Lokalsport

Großer Ehrgeiz an der Wetter

Keine Angst vor hohen Ambitionen: Nach dem zweiten Platz in der 2. Basketball-Regionalliga im Vorjahr zählt für die Licher Basketballer nur noch der Aufstieg in die 1. Regionalliga. Los geht das Projekt am Samstag (19 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Speyer.
12. September 2019, 19:38 Uhr
Sebastian Kilsbach
DIEERSTE-LICHBASKETBALL_192
Lich Basketball vor dem Saisonstart in der 2. Regionalliga (hintere Reihe, v. l.): Trainer Viktor Klassen, Johannes Roith, Felix Rotaru, Till Wagner, Julian Bölke, Moritz Mühlich, Yannik Ribbecke, Paul Hungenberg; vorne (v. l.): Paul Gänger, Felix Strack, Thomas Neufeld, Jermale Jones, Nils Pompalla, René Keller, Cedric Ohly, Gregor Gümbel. (Foto: Erll)

Keine Angst vor hohen Ambitionen: Nach dem zweiten Platz in der 2. Basketball-Regionalliga im Vorjahr zählt für die Licher Basketballer nur noch der Aufstieg in die 1. Regionalliga. Los geht das Projekt am Samstag (19 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Speyer.

In der Kneipe des Kinos Traumstern in Lich wurde die Vorstandsvorsitzende des Vereins, Annette Gümbel, im Rahmen der Teampräsentation deutlich: Der Aufstieg ist klares Saisonziel. »Das treibt uns alle an«, schob Kapitän René Keller nach. Coach Viktor Klassen geht es in erster Linie darum, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. »Wir denken von Partie zu Partie. Aber ich hasse es, zu verlieren«, macht aber auch das Licher Urgestein keinen Hehl aus dem Siegeshunger seines Teams. Zuletzt hatte man den Aufstieg nicht zwingend fokussiert. Viel eher stand nach einem unglücklichen Jahr die Konsolidierung im Vordergrund. Dass man sich am Ende nur knapp Idstein im Kampf um den Aufstieg beugen musste, entfachte das Basketball-Feuer in der Stadt nur noch weiter.

Kommen/Gehen: Ein Glücksgriff für die Wetterstädter ist die Personalie Jermale Jones. Bereits im Vorjahr warf der erfahrene US-Guard seine Knochen für den Verein auf die Parkette der Liga. In die Herzen der Fans hatte er sich bereits zu ProB-Zeiten Anfang des Jahrzehnts gespielt. Für die 2. Regionalliga ist der 32-Jährige immer noch ein gehöriges Pfund. Massenhaft Erfahrung bringt der von den Pointers kommende Felix Rotaru (40 Jahre) mit. Zudem konnte mit Moritz Mühlich aus Krofdorf einer der Topscorer der letzten Saison nach Lich gelotst werden. Den Sprung über den großen Teich wagte Simon Kutzschmar: Der 23-Jährige bekam ein Stipendium für ein kanadisches College.

Stärken/Schwächen: Die Tiefe der Bank dürfte in der 2. Regionalliga ihresgleichen suchen. Zudem sind die Licher Basketballer ein eingespieltes Team. Weit mehr als der Kern des Vorjahres konnte gehalten werden. Die Neu- und Wiederverpflichtungen sind vielversprechend - aber nicht alle die Jüngsten. Als Jones’ Knie beim Vorbereitungsturnier in Krofdorf anschwoll, schrillten die Alarmglocken. Am Ende handelte es sich nur um eine Überbelastungsreaktion des Gelenks. Bleibt der US-Amerikaner fit, werden die Licher wieder viel Freude an ihm haben. Nach den Schwächen befragt, blickt Coach Klassen auf die Rebound-Hoheit: »Wir sind nicht die Längsten und müssen dort über den Kampf kommen.«

Umfeld/Trainer: Zwei Jahre ist es nun her, dass die ProB-Lizenz aus Lich zu den Gießen 46ers wanderte und der jahrzehntelangen Zweitligazugehörigkeit des Standorts ein jähes Ende setzte. Auf dem Grab der BasketBären entstand mit »Der Ersten« aber eine vitale Fankultur, die so manchem ProB-Team in nichts nachsteht. »Die Fans identifizieren sich mit der Mannschaft«, sagt Klassen stolz, der den Cheftrainer-Posten 2018 übernahm. Als sich im Sommer Hunderte Anhänger in der Dietrich-Bonhoeffer-Halle versammelten, um gemeinsam den 20. Jahrestag des BBL-Aufstiegs zu feiern, spürte man, dass die zweite Regio für Lich perspektivisch nicht ambitioniert genug ist. Mit I.W.E.S. konnte ein Trikotsponsor gewonnen werden, der zusätzlich Geld in die Kassen spülen dürfte.

Prognose: Bensheim und Limburg zählen zu den ärgsten Widersachern im Kampf um den Aufstieg. Den Limburgern konnte Lich beim Pointers-Cup eine Woche vor Saisonbeginn erfolgreich ein Bein stellen. Bensheim wiederum »hat gut eingekauft«, weiß Klassen zu berichten. Bad Bergzabern sieht der Übungsleiter als Geheimfavoriten. Kommen die Licher mit dem selbst gemachten Druck zurecht, stehen die Chancen auf einen Klassenwechsel dennoch gut. Dafür spricht auch das enthusiastische Umfeld und die gelebte Fankultur.

Die Heimspiele: 14. Sep.: gegen Dürkheim/Speyer, 28. Sep.: gegen Bad Bergzabern, 2. Nov.: gegen Limburg, 16. Nov.: gegen Langen, 23. Nov.: gegen Makkabi Frankfurt, 30. Nov.: gegen Mainz, 18. Jan.: gegen Trier II, 1. Feb.: gegen Bensheim, 8. Feb.: gegen Koblenz II, 29. Feb.: gegen Griesheim, 28. März: gegen Eintracht Frankfurt.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-gaz/Lokalsport-Grosser-Ehrgeiz-an-der-Wetter;art1434,626792

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung