14. Dezember 2019, 07:00 Uhr

Fußball

Grünes Licht für Pokalfight: FC Gießen empfängt Offenbach auf tiefem Geläuf

Pokalknaller am 3. Advent. Am Sonntag geht’s im Waldstadion auf tiefem Boden um den Einzug ins Hessenpokal-Halbfinale. Ein Highlight nicht nur für den FC Gießen, sondern auch für den OFC.
14. Dezember 2019, 07:00 Uhr
Die Platzkommission unter Aufsicht von Kreisfußballwart Henry Mohr (hier mit Platzwart Horst Viehl) entscheidet nach Platzbegehung und Gabelprobe am Freitag, dass der Platz (aktuell) bespielbar ist. Dem Hessenpokal-Viertelfinale scheint nichts mehr im Weg zu stehen. FOTO: FRIEDRICH

Im vergangenen Monat standen sich die beiden Mannschaften in der Südweststaffel der Regionalliga schon einmal gegenüber. Am 9. November gab es im Gießener Waldstadion vor 2700 Zuschauern ein 1:1. Damals schoss Matias Pyysalo nach zehn Minuten die Führung für die Kickers, die Dimitrios Ferfelis in der Nachspielzeit ausglich. Am Sonntag erfolgt der Anstoß zum Viertelfinal-Pokalhit um 13.30 Uhr. Am Freitagmittag entschied die Platzkommission unter der Aufsicht von Kreisfußballwart Henry Mohr (im Bild links), dass gespielt werden kann. Prinzipiell hat der Schiedsrichter aber das letzte Wort. Ein Ausfall dürfte aber nur dann begründet sein, wenn eine hohe Verletzungsgefahr vorliegen würde, was bei den zu erwartenden tiefen Bodenverhältnissen sicherlich nicht der Fall sein wird. Auf jeden Fall ist klar: Wer gewinnt, trifft auf den TSV Steinbach Haiger. Das zweite Halbfinale steht mit der Paarung Eintracht Stadtallendorf gegen FSV Frankfurt schon fest.

Lage: Der finanziell in Schieflage geratene FC Gießen hat den verpassten Heimsieg aus der Vorwoche in der Regionalliga gegen Pirmasens aus den Köpfen verbannt. Das 1:1 gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf war letztlich zu wenig, um mehr Kontakt zum Tabellenmittelfeld aufzunehmen. Dass der Ausgleichstreffer dann sogar noch in der Nachspielzeit fiel, erhöhte nicht gerade die Stimmung in der Mannschaft, die das Novembergehalt noch immer nicht erhalten hat. Am Sonntag will das Team von Trainer Daniyel Cimen gegen den Ligakonkurrenten an die Grenzen gehen und alles aktivieren, um eine Runde weiterzukommen. Mit Blick auf den Rasen im Waldstadion darf man nicht mit allzu viel spielerischen Feinheiten rechnen. Kampf wird Trumpf sein. »Wir müssen uns auf die Basics konzentrieren«, sagt Cimen.

Gegner: Die Kickers aus Offenbach mussten vergangenes Wochenende eine Zwangspause im Ligabetrieb einlegen - das Spiel in Aalen fiel aus. Neu-Trainer Angelo Barletta, der in Gießen vor seiner Pflichtspielpremiere steht, nutzte dennoch die Tage am Wochenende, um ein Testspiel auszutragen und den FC Gießen gegen Pirmasens genauer unter die Lupe zu nehmen. Er findet Gießen »sehr stark«. »Ich gehe nicht davon aus, dass das ein Spaziergang wird«, sagt der Coach. Der 42-Jährige, der Anfang Dezember vom Ligakonkurrenten Alzenau an den Bieberer Berg wechselte und dort Interimstrainer Steven Kessler ablöste, fordert von seinem Team eine aggressive und intensive Gangart. Man müsse vor allem die Witterung und die Platzverhältnisse annehmen.

Natürlich will der ehemalige Zweitliga-Abwehrspieler einen Sieg bei seinem Einstand. Er ist heiß darauf - und seine Mannschaft auch. Beim Testspiel in Ober-Roden ließ er sein Team in der ersten Hälfte im 3-5-2-System spielen und nach der Halbzeitpause im 4-4-2. Da Gießen vorwiegend mit nur einer Spitze agiert, sei die Dreierkette aber »unnötig«, so Barletta weiter.

In der Regionalliga Südwest belegen die vor der Saison als Aufstiegskandidat bezeichneten Offenbacher den zehnten Platz und haben bei einem Spiel weniger sieben Punkte mehr auf dem Konto als der FC Gießen (19). Für das Hessenpokal-Viertelfinale qualifizierten sich die Kickers durch einen 1:0-Auswärtserfolg nach Verlängerung beim FC Bayern Alzenau, den damals noch Barletta coachte. Gießen siegte 3:2 beim FC Eddersheim.

Personelles: Noch kleinere Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen von Torwart Frederic Löhe und Mittelfeldspieler Timo Cecen. Beide kränkelten während der Woche. Trainer Cimen hofft, dass sich aus den Erkältungen nichts Größeres entwickelt. Ob Nico Rinderknecht indes mitwirken kann, entscheidet sich am heutigen Samstag. Der Mittelfeldspieler erlitt im Spiel gegen Pirmasens einen Kapselriss im Knöchel. Am gestrigen Freitag absolvierte er einen ersten Belastungstest, ein weiterer soll heute Aufschluss geben, ob der »Sechser« spielen kann.

Kickers-Coach Barletta hat die Qual der Wahl. Er kann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Die zuletzt nicht zur Verfügung stehenden Kevin Pezzoni (muskuläre Probleme), Ronny Marcos (Halsschmerzen und Schüttelfrost) und Francesco Lovric (Trauerfall) sind wieder im Kader.

Das sagen die Trainer: »Die Offenbacher mit ihrem neuen Trainer werden besonders motiviert sein. Wir haben aber vor vier Wochen gezeigt, dass wir gegen sie mithaten können. Wir müssen das Spiel als Endspiel annehmen und an unsere Grenzen gehen. Dann haben wir eine Chance«, erklärt Gießens Cheftrainer Cimen.

»Die Gießener haben eine gute Struktur, spielen gepflegten Fußball. Wir müssen die Witterung annehmen, früh Druck machen, viele Torchancen erspielen und dem Gegner wehtun«, erklärt Angelo Barletta. Der Trainer ist von der Qualität seiner Truppe überzeugt. Jetzt müsse man noch »die Mentalität auf den Platz bringen«. FOTO: FRIEDRICH

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