21. Dezember 2019, 12:10 Uhr

Handball

Angespannte Personallage bei der HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar beendet die englische Auswärtswoche in der Handball-Bundesliga am Sonntag bei Tabellenführer THW Kiel und muss auf einige Leistungsträger verzichten.
21. Dezember 2019, 12:10 Uhr
Es läuft wieder für Rekordmeister THW Kiel und Domagoj Duvnjak. Die HSG Wetzlar ist am Sonntag beim Bundesliga-Spitzenreiter krasser Außenseiter. FOTO: BERGMANN

HSG Wetzlar


Wenn die HSG Wetzlar am Sonntag den Auswärts-Dreierpack SC DHfK Leipzig, Füchse Berlin und THW Kiel (16 Uhr/live auf Sky) hinter sich gebracht hat, ist der Fokus allein auf das Vier-Punkte-Spiel am 26. Dezember ihn eigener Halle gegen die Eulen Ludwigshafen gerichtet. Ein Sieg zu Weihnachten wäre ein Riesenschritt in Richtung neuerlichem Klassenerhalt.

Situation: Die HSG Wetzlar ist mit 16 Zählern punktemäßig absolut im Soll, kann sich aufgrund der jüngsten Ludwigshafener Überraschungen aber noch lange nicht in Sicherheit wähnen, was den Abstiegskampf betrifft. Die acht Punkte Vorsprung auf den Vorletzten sind komfortabel, mehr nicht. Deshalb kommt der Heimpartie am 26. Dezember in der Rittal-Arena gegen die Eulen besondere Bedeutung zu. Das heißt aber nicht, dass sich die Grün-Weißen beim Rekordmeister Schonung auferlegt haben.

Der THW Kiel bestätigt die Saison-Prognosen immer deutlicher. Derweil der personelle Aderlass bei Meister SG Flensburg/Handewitt die befürchteten Spuren tatsächlich zu hinterlassen scheint und der Trainerwechsel bei den Rhein-Neckar Löwen doch größere Anpassungprobleme verursacht, ist der Rekordmeister drauf und dran, die vierjährige Titelflaute endlich zu beenden. Mit dem 36:26 am Donnerstag zu Hause gegen HBW Balingen/Weilstetten hat das Team von Neu-Trainer Filip Jicha im Jahresendspurt ein deutliches Zeichen gesetzt.

Verfassung: Das Hauptaugenmerk von Trainer Kai Wandschneider muss weiterhin darauf gerichtet sein, die Anzahl der unerzwungenen Fehler zu reduzieren. Und zwar erheblich. Ohne die vermeidbaren Ballverluste sowie das kleine Formtief von Filip Mirkulovski und Stefan Cavor wäre sogar bei den Füchsen Berlin ein Teilerfolg möglich gewesen. Der Angriff muss wieder geduldiger, mit Kreuzbewegungen die gegnerische Abwehr auseinandergezogen werden. Nur sechs parierte Würfe der Torhüter sowie ein weiterhin hinter den Erwartungen bleibender Lenny Rubin trugen ihren Teil zur Niederlage in der Hauptstadt bei. Weshalb sich die HSG nicht für ihren Kampfeswillen, den starken Innenblock und die taktischen Maßnahmen in der Deckung belohnen konnte.

Die Kieler Abwehr vor »Mister Zuverlässig« im Tor, Niklas Landin, steht offensiv wie defensiv, stellt Passwege zu und klaut massenhaft Bälle. Daraus resultieren Dutzende von Treffern über die erste und zweite Welle. Im Positionsangriff wird das Spiel mit hohem Tempo und Doppelkreuzungen in die Breite gezogen und dadurch die gewünschten Lücken gerissen. Neben der schon immer vorhandenen individuellen Qualität der Duvnjaks, Pekelers und Nilssons kommen nun auch wieder Teamstärke und taktische Stabilität.

Die Personallage: Wetzlars Torhüter Till Klimpke ist von Teamarzt Marco Kettrukat wegen eines Kopftreffers im Training aus dem Kader genommen worden, Stefan Kneer fällt bis mindestens Februar aus, Ian Weber ist erkrankt. Dazu ist bei Lars Weissgerber in Berlin das Knie durchgeschlagen, sodass für Samstag eine Untersuchung beim Kieler Teamarzt vereinbart wurde, um eine genauere Diagnose zu bekommen. Olle Forsell Schefvert hat bei den Füchsen mächtig einstecken müssen und dürfte im Hinblick auf das Heimspiel gegen Ludwigshafen kürzer treten. Während die Wetzlarer Mannschaft am Freitag um die Mittagszeit im Bus von Berlin nach Kiel saß, befand sich deshalb Torben Waldgenbach aus der U 23 schon im Zug Richtung Norden, um in der Ostseehalle den HSG-Kader aufzufüllen.

Kiels Trainer Filip Jicha kann seit Wochen personell aus dem Vollen schöpfen. Ihm bieten sich auf jeder Position hinreichend Wechselmöglichkeiten, ohne das die Qualität geschmälert wird.

Stimmen: »Wir müssen Geduld bewahren, dürfen nicht zu früh abschließen und müssen - im Gegensatz zu Berlin - im Rückzug aufmerksamer sein«, sagt HSG-Coach Kai Wandschneider, der wieder »mehr Kreuzbewegungen« fordert und sein Team daran erinnert, »den Ball laufen zu lassen«.

»Das Spiel gegen Balingen hat allen Spaß gemacht«, sagt Kiels Linksaußen Rune Dahmke auf der klubeigenen Homepage. »Sonntag erwartet uns aber eine ganz andere Partie. Wir wissen um die Stärken von Wetzlar, die mit Sicherheit lange Angriffe spielen werden und uns mächtig ärgern wollen.«

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