13. Juli 2020, 21:07 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Kelsey Tessier soll die Top-Reihe führen

Der EC Bad Nauheim hat die erste Ausländerposition besetzt; mit Kelsey Tessier. Der 30-jährige Kanadier kommt aus der zweiten schwedischen Liga zum Eishockey-Zweitligisten nach Hessen.
13. Juli 2020, 21:07 Uhr
Kelsey Tessier hat in Schweden, Finnland und Österreich bereits Europa-Erfahrungen gesammelt. Jetzt wechselt der Kanadier zum EC Bad Nauheim. FOTO: IMAGO

Top-Reihe, Mittelstürmer - eine Königsposition in der Kaderplanung. Kelsey Tessier besetzt beim EC Bad Nauheim diese Rolle in der Eishockey-Zweitliga-Saison 2020/21. Am Sonntagabend haben die Roten Teufel die Verpflichtung des Kanadiers vermeldet. Der 30-Jährige spielte zuletzt für Västeras IK in der Allsvenskan, der zweiten Liga in Schweden. Er ist nach Verteidiger Tomas Schmidt sowie den Stürmern Christoph Körner und Frederik Cabana der vierte Neuzugang und zugleich der erste von vier Importspielern.

»Er hat Instinkt und Auffassungsgabe. Was Kelsey macht, hat Hand und Fuß. Trotz seiner Größe ist er ein robuster Spieler, der viel Druck auf die Scheibe bringt und immer Lösungen und einen Abnehmer findet«, sagt Matthias Baldys, der Sportliche Leiter in der Wetterau, über den Rechtsschützen, der einst (2008) beim NHL-Draft an Position 110 in Runde vier von Colorado Avalance gezogen wurde und seit 2013 in Europa tätig ist.

Meister mit Wien

»Ich habe in Österreich gegen Hannu Järvenpääs Mannschaften gespielt. Ich weiß, wie er spielen will und was er von seinen Jungs verlangt. Und nach den Gesprächen mit Bad Nauheim hatte ich ein gutes Gefühl, dass dies der richtige Ort für meine Familie und mich sein könnte«, sagt Tessier, den unsere Redaktion in der kanadischen Provinz New Brunswick erreicht, wo er mit seiner Frau Linda aus Schweden und seinen in Wien geborenen Kindern - die Tochter ist zweieinhalb Jahre alt, der Sohn 14 Monate - den Sommer verbringt.

In Schweden (Rögle und Björklöven, Västeras) und Österreich (Wien) spielte er nach seiner Zeit in der zweitklassigen nordamerikanischen American Hockey (AHL), in der er 236 Partien (88 Scorerpunkte) für Conneticut Whale bestritt. Kurzzeit-Engagements in den höchsten Ligen Schwedens und Finnlands ergänzen das Profil des nur 1,74 Meter großen und 81 Kilogramm schweren Centers, der 2017 mit den Vienna Capitals den Meistertitel in der multinationalen Erste Bank Liga Österreich hatte gewinnen können und als Schlüsselfigur galt. Er war zweitbester Scorer seiner Mannschaft und führte die Hauptstädter mit in die Champions Hockey League (insgesamt 13 Einsätze).

Tessier kommt nun als Topscorer von Västeras IK. Er traf in einer eher von Taktik und Defensive geprägten Liga elfmal und konnte 29 weitere Tore vorbereiten.

Eigentlich - sagt er - habe er nur mal ein Jahr Europa-Erfahrungen sammeln wollen, »und dann habe ich mich in den Kontingent und das Lebensgefühl verliebt. Und deshalb wollte ich auch nun wieder zurück.« Die Ungewissheit der Corona-Pandemie dürfte dem EC Bad Nauheim wie schon im Fall des dreifachen Vaters Frederik Cabana in die Karten gespielt haben. »Natürlich hat man in der momentanen Situation die Familie im Hinterkopf, will auch für sie das Beste, will wissen, woran man ist, wenn die Saison dann losgeht. Da sind wir als Spieler aber alle in der gleichen Situation. Ich bin dankbar, dass ich nach Bad Nauheim kommen kann.«

Test im NHL-Trikot

Über drei Jahre hinweg hatte Tessier von der NHL geträumt. Für Colorado und New York lief er in »Exhibition-Games«, in Testspielen, auf. Trotz seiner nur 1,74 Meter hatte er immer wieder auf sich aufmerksam machen können, spielte unter anderem auch für die kanadische U18-Auswahl. Zu einem NHL-Spiel kam es letztlich nicht. »Am Ende hat das Timing einfach nicht gepasst. Man ist abhängig von Verletzungen, von Transfers. Und als die Chancen immer kleiner wurden, bin ich nach Europa.« Hier hat er privat wie sportlich sein Glück gefunden. In Wien beispielsweise haben die Tessiers auch schon die Sommermonate verbracht. »Ja, ich bin schon fast ein Europäer«, sagt er und lacht.

Bei Ex-Teamkollegen und Freunden wie Kurt Davis (Bayreuth) und den Ex-Teufeln Dustin Sylvester und Jack Combs hat er sich nach der DEL2 und Bad Nauheim erkundigt und war in seinem positiven Gefühl bestärkt worden. Sein Anspruch: »Ich will Führungsspieler sein, derjenige, der Mitspieler besser macht, der Offensiv-Szenen einfädelt und ebenso seine Defensiv-Rolle erfüllt.«

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