08. März 2020, 20:42 Uhr

Handball

HSG Wetzlar vergoldet Blitzstart nicht

In der Handball-Bundesliga hat die HSG Wetzlar trotz früher 10:4-Führung das Hessenderby bei der MT Melsungen noch mit 26:28 verloren.
08. März 2020, 20:42 Uhr
In der Abwehr mit vereinten Kräften: Die Wetzlarer Stefan Cavor (links) und Olle Forsell Schefvert (rechts) im harten Ringen mit Melsungens Domagoj Pavlovic (94). Im Hintergrund HSG-Keeper Till Klimpke auf alles gefasst. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Was für ein Hessen-Derby! In einem packenden Bundesliga-Spiel musste sich die HSG Wetzlar bei der MT Melsungen mit 26:28 (14:13) geschlagen geben und hat nun fünf Punkte Rückstand auf den geografischen und tabellarischen Nachbarn. Die Nordhessen behaupten den siebten Platz, Wetzlar verbleibt auf Rang acht. »Am Ende hat vor allem die Kraft gefehlt und wir haben ab der 45. Minute viele technische Fehler gemacht«, lautete die Schnell-Analyse von HSG-Trainer Kai Wandschneider kurz nach Spielende bei Sky.

Vor allem die ersten Halbzeit war eine der Torhüter, die sich offensichtlich zum Privat-Duell verabredet hatten. Die erste Viertelstunde gehörte Till Klimpke, der hinter einer gut stehenden Wetzlarer Deckung maßgeblich dazu beitrug, dass die HSG in der 15. Minute durch Olle Forsell Schefvert mit 10:4 (!) in Führung gehen konnte. Bis dahin hatte Klimpke bereits fünf Mal geliefert und ließ kurz danach die sechste Parade gegen den heranstürmenden Domagoj Pavlowicz folgen ließ.

Melsungen stand zwar längst nicht so offensiv in der Abwehr wie zuletzt gegen Flensburg, doch die HSG-Angreifer punkteten in den Eins-gegen-eins-Situationen und vor allem im Gegenstoß. Die Fehler der Gastgeber wurde rigoros bestraft, deshalb so sah sich der neue MT-Coach Gudmundur Gudmundsson bereits nach zwölf Minuten gezwungen, seinen Spielern in einer Auszeit die Köpfe zu waschen. Wetzlar hatte bis dahin mehrere Anspiele an den Kreis unterbunden und in der Folge mittels erster und zweiter Welle die Führung herausgearbeitet. »Wir haben vorne und hinten nicht so gut angefangen«, erklärte Gudmundsson via Sky.

Nun stellte Gudmundsson in der Abwehr Timm Schneider an die Seite von Fynn Lemke in den Mittelblock und wechselte damit erheblich mehr Stabilität ein. Nach dem 10:4 (15.) waren es nun die Wetzlarer, die angesichts der neuen Aufgabe ins Straucheln kamen und einen technischen Fehler nach dem anderen produzierten. Außerdem kam nun auch MT-Keeper Nebojsa Simic hinter seiner verbesserten Deckung ins Rollen. Beim Stand von 9:10 (22.) kaufte er hintereinander Lenny Rubin, Alexander Feld und noch einmal Rubin den Ball ab, ehe der Ex-Wetzlarer Tobias Reichmann zum 10:10 (24.) ausglich. Jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die HSG immer wieder vorlegen, Melsungen aber auch gleichziehen konnte.

In der 33. Minute leitete eine Parade von Simic gegen den nachgelaufenen Kristian Björnsen die erste Führung der Gastgeber ein. Pavlowicz traf zum 16:15 und die gute Abwehrarbeit der Melsunger trug mehr und mehr Früchte. Wetzlar tat sich zunehmend schwer, Lösungen zu erarbeiten und rannte sich zu oft in der Mitte fest. Die MT stellte die Passwege gut zu und provozierte damit etliche Wetzlarer Fehler, konnte sich zunächst aber nicht absetzen. Erst nach dem 21:21 von Sidorovic schlug das Pendel in Richtung Melsungen aus. Die HSG hatte im Verlauf der Partie viel investiert und so ließen in den letzten zehn Minuten die Kräfte spürbar nach.

Trainer Kai Wandschneider verschaffte seiner Mannschaft, die in den Minuten davor zu schnelle Abschlüsse suchte, in der 50. Minute per Auszeit eine Verschnaufpause.

Doch die letzten Minuten standen ganz im Zeichen der wiedererstarkten Gastgeber-MT. Zwei Paraden von Simic, Fehlpässe der HSG und so erhöhte Maric in der 57. Minute auf 27:23 für die Gastgeber. Die Wetzlarer versuchten die MT zunächst mit einer 3:3-Deckung und im nächsten Angriff der 5:1-Formation unter Druck zu setzen und kamen durch Mirkulovski in der 59. Minute noch einmal auf 25:27 heran. Der an diesem Abend überragende Kai Häfner machte dem Spuk jedoch ein Ende und traf 55 Sekunden vor Schluss mit seinem neunten Tor zum entscheidenden 28:25.

»Wir haben in den letzten 40 Minuten eine überragende Abwehr und vorne sehr konsequent gespielt«, freute sich Gudmundsson über seinen ersten Heimsieg in der Bundesliga. Wandschneider sah vor allem auf einer Position Verbesserungsbedarf und -potential. »Aus dem rechten Rückraum kam viel zu wenig, da brauchen wir mehr Entlastung. Aber insgesamt bin ich stolz auf unsere Mannschaft. Wir haben ein ganz starkes Derby von beiden Mannschaften gesehen. Ich mache unseren Spielern keinen Vorwurf, die haben hier gekämpft bis zum Umfallen.«

MT Melsungen: Sjöstrand, Simic; Maric (3), Kühn (2), Lemke, Reichmann (2), Ignatow, Kunkel (2), Mikkelsen (1/1), Schneider (1), Allendorf (2), Sidorowicz (3), Häfner (9), Salger, Pavlovic (3).

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld (1), Björnsen (5), Mirkulovski (1), Torbrügge, Weissgerber, Frend Öfors (3), Holst (5/5), Forsell Schefvert (2), Rubin (4), Lindskog (2), Kristjansson (2), Cavor (1).

Im Stenogramm / SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben). - Z: 4300. - Zeitstrafen: 2:4 Min. - Siebenmeter: 2/1:5/5.

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