08. August 2019, 12:00 Uhr

Rudern

Hanno Brach hat bei U19-WM Edelmetall im Visier

Hanno Brach schnuppert in Tokio Olympialuft. Der GRG-Ruderer sitzt im deutschen Vierer ohne Steuermann und hofft auf eine Medaille bei der U19-WM - kein utopisches Ziel als Europameister.
08. August 2019, 12:00 Uhr
Hanno Brach von der Gießener Rudergesellschaft 1877 will im deutschen Vierer ohne Steuermann bei der U19-WM in Tokio die Muskeln spielen lassen. (Foto: Christian Schwier)

Bereits am Tag der Abreise ins Land der aufgehenden Sonne kam beim 17-Jährigen das große Kribbeln auf. Der vielversprechende Nachwuchsakteur der Gießener Rudergesellschaft weilt seit dem Wochenende schon im japanischen Shinagawa Prince Hotel, um bestmöglich auf den Wettkampf im Vierer ohne vorbereitet zu sein. Knapp sechs Wochen lang hat er sich mit seinen Teamkameraden Mark Hinrichs (Limburger CFW), Bruno Spät (Marburger RC) und Schlagmann Cedric Wiemer (Frankfurter RG) auf die WM-Titelkämpfe der U19 vorbereitet. Heute startet die Mission Edelmetall auf der 2020-Olympiastrecke Sea Forest Waterway in der Bucht von Tokio.

Christopher Nübel, GRG-Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit, hält große Stücke auf Brach und drückt ihm mit dem gesamten Ruderclub die Daumen. »Der Verein ist froh und stolz, einen so talentierten jungen Ruderer in seinen Reihen zu haben. Vier Jahre nach dem Junior-Weltmeistertitel von unserem Ruderer Michel Zörb in Rio dürfen wir erneut auf internationales Edelmetall hoffen. Dies kann der Beginn einer großen Ruderkarriere sein. Wir versuchen, Hanno weiterhin nach allen Kräften dabei zu unterstützen.« Im Interview verrät uns Brach, wie hart die Vorbereitung war und wie er seine sportliche Zukunft sieht.

Was erwartet Sie in Tokio?

Hanno Brach: Heißes, tropisches Klima, sehr starke und unbekannte Gegner, eine anspruchsvolle Rennstrecke - und sehr viel Spaß.

Wie lange und in welchem Umfang haben Sie sich in Berlin mit dem Team auf die WM vorbereitet?

Brach: Wir haben uns genau einen Monat lang im Trainingslager am Olympiastützpunkt Berlin-Grünau auf die WM vorbereitet - zuvor schon knapp zwei Wochen zu Hause. Ein normaler Tag in Berlin begann um 5.40 Uhr mit dem Aufstehen, danach ein Imbiss, ehe es um 6.15 bis 8.30 Uhr zum Rudern ging. Danach gab es Frühstück und eine zweite Einheit - entweder Kraft, Gymnastik oder Rudern. Von 12 bis 13 Uhr Mittagessen, von 13.00 bis 14.30 Uhr Mittagspause, die in den allermeisten Fällen zum Schlafen genutzt wurde. Danach wartete die zweite Wassereinheit oder Gymnastik, falls die morgens nicht auf dem Plan stand, auf uns. Um 18 Uhr folgte das Abendessen, anschließend Freizeit mit der Mannschaft - um 22 Uhr Bettruhe. Gegen Ende des Trainingslagers haben wir jeden zweiten Tag freie Nachmittage gehabt, in den ersten zwei bis drei Wochen entweder einen oder zwei innerhalb einer Woche.

Welche Funktion haben Sie im Vierer ohne Steuermann?

Brach: Ich sitze im Vierer auf der Position zwei. Die einzige Person, die wirklich eine Funktion hat, ist der Schlagmann auf Position vier. Alle anderen haben jeweils leicht spezifische Aufgabenbereiche, aber im Grunde die gleichen.

Was ist Ihr Ziel mit der Mannschaft in Tokio?

Brach: Das beste Rennen zu fahren, was anhand unserer Fähigkeiten möglich ist. Wenn das gelingt, rückt das Ergebnis an die zweite Stelle.

Welche Gegner müssen Sie besonders beachten?

Brach: Starke Nationen, die gemeldet haben, sind Australien, Griechenland und England.

Wie ist die Taktik auf der 2000-m-Strecke?

Brach: Sie ändert sich mit jedem Rennen und Gegnern, aber Standard wäre: Nach dem Start vorne liegen und mit unserem Streckenschlag immer weiter wegfahren, bei 600 m und 1100 m die Sprints, ab 1500 m einfach die Frequenz hochhalten, alles raushauen und über das Ziel retten. Den Takt gibt unser Schlagmann Cedric vor.

Was ist Ihr persönliches sportliches Ziel? Gibt es Einer-Gedanken?

Brach: Mein persönliches Ziel ist noch nicht genau festgelegt, weil ich mir so viele Türen so lange wie möglich offenhalten will. Daher bleibt auch erstmal alles offen. Aber ich würde Rudern sehr gerne weitermachen - weiterhin im Riemenrudern, daher habe ich keinen Einer-Gedanken.

Wie sind Sie zum Rudern gekommen, warum sind Sie dabei geblieben?

Brach: Ich war schon immer fasziniert vom Wassersport. Dann hatte ich in der 5. Klasse aufgrund einer Schul-AG die Möglichkeit zum Rudern. Sofort hat es mir sehr viel Spaß gemacht, einerseits mit den anderen Leuten, andererseits, weil es mir sportlich lag und gefallen hat. Geblieben bin ich aus den selben Gründen.

Wie war der Leistungssport mit der Schule zu vereinbaren?

Brach: Es war gut vereinbar, jedoch fällt dafür anderes hinten runter. Unter der Woche geht man wirklich nur in die Schule, dann ins Training, danach nach Hause und fast direkt schlafen, nachdem man die nötigsten Hausaufgaben erledigt hat. Wenn man jedoch nicht bereit ist, Freitagabends tot ins Bett zu fallen, wenn man vom Training kommt, um am nächsten Morgen für das Training ausgeschlafen zu sein, sondern noch was unternehmen will, wird es auf Dauer anstrengend - und die Schule hängt ein bisschen hinterher. Ich habe trotzdem ein gutes Abi geschafft - und diese Probleme habe ich nun nicht mehr.

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