24. November 2019, 21:28 Uhr

Handball

Heimsieg der HSG Wetzlar

Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga GWD Minden mit 26:23 bezwungen. Damit hat sie mehr als die Pflicht erfüllt, ein Sieg über die Ostwestfalen ist auch weiter keine Selbstverständlichkeit.
24. November 2019, 21:28 Uhr
Sieben auf einen Streich: Olle Forsell Schefvert (25) war mit sieben Treffern der erfolgreichste Torschütze der HSG Wetzlar beim 26:23-Sieg gegen GWD Minden. Foto: Vogler

HSG Wetzlar


Hauptsache gewonnen! So lautete der einhellige Tenor aufseiten der HSG Wetzlar nach dem Bundesliga-Spiel gegen den TSV GWD Minden. Der 26:23 (14:8)-Erfolg war Lohn für ein über weite Strecken gutes Spiel der Hausherren, die sich vor 4112 Zuschauern aber beinahe selbst noch um den Sieg gebracht hätten.

Vor allem die erste Halbzeit war - abgesehen von den ersten Minuten- ganz nach dem Geschmack von Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, der wegen einer leichten Gehirnerschütterung kurzfristig auf Kreisläufer Anton Lindskog verzichten musste. Zunächst konnte sich nämlich GWD-Keeper Espen Christensen mit sechs Paraden hervortun, so dass den Wetzlarer Fans die ersten Unmutsäußerungen entfleuchten.

Zum Glück für die HSG stellten sich auch die Gäste vor dem Tor von Till Klimpke nicht sonderlich treffsicher vor. Nationalspieler Marian Michalczik, der erst kurz vor dem Ende der Partie seinen einzigen Treffer machte, wuchtete in den ersten zehn Minuten zwei Siebenmeter an die Latte. Rückraum-Kanonier Christoffer Rambo wurde nach einem Fehlwurf - Klimpke kratzte einen flachen Ball aus der Ecke - gleich wieder ausgewechselt. Die Wetzlarer legten ihre Nervosität allerdings auch erst ab, nachdem man eine 4:1-Führung mittels zweier technischer Fehler fast wieder verspielt hatte. In der Folge war es vor allem HSG-Kapitän Filip Mirkulovski, der sich überall ins Getümmel stürzte und sich so in der ersten Halbzeit mit fünf Treffern in die Torschützenliste eintrug.

»Unser Zweikampfverhalten war über weite Strecken aber auch miserabel, offensiv wie defensiv«, konstatierte GWD-Coach Frank Carstens. »Das war, und nicht nur heute, überragend von Filip«, lobte Wandschneider. »Es ist unfassbar, was dieser 35-jährige Spieler macht. Heute macht er auch noch sechs Tore und holt, ich weiß nicht wie viele Siebenmeter heraus. Er steuert das ganze Spiel, den Rhythmus, das Timing, er führt die Mannschaft - das war einfach genial.«

Nach dem 5:6 von Savvas Savvas per Siebenmeter für Minden (15.), übernahmen die Gastgeber das Zepter. Wetzlars Neuzugang Viggó Kristjansson betrat erstmals für Stefan Cavor das Parkett und zeigte gleich, welches Spiel man von ihm zu erwarten hat. Rein ins Gewühl und im Eins-gegen-eins-Spiel zum Zug kommen. So zog der Isländer einige Freiwürfe, zeigte seine Spielübersicht mit Anspielen an den Kreis und belohnte sich in der 30. Minute mit seinem ersten Tor für die Grün-Weißen zum 13:8. Acht torlose Minuten der Mindener Gäste, bei gleichzeitiger Treffsicherheit der HSG sorgten für eine zunächst beruhigende 14:8-Führung zur Pause.

Und die Gastgeber machten danach munter weiter. Carstens nahm sich zwischen dem 19:12 von Mirkulovski (42.) und dem 20:12 (44.) per Gegenstoß von Kristian Björnsen seine Mannschaft zur Brust und stellte die Abwehr um. »Wir haben uns bis dahin aufgerieben und erst in der Phase, wo die Wetzlarer merkten, wie können das hier heute gewinnen, haben sie uns wieder mitspielen lassen«, schmunzelte Carstens.

Mit dazu beigetragen hat aber auch seine Abwehrumstellung, denn fortan agierten die Mindener mit einer offensiven Variante, die den Hausherren Probleme bereitete. Es folgten zehn Minuten, in denen den Wetzlarern nur ein Tor gelang und die Gäste nach und nach aufholten. »Der Anfang und das Ende waren heute das beste, was wir abgeliefert haben«, lautete dann auch die Bilanz von Carstens. »Wir haben 40 Minuten so gar nicht funktioniert.«

Turbulente Szenen mit fünf Stürmerfouls auf beiden Seiten, einige Paraden von GWD-Torhüter Malte Semisch und etlichen, teilweise schwer nachvollziehbaren Zeitstrafen sorgten dafür, dass das 22:19 (55.) von Olle Forsell Schefvert ein kollektives Aufatmen in der Arena hervorrief. Vor allem Schefvert war es in der Schlussphase, der mit seiner Durchsetzungskraft, unbändigem Willen und drei Treffern zum Matchwinner avancierte. »Er und Filip waren heute die Spieler des Abends«, erklärte Wandschneider.

HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic; Feld, Kneer (1), Björnsen (2), Weber, Mirkulovski (6), Torbrügge (1), Weissgerber (1/1), Frend Öfors (1), Holst (5/3), Forsell Schefvert (7), Rubin, Kristjansson (1), Cavor (1).

GWD Minden: Christensen (1), Semisch; Meister (1), Kranzmann, Savvas (8/4), Rambo (1), Korte, Padshyvalau (5), Strakeljahn, Gullerud (1), Michalczik (1), Staar (1), Reissky (1), Gulliksen (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Brodbeck/Reich (Reutlingen/Metzingen). - Zuschauer 4112. - Zeitstrafen: 12:12 Min. - Siebenmeter: 6/4:6/4.

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