14. Dezember 2019, 11:50 Uhr

Handball

HSG Wetzlar auf Deutschland-Tournee

Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat vor Weihnachten eine ganz besondere Nagelprobe zu bestehen. In Leipzig, in Berlin und in Kiel sind die Grün-Weißen Außenseiter.
14. Dezember 2019, 11:50 Uhr
Die Leipziger Abwehr kann massiv zupacken. Da kommt einiges an Arbeits auf die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar zu. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Die Deutschland-Tournee der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga beginnt am Samstag nach dem Vormittagstraining. Dann setzt sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider in den Bus nach Leipzig, um am Sonntag um 16 Uhr gegen den SC DhfK das erste von drei Auswärtsspielen innerhalb einer Woche hinter sich zu bringen. Zu Hause bleiben wird definitiv Stefan Kneer, der mit Rückenproblemen bis zum Ende des Jahres ausfällt und den Grün-Weißen vor allem in der Abwehr schmerzlich fehlen wird. Für ihn rückt Youngster Ian Weber in den Kader und wird die Wetzlarer Reisegruppe in dieser Woche für Leipzig, Berlin und Kiel vervollständigen.

Launisches Leipzig: Leipzig besticht mit einem sehr ausgewogenen Kader, der die Ausfälle von Mittelmann Niclas Pieczkowski und Außen Marc Esche gut kompensieren kann. Das Rückraumgespann Franz Semper, Maximilian Janke und Philipp Weber wurde nicht umsonst in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Dahinter lauern Eigengewächs Gregor Remke, in der Mitte der erst 20-jährige Luca Witzke sowie Neuzugang Marco Mamic. Und wenn die Leipziger mal einen brauchen, der vor allem in der Abwehr Impulse setzen soll, steht der Ex-Wetzlarer Philipp Müller bereit, um aufzuräumen. Am Kreis agieren die beiden Schwergewichte Alen Milosevic und zuletzt auch wieder verstärkt Maciej Gebala. Beide bringen über 100 Kilo auf die Waage und sind nur schwer zu verteidigen. Abwehrchef Bastian Roschek bildet mit Milosevic zumeist den Mittelblock und hält hinten den Laden zusammen. Mit Lukas Binder und Patrick Wiesmach verfügen die Leipziger über eine pfeilschnelle Flügelzange, die von Raul Santos und Lucas Krzikalla punktuell Verschnaufpausen erhält. Denn wenn Torhüter Joel Birlehm beginnt, seine starken Gegenstoßpässe aus dem Arm zu leiern, klingelt es zumeist im Zusammenspiel mit den beiden Flügelflitzern im gegnerischen Gehäuse. Birlehm hat in Leipzig noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht und bildet mit Jens Vortmann ein ausgewogenes Duo im Kasten der Körperkulturellen. Leipzig spielt zumeist sehr diszipliniert, hat mit André Haber einen sehr umsichtigen Coach und ist vor allem zu Hause nur schwer zu schlagen. So ganz zufrieden ist man im Osten Deutschlands dennoch nicht, denn die Mannschaft zeigt zu viele Schwankungen. Wie in den letzten beiden Spielen, als man mit einem Sieg gegen Hannover-Burgdorf ein Ausrufezeichen setzen konnte, danach jedoch in Erlangen ein Fehlerfestival samt Niederlage folgen ließ.

Wackelige Wetzlarer: Mit einer Niederlage im Gepäck setzen sich auch die Wetzlarer in den Bus. Gegen Stuttgart war vor einer Woche im Verlauf der Partie durchaus ein Sieg in Aussicht. Vor allem im zweiten Drittel überzeugte das Team von Wandschneider mit einem 11:3-Lauf. Davor und danach brachten sich die Wetzlarer mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten jedoch selbst in die Bredouille. Von 8:13 stellte die HSG die Anzeige auf 20:17 und war wieder voll im Spiel. Was folgte war ein vergebener Siebenmeter, der den starken Stuttgarter Keeper Johannes Bitter weiter in Wallung und auf die Erfolgsspur brachte. Den Einbruch der HSG, der mit etlichen vergebenen Chancen einherging, nutzten die Stuttgarter, um sich mit dem ersten Sieg in Wetzlar zu belohnen. Um eine Chance zu haben, muss sich die Wandschneider-Sieben auf allen Positionen steigern, die technischen Fehler minimieren und voll konzentriert das eigene Spiel durchziehen.

Das sagen die Trainer: »Der Heimspielabschluss des Jahres 2019 ist für uns ganz wichtig und darum will das Spiel am Sonntag keiner lieber gewinnen als wir selbst«, erklärt DHfK-Coach Haber. »In den vergangenen Jahren hatten wir sehr viele Berührungspunkte mit der HSG Wetzlar und haben häufig gegeneinander gespielt. Es ist diesmal eine Sondersituation, dass das letzte Spiel gegen Wetzlar aufgrund des Spielplans schon ein Jahr zurückliegt. Die HSG spielt einen sehr cleveren und unaufgeregten Handball. Wir brauchen einen sehr guten Plan und vor allem die Unterstützung unserer Heim-Halle, um gemeinsam mit unseren Fans einen gelungenen und erfolgreichen Jahresausklang feiern zu können.«

»Gegen Stuttgart haben wir nicht unseren besten Tag erwischt, waren nicht zu 100 Prozent fokussiert«, legt Wetzlars Trainer Wandschneider noch einmal den Finger in die Wunde der letztwöchigen Heimpartie. »Anton Lindskog war der Beste gegen Stuttgart, alle anderen waren nicht gut. Wir müssen in Leipzig über 60 Minuten alle da sein. Die spielen eine super Saison, sind vollkommen zu Recht Achter. Sie haben eine tolle Mannschaft, die sie noch mal verstärken konnten und natürlich auch andere Ziele als wir. Wir werden uns in jedes der nächsten drei Spiele voll reinhängen und dann schauen, was dabei rumkommt.«

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