 Sponsoren aus, deren Geschäftsführer oder Vertreter aus einer zweiten Trommel den entsprechenden Kontrahenten dazu. Das attraktive Duell mit dem THW Kiel im Oktober darf dank des Losglücks von Christin Rabitz zum Beispiel die Firma Klingspor aus Haiger exklusiv über Trikot, LED-Bande, Promotionstand etc. vermarkten. Die Firma Revikon aus Lahnau eröffnet die Saison im August mit der Partie gegen TBV Lemgo-Lippe, Leica Cameras hat das Zugriffsrecht auf die letzte Saisonpartie im Mai 2020 gegen HBW Balingen/Weilstetten erhalten. Gemein ist allen Presentern, dass für die 17 Heimpartien jeweils neue grün-weiße Trikots mit ihrer firmeneigenen Brustwerbung entworfen wurden und die Wetzlarer Auswärtstrikots die »17 und Wir«-Logos tragen.

Publikumsliebling Maximilian Holst hob vor allem hervor, dass sich »unter den 17 ja auch zwei wirklich neue Sponsoren« befinden. Stefan Thiel, Vertriebsleiter Buderus Deutschland, begründete den Einstand des Heiz- und Lüftungstechnikspezialisten in der offiziellen Pressemitteilung: »Die Marke Buderus ist tief in der Region verwurzelt ... aus diesem Grund sind wir voller Überzeugung ›17 und Wir‹-Partner…«

Der gesamte Sponsorenbestand der HSG Wetzlar bleibt für die neue Spielzeit weitgehend unverändert. »Wir haben weiter 180 bis 190 Partner«, hält Björn Seipp fest, der durchblicken lässt, dass es zwar »den einen oder anderen Abgang gibt, sich dafür aber wieder neue Türen geöffnet haben«. Von der im vergangenen Sommer anvisierten Summe von 5 Millionen Euro, die mittelfristig für den Erstliga-Spielbetrieb benötigt würden, sei man - so der Geschäftsführer - aber noch weit entfernt.

Mit »17 und Wir« ist ein Mut machender Anfang gemacht. Und wer weiß, vielleicht heißt es in einem Jahr ja tatsächlich wie in der Ursprungsfassung »17 und 4«, wenn es darum geht, die Etatgröße weiter marktgerecht anzupassen.

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