04. März 2020, 06:30 Uhr

Handball

Fokus nicht nur auf dem Wetzlarer Spiel

Das erste Heimspiel der HSG Wetzlar nach der Bekanntgabe der Demission von Trainer Kai Wandschneider 2021 steht an. Gegen FA Göppingen ist der Fokus nicht nur auf das Match gerichtet.
04. März 2020, 06:30 Uhr
Göppingens Tim Kneule (4) im Hinspiel im vergangenen November gegen Olle Forsell Schefvert (r.) und Nils Torbrügge. ARCHIVFOTO: EIBNER

HSG Wetzlar


Vor zwei Wochen die Nachricht, dass Trainer Kai Wandschneider in 16 Monaten gehen muss, danach die Bundesliga-Auswärtsniederlagen bei der SG Flensburg/Handewitt und beim TBV Lemgo Lippe - und erst heute steht für die HSG Wetzlar (Anwurf 19 Uhr) das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen auf dem Programm. Da darf man nicht nur auf die 60 Minuten, sondern auch auf die Reaktion der Anhänger gespannt sein. Nur etwa 3600 Karten waren bis Montagmittag abgesetzt - selbst vor der Handball-Bundesliga macht die Angst vor dem Corona-Virus offensichtlich nicht halt.

Verletzte Spieler hüben wie drüben: Bei der HSG fällt Stefan Kneer mit Rückenbeschwerden weiter aus. Trainer Kai Wandschneider hofft, dass der Routinier wenigstens nach der Pause im April in den letzten fünf Bundesligaspielen wieder mitwirken kann. Nils Torbrügge konnte wegen Schmerzen in der Schulter weiterhin kein Training absolvieren, stellt sich für das Spiel aber zur Verfügung. Die Knieprobleme von Olle Forsell Schefvert halten sich in Grenzen. Till Klimpke, der erkrankt mit nach Lemgo gefahren war, ist wieder genesen.

Bei Frisch Auf hat Coach Hartmut Mayerhoffer seit Monaten damit zu kämpfen, dass ihm eine komplette Rückraumreihe abhanden gekommen ist. Im linken Rückraum fällt Sebastian Heymann bis zum Saisonende mit einem Kreuzbandriss aus, Nemanya Zelenovic (Rückraumrechts) ereilte mit einer Schulterverletzung das gleiche Schicksal. Mittelmann Josip Peric kam von der Handball-Europameisterschaft mit einer Muskelverletzung zurück. Für ihn wurde Mitte Februar Pouya Norouzinezhad von IK Sävehof losgeeist, der Deutschland und die Bundesliga aus seiner Zeit beim VfL Gummersbach kennt. Eine notwendige Verpflichtung, weil die Göppinger schließlich nur noch drei Rückraumspieler hatten.

Frisch Auf Göppingen im Aufwind: Nach schlechtem Saisonstart und Niederlagen gegen vermeintlich leichtere Gegner hat sie die Mannschaft von der Schwäbischen Alb inzwischen stabilisiert. Knappe Niederlagen in Minden und Stuttgart stehen in diesem Jahr Siege in Nordhorn sowie gegen den Bergischen HC und die SG Flensburg/Handewitt entgegen. So hat sich Frisch Auf in der Tabelle Stück für Stück nach oben gearbeitet und rangiert mit 21:27 Punkten und einem Spiel weniger zwei Plätze hinter der auf Platz neun notierten HSG (25:25).

Gegen Meister Flensburg/Handewitt am vergangenen Sonntag packten die Göppinger eine überragende Abwehrleistung aus und hatten mit Torhüter Daniel Rebmann einen starken Rückhalt. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte Frisch Auf den Positionsangriff und das Tempospiel der SG gut im Griff. Tim Kneule steuerte das eigene Angriffsspiel mit Ivan Sliskovic links und Nicolai Theilinger. Über Marcel Schiller und Marco Rentschler liefen die Gegenstöße ab, mit Kresimir Kozina und Jacob Bagersted hat Göppingen zudem zwei brandgefährliche Kreisläufer in seinen Reihen.

Tops und Flops der HSG: Mit zwei Niederlagen im Gepäck kommen die Grün-Weißen aus Flensburg und Lemgo zurück. Auffällig in beiden Partien war die schlechte Startphase. Hier müssen die Wetzlarer Spieler geduldiger und besonnener agieren, um einfache Tore des Gegners zu verhindern. Trainer Kai Wandschneider wies bereits nach der Niederlage in Flensburg darauf hin, dass gekonterte Gegenstoßtore besonders weh täten, bekam sie in Lemgo allerdings wieder von seiner Mannschaft serviert.

Ein disziplinierter Angriff, jederzeit konzentriert und fokussiertes Handeln und eine aggressive Deckung sind die Zutaten für ein erfolgreiches Handballspiel. Dann kann auch gegen eine Mannschaft wie Frisch Auf Göppingen am Ende etwas Zählbares auf dem Konto stehen. Erfreulich in dieser Hinsicht die ansteigende Formkurve von Lenny Rubin und Emil Frend Öfors.

Die Trainer freuen sich auf die Partie: »Gegen Göppingen sind wir alles andere als favorisiert«, so Wandschneider. »Hartmut Mayerhoffer hat immer die Ruhe behalten und ihm ist zu verdanken, dass sich Göppingen Stück für Stück aus dem Tabellenkeller gekämpft hat. Wir haben uns ein neues Ziel gesteckt, wollen die 30-Punkte-Marke knacken. Dafür müssen wir die vielen leichten Fehler abstellen. Ich habe das Gefühl, dass die Spieler das im Moment besonders gut machen wollen, sie kämpfen bis zum Umfallen. Aber die Mannschaft muss zur Ruhe kommen, hat im Moment viele Ablenkungen.«

Auch Frisch Auf-Coach Mayerhoffer spricht voller Respekt von der HSG Wetzlar: »Ich glaube, dass das eine Mannschaft ist, die zu Außergewöhnlichem fähig ist. Das ist auch der Grund, warum sie des öfteren mal die ganz Großen schlagen. Das ist eine sehr harte Nuss, die es da zu knacken gilt.«

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