01. Oktober 2020, 07:10 Uhr

Handball DAS AUFGEBOT DES TV HÜTTENBERG

Erstes TVH-Spiel doch in Hüttenberg

In eine Saison mit vielen Unbekannten geht der TV 05/07 Hüttenberg an diesem Freitag. Der Umzug nach Wetzlar fällt vorerst aus. Der Klassenerhalt in der 2. Bundesliga ist das erklärte Ziel.
01. Oktober 2020, 07:10 Uhr
JSA

Vor dem Saisonstart am Freitag um 19.30 Uhr gegen den Wilhelmshavener SV sahen sich die Verantwortlichen des TV Hüttenberg nicht nur den üblichen Aufgaben und der Corona-Pandemie gegenüber, sondern insbesondere damit einhergehend der Klärung des Heimspielortes. Dieser wurde in der Rittal-Arena Wetzlar gefunden, da auch der Verein auf Zuschauer angewiesen ist und wegen der Corona-Pandemie das heimische Sportzentrum als Spielstätte nicht geeignet erschien. 800 werden es in der neuen Heimat auf Zeit sein. 800, die mit den Hufen scharren, endlich wieder Live-Handball erleben zu können.

Torwart Niko Weber drückte bereits seine Vorfreude auf seine 20. Profi-Saison aus: »Es wird Zeit, dass es jetzt endlich los geht. Wir verspüren eine große Vorfreude.« Sein Trainer Frederick Griesbach gibt die Marschroute für sein junges Team (Altersdurchschnitt 24,3 Jahre) gleich deutlich vor: »Wir müssen jedes Spiel als Endspiel sehen und uns nach dem Eichhörnchenprinzip die Punkte holen. Keiner weiß, was am nächsten Spieltag sein wird.« Und damit bezieht sich Griesbach auch schon auf die größte Unbekannte diese Saison: Corona. Eine Herausforderung, mit der sich der TVH und alle anderen Vereine täglich konfrontiert sehen, ohne den Ausgang des Ganzen groß beeinflussen zu können. Es wird eine Saison werden, in der die Spieler einmal mehr an die Belastungsgrenze gehen müssen, weshalb beim heimischen Zweitligisten alle hoffen, vom Verletzungspech verschont zu bleiben. Dazu werden vermehrt die jungen Talente aus der eigenen Jugend ihre Chancen erhalten, von denen sich bereits in der Vorbereitung einige in ihren Einsatzzeiten bewährten.

Kommen/Gehen: Auch in diesem Sommer haben den TVH wichtige Eckpfeiler und Leistungsträger verlassen. Auf der Spielmacherposition zog es den tschechischen Routinier Tomás Sklenák nach fünf Jahren in Mittelhessen zu seinem Heimatverein Frydek-Mistek, Björn Zintel läuft künftig für den Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten auf. Demgegenüber steht die Verpflichtung des U-Nationalspielers Ian Weber und die Festverpflichtung von Hendrik Schreiber nach vorangegangener Leihe vom Nachbarn HSG Wetzlar. Außerdem stößt A-Jugendspieler Phillip Opitz in den erweiterten Kader. Am Kreis verloren die Mittelhessen das Herz ihres Abwehrzentrums mit den Abgängen von Moritz Lambrecht zur HSG Pohlheim und Mario Fernandes zum TV Petterweil, die beide sportlich kürzer treten wollen. Dementsprechend kommt noch mehr Verantwortung auf Moritz Zörb zu, der künftig am Kreis Unterstützung von Vit Reichl (Dukla Prag) und Patrick Jockel aus der Hüttenberger Jugend erhält. Insbesondere Reichl soll mit seiner Wucht auch im Angriff ein wichtiger Bestandteil werden. Auf der Königsposition Halblinks ging Griesbach sein Shooter Markus Stegefelt verloren, der sich der HSG Nordhorn-Lingen in der Bundesliga angeschlossen hat. Dort wird vor allem Eigengewächs Johannes Klein eine tragende Rolle übernehmen müssen. Dazu stößt Nachwuchstalent Niklas Theiß aus der eigenen U19 in den Rückraum des Kaders, der vor wenigen Wochen wiederholt in den Juniorenkader Deutschlands berufen wurde. Die rechte Außenposition verlässt Simon Belter in Hüttenberg und bespielt diese zukünftig bei der U23 der HSG Wetzlar. Aufseiten des TVH holten die Verantwortlichen Ryuga Fujita, letztes Jahr noch im Dress des SC DHfK Leipzig II, auf Leihbasis vom HSC 2000 Coburg und zogen Tristan Kirschner aus der A-Jugend in den erweiterten Kader. Gleiches gilt auf der Linksaußen-Position für Eigengewächs Philipp Schwarz.

Stärken/Schwächen: In der Vorbereitung entpuppte sich die Balance zwischen Angriff und Abwehr aktuell als Schwäche, dies betonen auch die Verantwortlichen. Erzielte das Team vorne viele Tore, ließ es gleichzeitig hinten ähnlich viele zu. Klar ist aber auch, dass die Abwehr sich mit den Veränderungen erst finden muss, bis die Abläufe passen. Im Angriff kann die Jugend im Rückraum und das Zusammenspiel mit dem Kreis zur Waffe der Mittelhessen werden, das Potenzial ist unbestritten vorhanden. Solange Routinier Stefan Kneer fehlt, sind Dieudonne Mubenzem und Johannes Klein mit ihren 24 bzw. 23 Jahren die Ältesten im Rückraum. Eben deswegen kann die Unerfahrenheit der Mannschaft auch zur Schwäche werden. Das ist, abseits der Unklarheiten um den Spielbetrieb generell, die große Unbekannte.

Trainer/Umfeld: Trainer Frederick Griesbach geht in seine zweite Saison beim TV Hüttenberg und steht auch in dieser vor der Aufgabe, einen weiteren Umbruch voranzutreiben. Ihm zur Seite als Co-Trainer steht weiterhin Johannes Wohlrab. Dafür gibt es eine Veränderung in der Geschäftstelle: Der Leiter für Medien und Kommunikation, Kim-Martin Heeß, hat den Verein Richtung Bundesligist Füchse Berlin verlassen. Seinen Posten übernimmt ab dem heutigen Donnerstag Conrad Melle, vielen in der Region bekannt als Spieler und Trainer der HSG Linden.

Prognose: Die Saison wird im Zeichen der Entwicklung stehen, das weiß auch Trainer Griesbach: »Es werden Fehler passieren, auch mehrfach. Das gehört zu der Entwicklung der jungen Spieler einfach dazu und die Zeit werden die Jungs auch von uns bekommen. Trotzdem haben wir ein klares Ziel.« Der Klassenerhalt.

Zugänge: Vit Reichl (HC Dukla Prag/Tschechien), Ian Weber, Stefan Kneer, Hendrik Schreiber/Festverpflichtung nach Leihe (alle HSG Wetzlar), Ryuga Fujita (HSC 2000 Coburg), Philipp Schwarz, Patrick Jockel, Phillip Opitz, Niklas Theiß, Tristan Kirschner (alle eigene Jugend).

Abgänge: Moritz Lambrecht (HSG Pohlheim), Tomas Sklenak (Frydek-Mistek/Tschechien), Mario Fernandes (TV Petterweil), Markus Stegefelt (HSG Nordhorn-Lingen), Björn Zintel (HBW Balingen-Weilstetten), Simon Belter (HSG Dutenhofen/Münchholzhausen).

Kader / Tor: 12 (Rückennummer) Dominik Plaue, 16 Simon Böhne, 98 Nikolai Weber.

Linksaußen: 3 Philipp Schwarz, 14 Christian Rompf, 23 Robin Hübscher.

Rechtsaußen: 6 Tristan Kirschner, 11 Ryuga Fujita, 26 Tobias Hahn.

Rückraum, Links: 4 Stefan Kneer, 33 Johannes Klein. - Mitte: 8 Phillip Opitz, 13 Ian Weber, 51 Hendrik Schreiber. - Rechts: 2 Merlin Fuß, 9 Niklas Theiß, 22 Dieudonne Mubenzem.

Kreis: 15 Moritz Zörb, 19 Vit Reichl, 35 Patrick Jockel.

Trainer: Frederick Griesbach, Johannes Wohlrab (Co.)



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