01. November 2019, 23:13 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Der Sieg hat Lust auf mehr gemacht

Folgt Sieg Nummer zwei für die Gießen 46ers? Der gegen die favorisierten Oldenburger hat auf jeden Fall Appetit auf mehr gemacht. Forward Alen Pjanic sagt, wie es in Braunschweig klappen kann.
01. November 2019, 23:13 Uhr
Gießens Energiebündel Alen Pjanic steht immer unter Strom - an der Seitenlinie oder auf dem Feld. Der 46ers-Forward gibt für die Sonntagaufgabe in Braunschweig die emotionale Taktik vor: Alles raushauen, was geht (links Trainer Ingo Freyer). (Foto: Friedrich)

Gießen 46ers


Als Alen Pjanic nach dem Oldenburg-Coup Rede und Antwort stehen musste, bekam man live mit, wie sehr der 46ers-Forward noch unter Adrenalin stand. Der Energizer sprach davon, dass alle einfach nur froh seien, dass man endlich gewonnen habe. Und er betonte mehrmals: »Wir müssen weiter Gas geben.« Die Erleichterung stand allen Beteiligten der Gießen 46ers nach dem 83:68 ins Gesicht geschrieben - der Befreiungsschlag zur rechten Zeit nach dem verkorksten Saisonstart mit drei BBL-Niederlagen in Folge. Am Sonntag geht es für die Gießener als Außenseiter in die VW-Arena nach Braunschweig, wo ab 15 Uhr hungrige Löwen warten (live auf MagentaSport und Sport1).

Status quo: Wie die kleinen Kinder feierten die Protagonsiten am vergangenen Sonntag den ersten Saisonsieg. Brandon Thomas schwenkte die Fahne - und Pjanic stimmte die Humba an, die man schon lange nicht mehr in der Osthalle gehört hat. Die gleiche Intensität, mit der sie den Erfolg mit den Fans zelebrierten, war zuvor auf dem Parkett zu sehen. Druckvoll gegen die Guards Braydon Hobbs, Rickey Paulding und Karsten Tadda, konsequent gegen Big Man Rasid Mahalbasic. Die Schaltzentralen der Oldenburger wurden lahmgelegt. Die 46ers hielten sich akribisch an den Gameplan von Trainer Ingo Freyer. Er freute sich natürlich auch über den Sieg, trat aber in seiner eher kühlen, norddeutschen Art gleich auf die Euphoriebremse und wollte das Ganze nicht überbewerten. »Wir haben im Training nichts anderes gemacht als sonst. Wir hatten aber erstmals alle unsere Spieler in einem Spiel dabei.« Und das habe geholfen. Gießens Guard Teyvon Myers baut indes auf das gewonnene Selbsvertrauen gegen Oldenburg und sagt zudem: »Wir wollen als Mannschaft unsere Leistungen in der Offensive und Defensive weiter optimieren, um Spiele siegreich zu gestalten.« Bereits am Samstag geht es in die Okerstadt. Bis Freitagnachmittag hatte Freyer keinen personellen Ausfall zu beklagen.

Gegner: Die Löwen aus Braunschweig machen dort weiter, wo sie am Ende der vergangenen Saison aufgehört haben - sie gewinnen Spiele. Zwar wird das letztjährige Playoff-Team nicht mehr von Frank Menz gecoacht, sondern von dem aus Ulm gekommenen Pete Strobl. Am Herangehen der Niedersachsen hat sich aber rein gar nichts verändert. Ihr Fokus liegt auf einer knallharten Defensive und einem extremen Teamspiel, das sich durch viel Ballbewegung und den Extrapass auszeichnet. Strobl, in der Saison 2005/2006 kurzzeitig für den Zweitligisten TV Lich als Spieler aktiv, ist ein Verfechter des aggressiven Stils - auf beiden Seiten des Feldes. Zuletzt bekam das der Mitteldeutsche BC zu spüren, als die Weißenfelser in der VW-Halle beim 88:102 chancenlos waren. Drei Siege, eine Niederlage (62:75 beim deutschen Meister FC Bayern München) - das ist die Ausbeute der Löwenstädter, die Rang sechs in der BBL-Tabelle einnehmen. Dennoch: Abheben werden die Braunschweiger deswegen nicht. Dafür sorgt Strobl, der nach dem MBC-Spiel erklärte, dass das Team weiter auf dem Boden bleibe.

Schlüsselspieler: Dreh- und Angelpunkt der Baunschweiger ist Scott Eatherton. 2,06 m groß, beweglich, intelligent, ein starker Scorer wie Rebounder und mit einem Auge für den besser postierten Mitspieler ausgestattet - das komplette Paket. Da kommt eine Menge Arbeit auf John Bryant und Kendall Gray zu, die aber im Verbund mit Jordan Barnett und Luke Petrasek, beide scheinen sich langsam in der BBL zu akklimatisieren, schon dem Oldenburger »Brett-Giganten« Mahalbasic schwer zusetzten. Neben Eatherton müssen die 46ers auf die athletischen Deutschen Karim Jallow (13,3 PpS) und Kostja Mushidi 13,0 (PpS, 4.8 RpS) aufpassen, die eine wichtige Rolle in der Rotation von Strobl einnehmen. Ebenfalls unter der Rubrik flexibel ist Kapitän Thomas Klepeisz zu führen, der knapp zehn Punkte und 4,5 Assists pro Spiel auflegt. Noch bessere Werte weist Guard Trevor Releford (10,8 PpS, 7,3 ApS) auf, der auch auf der Verpflichtungsliste der 46ers stand, aber zu teuer war.

Das sagt Trainer Freyer: »Die Braunschweiger haben mit Eatherton einen der besten Spieler der Liga. Sie spielen sehr aggressiv und haben viele junge Spieler, wie Jallow und Mushidi, die viel Energie auf das Feld bringen.«

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