16. Oktober 2019, 16:00 Uhr

Basketball

Boom bei den Licher Basketballern

Der Basketball boomt in Lich. Über 600 Zuschauer strömen in die Halle, wenn die »Erste« in der 2. Regionalliga auf Korbjagd geht. Der junge Powerforward Yannik Ribbecke nennt Gründe dafür.
16. Oktober 2019, 16:00 Uhr
Lichs Powerforward Yannik Ribbecke freut sich schon auf das nächste Heimspiel, wenn wieder über 600 Zuschauer die Dietrich-Bonhoeffer-Halle bevölkern. (Foto: gae)

Yannik Ribbecke ist zwar erst 21 Jahre alt, zählt aber seit drei Jahren zu den Leistungsträgern der »Ersten«, die zurzeit auf Rang eins in der 2. Regionalliga steht und den Aufstieg als Ziel hat. Der Licher Basketball ist in der Stadt selbst und an der Peripherie ein großes Thema, das sich bei den Heimspielen, beim Sponsoring und im Club positiv auswirkt.

Über 600 Zuschauer beim letzten Heimspiel. Wie erklären Sie sich den Basketball-Boom in Lich?

Yannik Ribbecke: Das war im vergangenen Jahr auch schon so, dass wir bei unseren Heimspielen viele Zuschauer hatten - es werden aber immer mehr. Es ist eine Kombination aus der ersten Mannschaft als Aushängeschild und der ganzen Jugendarbeit des Vereins. Unser hauptamtlicher Jugendtrainer Freddy Lengler geht mit seinen Mitstreitern in die Kindergärten, in die Schulen und auf die Dörfer. Wir sind dadurch überall präsent. Und dann strömen sie alle in die Halle.

Das macht doch sicherlich wahnsinnigen Spaß und motiviert zusätzlich, wenn so viele Leute zuschauen?

Ribbecke: Auf jeden Fall. Das ist einfach etwas ganz Besonderes. Wenn du siehst, was sonst in der 2. Regionalliga zuschauermäßig abgeht. In Trier waren 15 Leute in der Halle, davon sind zehn aus Lich mitgefahren.

Ihre Mannschaft hat sogar einen eigenen Fanclub?

Ribbecke: Das ist zum Teil der alte Fanclub der BasketBären, zu denen sich neue dazugesellt haben. Die sind auch bei jedem Auswärtsspiel dabei.

Drei Spiele, drei Siege. Ihre Mannschaft steuert auf Aufstiegskurs?

Ribbecke: Wir haben vor der Saison als Ziel den Aufstiegs ausgegeben. Und da sind wir auf dem besten Weg hin.

Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Ribbecke: Wir haben nicht diesen einen Leistungsträger, so wie das bei ganz vielen anderen Mannschaften ist. Wir sind in diesem Jahr so tief besetzt. Bei uns kann jeder scoren. Das macht uns gefährlich, weil wir damit nicht auszurechnen sind.

Wie wichtig ist in diesem Gebilde Ihr Trainer Viktor Klassen?

Ribbecke: Er setzt uns alle perfekt ein und wechselt munter durch, sodass du 20 bis 25 Minuten spielst.

Welche Rolle spielen Sie im Team - beim letzten Mal haben Sie mit 34 Punkten herausgeragt?

Ribbecke: Ich habe in der vergangenen Sison auf der Fünf gespielt - bin aber nicht der größte Spieler. Ich kann zwar körperlich dagegenhalten, aber du hast einfach einen Nachteil, wenn du als kleinerer Spieler gegen einen spielst, der über zwei Meter misst. In der jetzigen Saison bin ich auf die Vier gegangen, die Position des Powerforwards, weil wir mit Felix Rotaru einen Center bekommen haben. Somit habe ich viel mehr Spielanteile. Ich bin aber nicht darauf aus, jedesmal 34 Punkte zu erzielen. Wichtig ist für mich, dass wir jedes Spiel gewinnen - und ich mit meiner Leistung dafür sorgen muss, dass es auch dazu kommt.

Was zählen Sie zu Ihren Stärken, was zu Ihren Schwächen?

Ribbecke: Meine Schwäche ist, dass ich im Spiel selbst viel zu emotional reagiere - auf Schiedsrichter und Mitspieler. So komme ich viel zu schnell in eine Negativspirale hinein. Das ist aber im Gegensatz zu früher schon viel besser geworden. Meine Stärke ist, dass ich mir auf deutsch gesagt immer den Arsch aufreiße und nie aufhöre, zu kämpfen. Mir ist es egal, wie viele Punkte ich mache. Ich bin ein sehr uneigennütziger Spieler.

Warum haben Sie sich damals, als Sie aus der Gießener NBBL-Mannschaft herauskamen, für Lich entschieden?

Ribbecke: Als Möglichkeiten boten sich für mich die Gießen Pointers und die Licher Basketballer an. Ich absolvierte dann zu jener Zeit ein Probetraining in Lich, zu Zeiten, als noch Christian Knaus Trainer war und das Team nach dem Aufstiegsjahr in der ersten Regionalliga spielte. Ich wurde herzlich aufgenommen und hatte gleich das Gefühl, dass es in Lich familiär zugeht. Es herrschte eine tolle Atmosphäre. Und so habe ich mich direkt für Lich entschieden.

Was hat sich in dieser Zeitspanne gravierend geändert?

Ribbecke: Das Team hat sich verändert. Wir hatten früher Jo Schläfer, Jo Lischka, Adrian Schmid. Die Alten sind alle weg. Es gab einen Generationswechsel. Aber auch die Präsenz des Vereins ist eine ganz andere geworden. Du kannst in Lich nirgendwo hingehen, wo du nicht einen in Licher Basketball-Klamotten oder ein Plakat siehst. Das ist schon echt cool.

Da steckt natürlich viel Power seitens des Clubs dahinter - und auch die der Vorsitzenden Frau Dr. Annette Gümbel?

Ribbecke: Ja. Auf jeden Fall. Seitdem Annette das übernommen hat, ist das in diese Richtung gegangen.

Es sind viele junge Spieler aus Lich im Team wie Till Wagner, Johannes Roith, Paul Hungenberg, Cedric Ohly und Gregor Gümbel, um nur einige zu nennen. Da braucht man vor der Zukunft keine Angst zu haben?

Ribbecke: Wenn wir es schaffen, die jungen Spieler zu integrieren und sie ihr Leistungspotenzial abrufen können, steht uns eine erfolgreiche Zukunft bevor. Wo es dann hingehen wird, werden wir sehen.

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