Lokalsport

Die Zeit der Verfolger?

In der Fußball-Kreisliga A Alsfeld/Gießen sorgt ein Blick auf die Tabelle bereits für die Erkenntnis, dass die Restrunde Hochspannung bieten wird. Und die startet an diesem Wochenende.
07. März 2019, 12:00 Uhr
Roland Stamm
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Freude und Frust: Der Weickartshainer Max Bleifuss bejubelt seinen Treffer, Keeper Nicolas Gerhard von der FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein versteht dagegen die Welt nicht mehr. Wenn am Wochenende die Restrunde startet, wird sich solch eine Szene in jedem Spiel mit Treffern so ähnlich wiederholen. (Foto: Vogler)

So ist wohl nicht nur beim Kampf des Spitzentrios um die begehrten Plätze eins und zwei packender Fußball zu erwarten, sondern auch die Frage erlaubt, ob die ambitionierten Verfolger tatsächlich noch beim Kampf um den Aufstieg eingreifen können. Denn eines haben die bisherigen Spiele gezeigt: In dieser Liga kann beinahe jeder jeden schlagen.

 

Die Aufstiegsanwärter

 

Zuletzt war der aktuelle Tabellenführer vor Niederlagen nicht gefeit. Denn die FSG Kirtorf beendete das alte Jahr gleich mit drei verlorenen Partien in Folge, ging aber trotzdem als Spitzenreiter in die Winterpause. Allein diese Tatsache zeigt, welch herausragende Saison der Aufsteiger bislang absolviert hat. Zudem kann die Truppe um Spielertrainer Viktor Schulz mit dem ersten Spiel am 10. März gleich einmal Revanche für die Last-Minute-Niederlage beim letzten Spiel in Groß-Eichen nehmen.

Während der Liga-Neuling mit seiner beeindruckenden Leistung überraschte, gilt der zweite Platz der FSG Ohmes/Ruhlkirchen als erwartungsgemäß. Mit einem weniger absolvierten Spiel rangiert die Mannschaft des torgefährlichen Spielertrainers Sebastian Stöhr nur einen Zähler hinter den Kirtorfern und dürfte daher wohl Favorit Nummer eins sein. Lediglich eine Niederlage setzte es für die FSG bisher. 17 Gegentore bedeuten zudem Liga-Bestwert und zeigen, in welchem Bereich sich das Team gegenüber den Vorjahren gesteigert hat. Denn am Ende der vergangenen Saison standen 62 Gegentreffer zu Buche. Konstant stabil und damit als Topteam etabliert hat sich auch die SG Schwalmtal.

Auch der SV Nieder-Ofleiden könnte noch in die Spitzengruppe vorstoßen. Zuletzt gelang der Truppe von Trainer Rainer Kuche eine Siegesserie, die ausgerechnet im letzten Spiel riss. Ärgerlich; denn der SVN führte bereits und verlor in Überzahl gegen den SV Harbach. Der nun punktgleiche Tabellennachbar hat nach schwachem Saisonstart das Aufstiegsziel noch nicht aus den Augen verloren. Sicherlich ist den Harbachern der Sprung nach oben noch zuzutrauen. Es ist relativ schwer einzuschätzen, ob sich auch die Spvgg. Mücke noch in der Verfolgerrolle wähnt. Jedenfalls will die Marcel-Seipp-Elf mit leicht verändertem Personal zumindest noch mal in die Nähe der Spitzengruppe vorstoßen. So haben Jannes Hohl (FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod) und Nils Unger (FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein) die Spielvereinigung im Winter verlassen.

 

Groß-Felda will Serie ausbauen

 

Eine begeisternde Saison spielt auch die FSG Lumda/Geilshausen, die sich noch vor einem Dreivierteljahr in der B-Liga wähnte, sich aber am letzten Spieltag der vergangenen Saison in die Relegation rettete und von da an eine Erfolgsgeschichte schrieb. Denn nach dem Klassenerhalt startete die FSG euphorisch in die Saison, auch wenn es zunächst lediglich zu zwei Punkten aus den ersten vier Spielen reichte. Doch nun wird die Mannschaft auf Platz sieben geführt und gehört zumindest zum erweiterten Verfolgerkreis. Mit Silas Vollrath (zur SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen) verliert die FSG allerdings ein Nachwuchstalent.

Nachdem der TSV Burg-/Nieder-Gemünden lange Zeit im oberen Tabellendrittel zu finden war, belegt die Truppe um Spielertrainer Nico Kornmann zurzeit einen Mittelfeldplatz, sollte aber durchaus noch ein paar Plätze nach oben gutmachen können. Recht zufrieden gibt sich auch die FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein mit ihrem bisherigen Abschneiden. Ausgesprochen aktiv agierte die FSG auf dem Transfermarkt. Denn mit Dennis Awiszus, Moritz Spring und Christoph Pfeiffer kehren drei Spieler zurück; zudem komplettiert Trainersohn Nils Unger den Kader. Daneben werden mit Felix Schmidt und Lukas Bethke im Laufe der Rückrunde zwei A-Junioren-Spieler an die »Erste« herangeführt. Im Übrigen verlängerte auch Trainer Robert Unger um ein Jahr seinen Kontrakt.

Dicht hinter der Dreierspielgemeinschaft liegt der TV/VfR Groß-Felda, der nach einigen Niederlagen zu Beginn der Saison eine Serie der Superlative hinlegte und nicht weniger als neun Spiele in Folge unbesiegt blieb. Mit diesem Spirit geht das Team auch die restlichen Saisonspiele an.

 

Der Abstiegskampf

 

Die SG Groß-Eichen/Atzenhain hinterließ im Abstiegskampf zuletzt einen guten Eindruck. Insbesondere das Heimspiel gegen die FSG Kirtorf, bei dem die Stamm-Elf bis zur 92. Minute mit 1:2 zurücklag und noch einen 3:2-Sieg schaffte, sorgt für Optimismus im SG-Lager. Der Beginn mit drei Auswärtsspielen in Folge und der künftige Verzicht auf die Offensivspieler Sebastian Scholler (FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod) und Niklas Albach (SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen) wiegen schwer. Immerhin aber hat sich André Eckhardt (zuletzt FSG Groß-Eichen/Sellnrod) der SG angeschlossen. Auf dem Relegationsplatz nach unten musste der FC Weickartshain überwintern, der für zum Teil überraschende Ergebnisse sorgte, den aber auch immer wieder personelle Probleme plagten. FC-Vorsitzender Michael Ziese macht dafür unter anderem die unzureichende Trainingsbeteiligung und damit die fehlende Fitness verantwortlich. Insgesamt aber sieht sich der FCW trotz seines kleinen Kaders mit der Verstärkung des ehemaligen Hessenligaspielers Menderes »Otto« Yasaroglu, deutlich besser aufgestellt als in der Vorrunde. Dicht hinter den Weickartshainern liegt die SG Treis/Allendorf II, die mit Manuel Höres zu Jahresbeginn einen neuen Trainer präsentierte. Mit nur einem Sieg und insgesamt acht Punkten ist die SG Romrod/Zell Schlusslicht und dürfte nur wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt haben.

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