03. November 2019, 20:58 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers verlieren ohne Petrasek in Braunschweig

Die Gießen 46ers haben sich in Braunschweig gut verkauft. Beim Playoff-Kandidaten agierten sie auf Augenhöhe, ehe die Löwen zum 92:86 wegzogen.Die 46ers spielten ohne den verletzten Luke Petrasek.
03. November 2019, 20:58 Uhr
Gießens Center Kendall Gray macht sich vor dem Braunschweiger Trevor Releford lang, davor Stephen Brown, rechts Jordan Barnett, links Brandon Thomas. (Foto: imago)

Gießen 46ers


Der Gießener Powerforward musste aufgrund von Rückenproblemen passen. Es dürfte sich um einen Bandscheibenvorfall handeln. Vonseiten des Clubs gab es keine genaue Diagnose-Angabe. Nur soviel, dass er auf unbestimmte Zeit ausfalle. So konnten die Gießener in Braunschweig nur auf eine Acht-Mann-Rotation zurückgreifen. Das machte sich vor allem in den letzten zehn Minuten der intensiv geführten BBL-Begegnung bemerkbar, als die physisch starken Braunschweiger den Druck nochmals erhöhten und die Gäste aus Mittelhessen zu Fehlern zwangen. »Wir haben uns am Ende zu viele Turnovers geleistet, die haben zu Fastbreak-Punkten geführt - und dann haben wir einfach den Anschluss nicht mehr gefunden«, konstatierte 46ers-Spielmacher Bjarne Kraushaar auf MagentaSport. Der Youngster zeigte eine couragierte Leistung - war aber vor Fehlern - wie viele seiner Mitspieler - auch nicht gefeit.

Ein weiteres Manko - über das gesamte Spiel hinweg betrachtet der entscheidende Faktor - war das Rebounding. Gießen gestattete den Gastgebern sage und schreibe 18 offensive Abpraller, sodass die Okerstädter in der VW-Arena oft zu zweiten Wurfchancen kamen. Die 46ers fischten sich nur sechs am offensiven Brett. Das ungleiche Gesamt-Rebound-Verhältnis von 48:25 für die Niedersachsen sagt eigentlich alles. Das war für Gießens Cheftrainer Ingo Freyer auch der Hauptgrund, warum es am Ende nicht gereicht hat: »Sie haben zu viele Offensiv-Rebounds geholt und hatten damit viele zweite Chancen für einen erneuten Korbversuch.«

So ganz einverstanden mit der Leistung der Schiedsrichter war Freyer ebenfalls nicht. Nicht nur, dass er ein Technisches Foul erhielt, weil er angeblich zu weit im Spielfeld stand, als er mit Alen Pjanic sprach, sondern auch, weil die Refs bei vielen 50:50-Entscheidungen die Braunschweiger bevorzugten. »Wir gehen dreimal zum Dunking und die auch, und wir kriegen jedesmal ein Foul gepfiffen und die nicht.«

Irgendwie hatte man aber dennoch das Gefühl, dass in Braunschweig mehr drin gewesen ist. Wirft man vor allem einen Blick auf die erste Hälfte und dort besonders auf das zweite Viertel, das sich die 46ers mit 19:15 sicherten. In diesem Abschnitt zeigten die 46ers in der sonst so oft gescholtenen Abwehrarbeit, zu was sie imstande sind - als Team und individuell. Sie waren flink auf den Beinen und hellwach im Kopf, sodass sie sich Stops sicherten und im Angriff in einen Rhythmus kamen. Das Resultat: Ein 12:0-Lauf, der sie nach einem Layup von Brandon Thomas mit 37:33 in Führung brachte. Der beste Spieler auf dem Feld der ersten 20 Minuten war Jordan Barnett. Der Powerforward der 46ers markierte 16 Punkte bei einer Wurfquote von 75 Prozent. Zudem war er überall zur Stelle, räumte hinten zweimal spektakulär per Block ab, eher er dann vorne hochprozentig vollendete. Mit dem 44:44 ging es in die Pause.

Dort strahlte 46ers-Boss Heiko Schelberg noch, der sich dem Interview mit Magenta-Sport-Moderator Benni Zander stellte. »Wir verkaufen uns gut - in der Defense und in der Offense«, sagte er und lobte anschließend Barnett: »Er hat seine Zeit gebraucht, um in der BBL anzukommen. Wir werden an ihm noch sehr viel Freude haben.« Aber der Geschäftsführer trauerte auch den vergebenen Punkten zu Beginn des zweiten Viertels nach, als unter anderem Pjanic zweimal freistehend unter dem Korb vergab. Die Zähler wären ein gutes Polster für die zweite Hälfte gewesen.

In der trumpfte Löwen-Center Scott Eatherton auf, den die 46ers bis dahin gut im Griff hatten. Er war aber ein Nutznießer dieser zweiten Chancen und erhöhte sein Punktekonto auf insgesamt 19. Sein Widersacher auf Gießener Seite, Big John Bryant, war indes kein Faktor bei eigenem Abschluss - er passte lieber den Ball weiter, und so blieb er bei sieben mageren Zählern. Der Widerstand der Mittelhessen brach Mitte des vierten Viertels, als die Löwen immer bissiger wurden, mit einer Fullcourt-Presse agierten und per Fastbreak abschlossen (88:74, 37.). Die 46ers gaben nicht auf - aber mehr als Ergebniskosmetik war nicht mehr drin.

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