22. November 2019, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers vor dem nächsten Kellerduell

Die Gießen 46ers kommen mit breiter Brust nach Göttingen. Sie sind sich aber bewusst, dass die Partie bei einem direkten Abstiegskonkurrenten ein Kampf auf Biegen und Brechen wird.
22. November 2019, 12:00 Uhr
Gießens Cheftrainer Ingo Freyer stellt seinen Center Kendall Gray auf das schwere und richtungsweisende Auswärtsspiel am Samstag in Göttingen ein. Foto: Friedrich

Gießen 46ers


Dass die 46ers erkannt haben, um was es in dieser Saison einzig und allein geht - um die Existenz in der Basketball-Bundesliga -, haben sie bei der furiosen Aufholjagd gegen den MBC in Hälfte zwei gezeigt.

»Wir dürfen niemals aufgeben und müssen immer bereit sein, bis zum Schluss alles zu geben.« Gießens Forward Alen Pjanic hat verstanden, was die Stunde für die 46ers geschlagen hat - Abstiegskampf pur in der BBL. Und dabei schlüpft das 22-jährige Eigengewäch s in die Rolle des Vorbilds. Sein Wille ist unbändig, seine Einstellung beispielhaft und sein Einsatz immer 100 Prozent. Das sind die Voraussetzungen, um am Samstag um 18 Uhr in der Göttinger Sparkassen-Arena gegen die Veilchen, die wie die Gießen 46ers ebenfalls erst zwei Saisonsiege aufweisen, zu bestehen.

Status quo: Gestandene Profis wie Brandon Thomas oder John Bryant hüpften nach der 98:95-Willensleistung im Kellerduell gegen Weißenfels wie kleine Kinder herum. Sie trugen ihre Freude nach außen, zeigten aber in diesem Moment auch, welcher Ballast von ihnen abgefallen ist. Dass Gießens Cheftrainer Ingo Freyer ebenfalls unter Dauerstrom stand - vor allem nach einer katastrophalen ersten Hälfte, in der sich seine Mannschaft 61 Punkte fing (bei 48 selbst erzielten) -, war dem 48-Jährigen deutlich anzumerken. Er war einfach nur erleichtert, dass sein Team Moral bewiesen hatte und ein schon für verloren geglaubtes Spiel noch gedreht hat. Ihn interessierten im ersten Moment keine Statistiken - nur der blanke Sieg. Denn der verschaffte ihm und der Mannschaft die nötige Ruhe vor der nächsten schweren Herausforderung in Göttingen. Zudem hat sich die Hallensituation für die Gießen 46ers wieder normalisiert. Seit Anfang der Woche trainieren sie wieder in den Rivers und können zudem die beiden Hauptkörbe benutzen.

Gegner: Die nackten Zahlen vorneweg: Acht Spiele, zwei Siege, sechs Niederlagen, Rang 14. Im Schnitt erzielen die Veilchen 79,63 Punkte pro Spiel (Gießen 84,86) und fangen sich dabei 86,5 ein (Gießen 88,85). Sie angeln sich durchschnittlich 30,3 Rebounds (Gießen 30,7) und produzieren 13,1 Turnovers (Gießen 15,0). Am Samstag dürfte mit einem Spiel auf Augenhöhe gerechnet werden. Aber auch die Truppe von BG-Trainer Johan Roijakkers hat zuletzt Selbstbewusstsein getankt - übrigens auch nur eine Halbzeit lang. Sie stand zuletzt den Hamburg Towers gegenüber und demontierte den Gastgeber nach 20 Minuten mit 61:34. Am Ende zitterten sich die Göttinger aber gerade so zum 93:87-Erfolg. Parallelen zu Gießen, aber mit umgekehrten Halbzeiten. Bester Scorer der Veilchen ist Terry Allen. Der 2,03-m-Powerforward kommt im Schnitt auf 13,6 Punkte pro Partie. Dicht hinter ihm folgt Center Dylan Ostekowski mit 12,6. Aufpassen müssen die 46ers auf die Guards Kyan Anderson (11,8) und Bennet Hundt (11,9). Tragende Säule im Spiel der Veilchen ist der Gießener Dominik Lockhart. Mit knapp 29 Minuten Einsatzzeit ist er der Dauerbrenner im Team. Der Comboguard besticht aber auch mit seiner Spielintelligenz und markiert durchschnittlich 9,1 Zähler.

Personelles: Eine gute Nachricht verkündeten die Gießen 46ers Anfang der Woche auf Anfrage dieser Zeitung: Der an der Wirbelsäule erkrankte Luke Petrasek arbeite fleißig an seiner Rückkehr ins Team. Zwar stünde noch nicht genau fest, wann mit einem Einsatz zu rechnen ist. Aber im Lager der 46ers ist man zuversichtlich, dass es noch in diesem Jahr passieren werde. Hinter dem Mitwirken von Leon Opkara - bisher ohne Einsatz im Bundesligateam - steht dagegen ein dickes Fragezeichen. Der Rackelo-Leistungsträger kam bei der Niederlage in Coburg mit einer Platzwunde im Gesicht zurück an die Lahnstadt, die genäht werden musste. Gleichwohl haben die Göttinger einen prominenten Trainingsgast: Der ehemalige BG-Spieler Alex Ruoff hält sich bei den Veilchen fit. Nach Aussagen von Coach Roijakkers in der »HNA« sei eine Ruoff-Verpflichtung aber kein Thema.

Das sagt Coach Freyer: »Die Göttinger sind seit Jahren nicht einfach zu spielen. Sie sind sehr stark auf den Wurf von außen fixiert und sind die einzige Mannschaft, die mehr Dreier als Zweier wirft. Wir müssen auf das vorbereitet sein und müssen unseren Aggressivitätslevel über 40 Minuten hochhalten.«

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