06. März 2020, 17:33 Uhr

Fankultur im Fokus

Bier, Bratwurst, Fußball- Gespräche. Nicht fehlen darf bei der erfolgreichen Stadionfahrt des Eintracht-Fanclubs Ohmtaladler aus Homberg das Thema rund um die Anfeindungen gegen Hopp und den DFB.
06. März 2020, 17:33 Uhr
Die Ohmtaladler um Adam Polednik (2. v. l.) und Anja Weixler (r.) im Block L. FOTO: CSO

Viele im Homberger Fanclub Ohmtaladler erinnern sich noch an den legendären Sieg ihrer Frankfurter Eintracht im DFB-Pokal-Finale gegen die großen Bayern. Einige waren 2018 sogar dabei. Und in diesen Tagen ist der hessische Bundesligist wieder ganz nah am Finale. Die Vorschlussrunde ist nach dem 2:0-Erfolg gegen Werder Bremen am Mittwoch schon mal geschafft. Vor Ort im »neuen Waldstadion«, wie die Arena fanclub-intern genannt wird, war ein ganzer Bus der Ohmtaladler. Die Chronologie eines tollen Pokalabends für die mittelhessischen Eintracht-Fans.

17.30 Uhr: Fanclub-Chef Ralf Schneider, den alle nur »Matschi«, nennen, gibt den Startschuss im Bus. Los geht’s ab Homberg, Frankfurter Straße.

18.13 Uhr: Nach weiteren Stopps in Bernsfeld und Atzenhain ist die Autobahn erreicht. Schneider begrüßt die Truppe im nun voll besetzten Gefährt.

18.28 Uhr: Adam Polednik lobt seinen Arbeitskollegen Manfred Stark, der ebenfalls im Bus sitzt und ihn extra für heute nicht zum Spätdienst eingeteilt hat.

18.40 Uhr: Pinkel- und Zigarettenpause am Rasthof Taunusblick. Walter Balke verrät, dass er es ist, der immer die Mülltonnen am Rastplatz zur Seite fährt, damit der Fahrer um die Ecke rangieren kann.

18.56 Uhr: Balke sitzt vorne im Bus. Er ist für den Schnapsverkauf zuständig. Daneben hat es sich Rainer Cruyt gemütlich gemacht. Das Duo hat immer die vordere Bank. »Einmal musste ich jemanden vertreiben«, berichtet Balke.

19.24 Uhr: Marina Luft verkündet die 1:0-Führung im zweiten Pokalspiel für Union Berlin. Sie tippt auf ein 2:1 für die Eintracht, hält Frankfurt aber nicht unbedingt für den Favoriten: »Bremen hat immerhin den BVB rausgeworfen.«

19.40 Uhr: Nach endlosem Gekurve durch Niederrad kommt die Reisegruppe auf dem Parkplatz Gleisdreieck an. Auf schlammigem Untergrund stehen Pommesbuden, Bierstände und Fanartikeltische.

20.28 Uhr: Adam Polednik hat im Block L Platz genommen. Das Gros der Homberger sitzt woanders. Mittlerweile sind auch seine Tochter und deren Freund eingetroffen - mit Eintrachtschal und Green-Bay-Packers-Mütze.

20.42 Uhr: Gleich geht’s los. »Eintracht vom Main« klingt durch das Stadion. Die Nordwestkurve brennt Bengalos ab.

21.15 Uhr: Das Spiel bietet bisher wenig Erwärmendes. Anja Weixler hält sich selbst warm: »Sitzkissen und ein kleines Bierchen« sind ihre Tipps gegen die Kälte.

21.32 Uhr: Die kleine Homberger Gruppe in Block L bejubelt das 1:0 durch Andre Silva - auch wenn keiner weiß, warum es Elfmeter gibt.

21.57 Uhr: Die Eintracht-Kurve testet Grenzen aus: Die Ultras hängen ein Plakat auf mit »Hopp - du Sohn einer...« und rollen das Banner wenig später weiter auf: »...Mutter«.

22.07 Uhr: Weixler und Polednik feiern das 2:0. Von weiter oben verschüttet jemand Bier. Davon haben alles was. Egal - das Halbfinale ist nah.

22.26 Uhr: Das nächste Banner: »DFB - du Hurensohn«. Schwarz-weiße und grün-weiße Anhänger skandieren »scheiß DFB«.

22.40 Uhr: Ärger in der Nähe von Block L. Frankfurter und Bremer legen sich miteinander an. Aber die Security ist da.

23.19 Uhr: Alle sind zügig im Bus. Es steht schließlich ein Werktag bevor. Carsten Wagner und Thorsten Köhler diskutieren über das 1:0 und den Videobeweis.

23.25 Uhr: Adam Polednik funkt dazwischen. Er erzählt Polenwitze, öffnet mit seinem Ehering das nächste Bier und erklärt, dass er nicht zuletzt deswegen geheiratet habe.

23.28 Uhr: »Ohne die Fanbrille - den Elfer kann man geben«, sagt Carsten Wagner. Köhler hält dagegen: »Aber wenn das erst fünf Minuten später entschieden wird, ist das nicht gerade schön.«

23.34 Uhr: Natürlich kommen auch die Themen Hopp und DFB auf den Tisch. »Es ist Unsinn, einzelne Personen zu attackieren, wenn man eigentlich eine Haltung gegenüber dem DFB ausdrücken will«, erklärt Wagner. »Aber die Ultras brauchen wir dennoch. Ohne die bist du nichts. Ohne die bist du Wolfsburg.«

0.48 Uhr: Walter Balke richtet nach dem Sieg über Bremen mit leicht belegter Stimme die letzten Worte an die Ohmtaladler. »Das war doch ein erfolgreicher Fischfang.« Er verkündet noch Details zur nächsten Fahrt am kommenden Donnerstag gegen Basel.

1.05 Uhr: Homberg ist erreicht. Jetzt ab ins Bett. Für Ralf »Matschi« Schneider ist um 5 Uhr die Nacht vorbei.

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